Test: Sipgate UTStarcom F3000 - Das VoIP-WLAN-Handy für zu Hause
Langsam und absturzfreudig
Am Rande sei erwähnt, dass das Web-Interface des F3000 alles andere als schnell und zuverlässig ist, im Test stürzte der Webserver auf dem Handy ständig ab, auch war ein Verbindungsaufbau nicht zuverlässig machbar. Klappt es dann endlich, aktiviert ein Reboot über das Konfigurationsmenü die Einstellungen und das Handy ist bereit für Telefonate über VoIP.
Der erste Telefonie-Test führt auf eine Festnetz-Nummer. Vorsorglich schalte ich alle unnötigen Breitband-Vernichter auf meinem Computer ab, um eine möglichst störungsfreie Verbindung zu erhalten. Sipgate gibt auf seiner Website für Up- und Downstream jeweils 100 KBit pro Sekunde als "Voraussetzung für eine makellose Sprachqualität" an. Mein DSL-Anschluss von Netcologne verfügt laut Fritz!Box über 203 KBit Up- und 2203 KBit Downstream, für die VoIP-Nutzung also völlig ausreichend. Von meinen iChat-Experimenten weiß ich zudem, dass diese Bandbreite locker für Audio- und Video-Chats ausreicht.
utstarcomf3000
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Bild vergrößern Rückseite des UTStarcom F3000 - Bild 2 von 12
Bild vergrößern Versionsnummer und Produktname - Bild 3 von 12
Bild vergrößern Verbindung dauert manchmal länger. - Bild 4 von 12
Bild vergrößern Vorderseite des UTStarcom F3000 - Bild 5 von 12
Bild vergrößern Der Größenvergleich zeigt: Das UTStarcom F3000 ist sehr handlich. - Bild 6 von 12
Bild vergrößern ... wenn auch manchmal etwas rätselhaft. - Bild 7 von 12
Bild vergrößern Im Test stürzte das Gerät manchmal ab. - Bild 8 von 12
Bild vergrößern Für Neulinge unübersichtlich. - Bild 9 von 12
Bild vergrößern UTStarcom F3000 Konfigurationsmenü - Bild 10 von 12
Bild vergrößern Übersichtliche Menü-Struktur - Bild 11 von 12
Bild vergrößern Aufgeklappt. - Bild 12 von 12
Bild vergrößern UTStarcom F3000 Konfigurationsmenü
Gesprächsqualität brauchbar, aber nichts für Audiophile
Der erste Anruf also. Nach einer Tarif-Ansage klingelt das Telefon ganz regulär bei einem Freund an. Auf der Gegenseite wird auch meine für Sipgate ausgewählte Rufnummer angezeigt, wie mir mein Gesprächspartner versichert. Das sieht doch so weit ganz gut aus. Das Gespräch erfolgt ohne Verzögerungen und ohne störende Echo-Effekte. Der Klang ist glasklar, solange die Gesprächspartner nicht zu laut reden. Dann nämlich übersteuert es im SIP-Netzwerk und es rauscht übersteuert. "Zu laut" ist in diesem Zusammenhang bereits das Erheben der Stimme am Satzanfang. Dieses Problem scheint aber weniger mit dem F3000, als vielmehr mit der VoIP-Technik zusammenzuhängen. Ansonsten sind Gespräche mit einem Teilnehmer im deutschen Festnetz kein Problem.
Der nächste Anruf erfolgt auf die Handy-Nummer eines Bekannten. Fünf Minuten Gespräch bringen vor allem eines zum Vorschein: Gespräche mit dem E-Plus-Netz sind qualitativ nicht besonders hochwertig. Kompressionsartefakte wie bei schlechten MP3s und Aussetzer lassen nostalgische Gefühle aufkommen, die Klangqualität entspricht einem Handy-Gespräch bei schlechtem Netz. Ein weiterer Anruf bei einem Bekannten mit D1 bringt die Gewissheit: Auch hier das gleiche Problem. Für längere Gespräche eignet sich das Gerät allein wegen des mittelmäßigen Klangs nicht, zumal nach zehn Minuten ein Satz heißer Ohren garantiert ist, auch wenn die WLAN-Hersteller eigentlich behaupten, ihre Geräte strahlten weniger als normale Handys.
Funkwellen machen Ohren warm
Trotz der kochenden Zellen im Ohr ist auch die Empfangsqualität des Geräts eher mäßig. In einer Entfernung von nur rund acht Metern und einer Wand zwischen Router und F3000 bricht das Gespräch unvermittelt ab. Die Gegenseite ist weg, sobald das Handy den Kontakt zum Router verliert. Was das UTStarcom-Gerät jedoch nicht daran hindert, weiterhin ein Gespräch anzuzeigen. Automatisch aufgelegt wird nicht. Bis der Kontakt zum WLAN-Router wieder aufgebaut ist, hat der Gesprächspartner natürlich seinerseits längst aufgelegt. Denn auch der Kontaktaufbau zum WLAN nimmt beim F3000 seine Zeit in Anspruch, schlimmstenfalls bis zu 30 Sekunden und mehr.






