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28.05.2006
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Dem Akku auf die Sprünge helfen

Tutorial: Akkus pflegen, aber richtig

Michael Knott

Altersschwach: Der Nickel-Cadmium-Akku

Viele ältere Geräte verfügen über Nickel-Cadmium-Akkus. Gegenüber der neueren Lithium- und Metallhydrid-Technik hat diese Akku-Bauweise kaum Vorteile. Die Akkus leiden an einem Memory-Effekt, der dafür sorgt, dass sie ab dem ersten Ladezyklus schwächer werden. Zudem sind die Zellen sperrig und geben vergleichsweise wenig Leistung ab. Sie haben ein weniger effizientes Verhältnis von Lade- und Nutzungszeit als die moderneren Lithium-Akkus. Obendrein ist Cadmium ein giftiges Schwermetall, weshalb die Akkus die Umwelt massiv belasten.

Grundsätzlich sollte ein Nickel-Cadmium-Akku baldmöglichst durch mindestens einen Nickel-Metalhydrid-Akku ersetzt werden. Allerdings gibt es zahlreiche Gründe, den alten Akku zu behalten: Das Gerät ist zu alt oder es gibt einfach keine moderneren Akkus mehr für dieses Gerät. Die Neuanschaffung kann teuer werden, weshalb der Akku von vorneherein einem einfachen Pflegeprogramm unterworfen werden sollte.

Die Sache mit dem Memory-Effekt

Nickel-basierte Akkus verfügen über einen "Memory-Effekt", der auftritt, wenn Akkus diesen Typs häufig nur teilweise entladen und wieder aufgeladen werden. Der Akku wird mit der Zeit schwächer, ganz als würde er sich den Ladezustand merken. Irgendwann gibt der Akku dann zu wenig konstante Spannung ab, um ein Gerät sinnvoll zu betreiben und wird damit unbrauchbar. Dieser Effekt entsteht durch Kristallisation des Cadmium-Anteils im Akku. Auch wenn sich Ni-Cd-basierte Stromzellen angeblich durch mehrfaches, vollständiges Auf- und Entladen wieder reparieren lassen: Solche Leistungen bringt Profi-Gerät, das eingebaute Ladegerät eines Notebooks hingegen nicht. Diese Art des Akku-Notdienstes rechnet sich jedoch in der Regel nicht.

Den Defekt kann der Anwender von Notebook, Handy und Digitalkamera kaum verhindern. Dafür lässt sich das Akkusterben massiv herauszögern: Weil jede Teil-Entladung mit anschließendem Ladevorgang die Kristallisation und damit das Auftreten des Memory-Effekts beschleunigt, sollte ein Nickel-Cadmium-Akku immer so stark wie möglich ent- und erst danach wieder vollständig aufgeladen werden. Ein derart gepflegter Akku kann Jahre und Hunderte von Ladezyklen und vielleicht sogar das Gerät, in dem er arbeitet, unbeschadet überleben. Leider haben viele Hersteller eine derart uneffiziente Ladekontrolle eingebaut, dass eine Teil-Entladung unumgänglich und der Memory-Effekt unvermeidbar ist.

Umweltschonendende Frostbeule: Der Nickel-Metallhydrid-Akku

Nickel-Metallhydrid-Akkus sind sozusagen die Nachfolge-Technologie des Nickel-Cadmium-Akkus. Sie liefern bei gleicher Spannung rund die doppelte Energiedichte, halten also im Betrieb, grob gerechnet, doppelt so lange. Und anders als ihre Vorgänger kommen sie ohne das giftige Schwermetall Cadmium aus. Die Ni-MH-Zelle funktioniert im Grunde wartungsfrei: Bei Entladung oxidiert ein Wasserstoff-Anteil mit Sauerstoff zu Wasser und gibt Energie ab. Beim Laden wird dieser Prozess umgekehrt. Anders als bei Ni-Cd-Akkus kommt es daher nicht zu einem Memory-Effekt.


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