Schließung, Überlastung oder Hackerangriff
Music Markt: AllofMP3 am Ende? (Update)
Das umstrittene russische Download-Angebot AllofMP3 ist seit dem Wochenende nicht mehr erreichbar. Noch ist unklar, ob es sich dabei um eine endgültige Schließung oder einen temporären Serverausfall handelt.
Am Wochenende war die AllofMP3-Webseite zeitweise überhaupt nicht zu erreichen. Seit Montag werden Surfer lediglich mit einem Hinweis begrüßt, der in russischer und englischer Sprache von Server-Wartungsarbeiten spricht. Im Netz mehren sich Spekulationen, dass die russischen Behörden der Webseite ein Ende bereitet hätten. Der Grund: AllofMP3 hatte sich letzte Woche plötzlich zum Politikum entwickelt, nachdem sich US-Politiker gegen einen Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation ausgesprochen hatten, solange dort derartige Webseiten operierten.
AllofMP3 antwortete bisher nicht auf eine netzwelt-Anfrage zum Grund der Schließung. Es gibt jedoch Indizien, die darauf hindeuten, dass der Betrieb bald wieder aufgenommen werden könnte. So findet sich im Source-Code der vorläufigen Webseite der Hinweis: "Wir hoffen, den Server so bald wie möglich wieder in Betrieb nehmen zu können. Bitte versuchen Sie es später noch einmal."
Downloadmanager erreicht teilweise AllofMP3-Server
Teile des Angebots scheinen zudem weiterhin erreichbar zu sein. So berichten einige Nutzer davon, dass sie mittels des AllofMP3-eigenen Download-Managers zuvor begonnene Downloads während der Auszeit vollenden konnten. Die Download-Software soll zudem weiterhin Logins erlauben und auch den eigenen Kontostand korrekt wiedergeben.
Nicht erreichbar ist dagegen anscheinend die AllofMP3-Datenbank. Dies deutet darauf hin, dass der Server des Musik-Anbieters Opfer eines Hackerangriffs geworden sein könnte. Ebenfalls möglich ist eine temporäre Überlastung. AllofMP3 geriet in der vergangenen Woche wiederholt in die Schlagzeilen. So berichtete das britische Magazin The Register, dass AllofMp3 in Großbritannien populärer sei als Napster.
Auch wenn alles auf einen temporären Ausfall hindeutet: Früher oder später ist auch eine permanente Schließung des AllofMP3-Angebots möglich. Die Webseite verkauft MP3s für zwei Cent pro Megabyte, ohne dafür Verträge mit den Plattenfirmen abgeschlossen zu haben. Nach russischem Recht ist dies bisher legal, da AllofMP3 Gebühren an eine lokale Verwertungsgesellschaft abführt. Ab Anfang September gilt in Russland jedoch ein neues Urheberrecht, das diesem Geschäftsmodell ein Ende bereiten wird.
In Deutschland ist AllofMP3 zudem bereits heute illegal. Die Musikindustrie hat dies in der Vergangenheit dazu genutzt, Webseiten abzumahnen, die AllofMP3 verlinken.
Update 15:03 Uhr: Server wieder erreichbar
Seit wenigen Stunden ist AllofMP3 wieder uneingeschränkt erreichbar. Mit der Musikindustrie hatte der Ausfall nach Angaben des Online-Magazins Slyck.com nichts zu tun. Ein Sprecher des Phonoverbandes IFPI sagte gegenüber Slyck, dass vor einigen Wochen zwar mehrere Server von AllofMP3 beschlagnahmt worden seien. Die Betreiber seien nun auf andere Server gewechselt und führen den Dienst weiter. Es handle sich seines Wissens um Reparaturarbeiten.
Weitere Informationen
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Kann es sein, dass die deutsche Musikindustrie einfach nur gegen alles ist, was 1. kundenfreundlich und 2. zu günstigen Konditionen angeboten wird? Zu 1.: Was soll den DRM? Einmal virtuell...
Zitat: dennoch: für urheberrechte gilt in fast allen fällen das recht des bestimmerlandes, also das landes des kunden, der kauft. wir deutschen sind an unser urheberrecht gebunden und für uns...
ich hatte dazu gestern eine interessante unterhaltung mit der gema. dein beispiel mit den autos hatten die dort auch genannt. allerdings genau umgedreht. es handelt sich bei musik nämlich gerade nicht um ein...
deine überlegung ist falsch. bei internetkäufen wird nach dem recht des landes in dem der käufer sich befindet gerechnet.
..tja das ist die Frage. Eine Gruppe verteufelt die Tauschbörsen und stellt AllofXXX diesen gleich, die Andere Gruppe vergöttert diese "neuen Methoden". hier mal ein Paar Überlegungen für...