Dialerschutz: Vom Schulbuch in die Abo-Falle

Was tun mit Links in Schulbüchern?

Mit der Erklärung kam auch gleich zutage, wie aktuell Schulbücher wirklich sind. Als das Buch erstellt wurde, sei Rauchen.de noch ein brauchbares Angebot gewesen. "Bei den Nachdrucken wurde eine neuerliche Kontrolle der genauen Website-Inhalte leider versäumt, was bei etwa 300 Nachdrucken pro Jahr allein im Bereich Schulbuch vielleicht verständlich ist", so Öllinger weiter.

Diese Entschuldigung ist allerdings nicht brauchbar: Gerade in Sachen Verweise auf Internet-Inhalte sollten Verlage vorsichtig sein, besonders dann, wenn Schulbücher damit bestückt werden, die in der Regel mehrere Jahre von mehreren Schüler-Jahrgängen benutzt werden. Das grundlegende Verständnis für die Dynamik des Netzes scheint den Buchmachern zu fehlen. Was, wenn sich hinter Rauchen.de plötzlich nicht "bloß" eine Dialer- sondern eine Hardcore-Pornografie-, Gewalt- oder gar eine Nazi-Seite verborgen hätte?

Rauchen.de (neu)
... zum Abzock-Zentrum
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Allerdings stecken die Verlage auch in einem gewissen Fiasko: Auf Links zu verzichten bedeutet, unzeitgemäße Literatur anzubieten. Links in Schulbücher aufzunehmen hingegen beinhaltet das Risiko, dass die Websites nach einigen Jahren nicht mehr die Inhalte haben, die sie bei der Drucklegung aufwiesen. Der Veritas-Verlag zieht daraus seine Konsequenzen und wird künftig wohl besser aufpassen.

Vorsichtigere Link-Auswahl

Das Dilemma der Schulbuch-Verlage jedoch bleibt. Wie können Internet-Dienste angeboten werden, ohne die Schüler in Gefahr zu bringen, auf ein unlauteres oder gar Jugend gefährdendes Angebot zu stoßen? Ein Mittelweg wäre der Verweis auf Seiten, die einer Drittkontrolle und einer gewissen Konstanz unterliegen, zum Beispiel Seiten von Universitäten, Verbänden oder Regierungsstellen. Zum Beispiel hätte das Thema "Rauchen" durch einen Link auf die Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit oder den Wikipedia-Eintrag "Tabakrauchen" abgedeckt werden können.

Die Macher des Buches sind inzwischen einen Schritt in die richtige Richtung gegangen: Der Link wird in der nächsten Ausgabe des Buches entfernt, Lehrer, die mit dem Buch unterrichten, werden vom Verlag darüber informiert, dass es sich bei dem Link um einen Fehler handelt. Eltern, die sich jetzt um Schulbuch-bedingte Gefahren für das geistige und finanzielle Wohl ihres Nachwuchses sorgen, sei ans Herz gelegt, Schulbuch-Links selbst zu prüfen, bevor der Sprößling sich mit der Website befassen darf.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 9 Beiträge

Was soll den der letzte Satz? Ein Porno oder eine Naziseite hätte dem Schüler keinen nennenswerten Schaden zugefügt, er hätte halt nur etwas gesehen, was er nach Meinung der meisten Erwachsenen nicht hätte sehen...

Tja. Trotzdem ist es unangenehm, wenn die Story in einem Schulbuch steht. Das ist ja der News-Wert an der Meldung ;-)

Woher die Aufregung? Das ist doch ist doch uralt. Die Seite Rauchen.de wurde vor 2 Jahren verkauft. Nach dem Verkauf wurde erst das obligatorische Dialerprogramm verwendet. Verkäufer war ein...

Stimmt. Allerdings macht die ganze Geschichte doch ordentlich Ärger für alle Beteiligten. Zumal viele Eltern ob des Pressdrucks der Abo-Firmen gerne erst zahlen und dann nachdenken...

Wenn der Schüler tatsächlich 13 Jahre ist, braucht er NICHT zu zahlen. da der Vertrag wegen mangelder rechtsfähigkeit ungültig ist, im Gegenteil könnten seine Eltern eine Unterlassungsklage (Abschluß von...

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