Psiphon: Hackertool gegen Internet-Zensur
Kampf David gegen Goliath
So hat sich China erst vor kurzem die Freiheit genommen, trotz seiner massiv wachsenden Blogger-Szene das Blogger-Netzwerk Technorati zu blocken. Gestoppt wird jede Seite, die den Begriff "Technorati" führt, zahlreiche Blogs und die Hauptseite Technorati.com sind nicht aus China erreichbar. Für die Chinesen existiert der Dienst schlicht und ergreifend nicht. Ein Beispiel von Zensur, wie es auch mit anderen Begriffen und Inhalten vorkommt. So werden in China auch Websites von Menschenrechtlern, in China ungern gesehenen politischen Vereinigungen und Porno-Anbietern gnadenlos gefiltert.
Psiphon soll all diese Filter umgehen. Allerdings leidet das Proxy-Netzwerk an zwei massiven Problemen: Zum einen dürfte es Schwierigkeiten geben, die Software in den betreffenden Ländern zu verbreiten, weil die Regierungen sich ebenfalls der Sprengkraft von Psiphon bewusst sein dürften und das Programm deshalb filtern werden. Zum anderen dürften aktive Proxys in kürzester Zeit entdeckt und abgeschaltet werden. Es ist ein Kampf David gegen Goliath, ohne Frage. Und es ist kaum anzunehmen, dass sich Goliath so einfach wie in der Bibel umwerfen lässt.
Doch die Psiphon-Macher haben bereits vorausgedacht: So läuft der verschlüsselte Datenverkehr des Netzwerks über ein international anerkanntes, verschlüsseltes Netzwerk für Finanztransaktionen. Im Finanzrauschen dürfte es den Zensoren schwer fallen, die Daten zielsicher zu filtern. Auch das Funktionsprinzip von Psiphon ist effizient: Um an die ungefilterten Daten heranzukommen, muss sich ein Psiphon-Nutzer in China nur mit einem Psiphon-Nutzer in einem westlichen Land verbinden.
Der Chinese weiß nicht, dass er zensiert wird
Bleibt die Frage, wie sich Psiphon verbreiten lässt. Denn selbst moderne Chinesen wissen oft nicht, dass sie Informationskontrollen unterworfen sind. Und selbst wenn: Viele, die es wissen, würden ihren Hals nicht riskieren. Das zumindest meinen laut Toronto Star Xiao Qiang, ein alteingesessener Menschenrechts-Aktivist und Vorsitzender des China Internet Projekts an der Universität von Berkeley, und Michael Geist, Internet-Rechtsexperte an der Universität von Ottawa.
Psiphon könnte ein sinnvolles Projekt sein, um Informationen nach China und in andere zensierte Länder einzuschleusen, sofern es sich dort verbreitet. Allerdings ist es keineswegs die endgültige Lösung. Die Regierungen werden weiterhin versuchen, ihren Bürgern einen Schritt voraus zu sein. Die Zensur ist im 21. Jahrhundert die wohl einfachste als auch effizienteste Methode, um Menschen Informationen vorzuenthalten und sie damit ruhig zu halten. Es ist kaum anzunehmen, dass sich China in diesem Punkt die Butter vom Brot nehmen lässt.

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Aber auch verständlich... denn solange man sich auf der richtigen Seite des Gesetzes bewegt, wird wohl auch selbst in China niemand verfolgt :-) das ist quatsch! Selbst wiki geht nicht immer und das...
Der Vollständigkeit halber sollte das bestehende TOR-Netzwerk (http://tor.eff.org/) genannt werden: Tor ist ein anonymisierendes Netzwerk für TCP-Verbindungen. Es anonymisiert Web-Browsing,...
Zitat: Das Problem daran ist meines Erachtens aber die Geschwindigkeit. Die wenigesten wollen ihre DSL-Geschwindigkeit nicht auf fast isdn drosseln, nur um anonym zu sein. Ich...
Für mich klingt das auch nach dem bestehenden Tor-Privoxy "Netz". Das Problem daran ist meines Erachtens aber die Geschwindigkeit. Die wenigesten wollen ihre DSL-Geschwindigkeit nicht auf fast isdn...
Zitat: Das HTTP-Browsen über I2P sollte auch in China möglich sein ohne Zensur ! Der Haken bei der Sache ist und bleibt, dass die wenigsten Chinesen sich das Tool besorgen...