Dem Akku auf die Sprünge helfen
Tutorial: Akkus pflegen, aber richtig
Michael Knott
Die Pflegeanweisung für einen Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akku ist die gleiche wie für einen Nickel-Metallhydrid-Akku: Es gilt, den Akku so selten wie möglich tief zu entladen oder zu überladen. In der Regel verhindert die Lade-Elektronik in Geräten mit Lithium-basierten Akkus eine Überladung, zumal die Akkus eine eigene Ladeelektronik mitbringen. Die Tiefentladung hingegen kann jederzeit geschehen, zum Beispiel dann, wenn das Gerät zu lange ungeladen herumliegt. So kann zum Beispiel der Akku im iPod jahrelangen Betrieb problemlos wegstecken, nach einem halben Jahr in der Schublade ist der Akku tiefentladen und damit defekt. Es gilt also, auch ungenutzte Lithium-Ionen-Akkus immer in einem teilweise geladenen Zustand zu halten, damit sie nicht zerstört werden.
In der Regel spricht man bei handelsüblichen Lithium-Ionen-Akkus bei optimaler Nutzung von einer durchschnittlichen Halbwertszeit von rund 1.000 Ladezyklen oder drei Jahren, je nach Hersteller. Danach hat der Akku nur noch 50 Prozent seiner Leistung und verliert massiv an Kapazität und stirbt recht schnell, ohne dass er sich noch retten ließe.
Probleme bei der Akku-Pflege
Wie bereits erwähnt werden Akkus, egal welchen Typs, von den Herstellern mit einer Garantie von maximal sechs Monaten ausgestattet. Das hat seine Gründe, denn bei vielen Geräten ist das Powermanagement nicht optimal: Nickel-Cadmium-Akkus werden nur teilweise ge- und entladen, Lithium-Ionen- und Nickel-Metallhydrid-Akkus werden über- oder tiefentladen. Doch auch der Anwender trägt seinen Teil zum Akkusterben bei. So glauben viele Anwender, dass alle Akkus über einen Memory-Effekt verfügen und setzen lieber lange statt kurzer Ladezyklen an. In Digitalkameras, Handys und PDAs kommt zudem das Temperatur-Problem zum Tragen, zu niedrige Temperaturen unter 0° oder zu hohe Temperaturen über 40° Celsius schaden der Lebensdauer massiv. Und diese Werte werden schnell erreicht, beispielsweise, wenn das Gerät im Sommer oder Winter im geparkten Auto liegt.
Besonders bei oft stationär genutzten Laptops kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Die Akkus verlieren aufgrund ihres Bauprinzips selbstständig laufend an Kapazität, weil sie auch im Netzbetrieb Leistung abgeben. Vom Nutzer unbemerkt schlägt das Powermanagement Alarm und füllt den Akku wieder auf, wodurch auch im Netzbetrieb Ladezyklen verloren gehen. So kann es passieren, dass ein immer am Netzteil betriebener Laptop nach einigen Monaten einen defekten Akku hat. Der Anwender fragt sich dann, wie das passieren kann und ärgert sich über die schlechte Qualität der meist teuren Akkus.
Laden oder nicht laden?
Ein Weg aus dieser Zwickmühle ist die Entfernung des Akkus im Netzbetrieb. Hier lauert jedoch die nächste Gefahr, weniger für den Akku, als für das Gerät. Denn nicht wenige Geräte können es überhaupt nicht leiden, wenn man ständig das Akkufach öffnet und schließt: Die oft komplexe Mechanik ermüdet, ein Schaden am Gerät ist absehbar. Deshalb sollte beim Kauf eines mobilen Gerätes darauf geachtet werden, dass sich der Akku möglichst einfach entfernen lässt.
« zurück 1 | 2 | 3 | 4 | 5 weiter »
Mehr über: Hardware, Notebook, Tutorial, Akku
-
Forschung: Laptop-Akkus mit 40 Stunden Laufzeit
Forscher der Stanford-Universität sprechen von "Revolution" -
Silva Solar II: Sonne tanken für den MP3-Player
Solare Stromversorgung für unterwegs -
CES: Solio Solar-Ladegeräte für unterwegs
Digicam, Handy oder Akkus jederzeit laden
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben



