Profi-Filesharer im netzwelt-Gespräch
Filesharing-Report: "Alle meine Filme gucken? Wie soll das denn bitte gehen?"
Saugen, saugen, saugen, das ist die Parole der Profi-Sauger und -Filesharer. Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr läuft der Filesharing-Client und füllt die Festplatte mit Daten. Egal ob Musik, Linux-Distributionen, Filme oder Computerspiele, es ist kaum möglich, diese Datenberge zu sichten. Stattdessen sammeln sich spindelweise DVDs und CDs in Schubladen und Regalen, ungenutzt weggebrannt. Der Filesharing-Gedanke wird pervertiert - was geht in diesen Filesharing-Flodders vor? Die netzwelt fragte einige Profi-Sauger.

Inhaltsverzeichnis
- 1Kaum Chancen, alles anzuschauen
- 2Die gepflegte Unübersichtlichkeit
- 3Raubkopieren trifft die Falschen
- 4Raubkopierer sind auch gute Kunden
- 5Profi-Sauger - Die Robin-Hoods im Medien-Wald?
- 6Die Guten kaufen, die Schlechten saugen
- 7Wir hören auf!
- 8* Namen von der Redaktion geändert
Der Mensch ist Jäger oder Sammler. Das trifft auch für Tauschbörsen-Nutzer zu. Es gibt Jäger, die, die ein ganz bestimmtes, vergriffenes Lied aus Tauschbörsen laden, um sich daran zu erfreuen. Und es gibt die Sammler, die Tag für Tag die Filesharing-Netze auf ihrem Rechner spiegeln. Dabei ist es kaum möglich, die Daten auch zu sichten: Ein Musikalbum dauert eine Stunde, ein Film zwei und eine komplette Staffel einer Serie sogar gleich zehn oder mehr Stunden. Von Computerspielen, die mehrere Tage in Anspruch nehmen, ganz zu schweigen.
Kaum Chancen, alles anzuschauen
Kaum eine Chance, eine typische Filesharing-Sammlung mit mehreren Serien, Filmen und gigabyteweise Musik durchzusehen. Von Genuss kann keine Rede mehr sein. Keine Zeit, die Sachen zu schauen, zu hören, zu spielen, doch das ist ohnehin egal, es geht nicht mehr um den Gewinn an Lebensqualität, sondern um das bloße Gefühl, es zu besitzen. Möglicherweise auch, um als wandelnde Medien-Bibliothek jederzeit seine Freunde, Mitschüler, Kommilitonen und Arbeitskollegen mit einem Vorab-Rip des neuesten Blockbusters zu versorgen.
"Alle meine Filme gucken? Hölle nein, wie soll das denn bitte gehen? So viel Zeit habe ich doch gar nicht..." O-Ton von Simon*, einem Profi-Sauger aus dem netzwelt-Forum. Mehr als ein halbes Terabyte an illegal kopierten Daten hat der Sharer nach eigener Schätzung in seiner Wohnung allein auf CD und DVD, sauber aufbewahrt in Umzugskartons. Sichtungschancen? Gegen Null. Und auch in Sachen Übersichtlichkeit dürfte die Spindel-Sammlung mit "rund 500 DVDs und CDs" jeden Rahmen sprengen. Hinzu kommen die Daten auf der Festplatte.
Die gepflegte Unübersichtlichkeit
Auch musiktechnisch regiert die Unübersichtlichkeit: Während sich mancher CD-Sammler schon mit Erreichen seiner fünfzigsten Audio-CD eine Software zur Medienverwaltung sucht, arbeiten viele Filesharer noch mit bibliothekfreien Software-Playern wie Winamp. "Ich habe zurzeit etwa 125 Gigabyte an MP3s auf einer eigenen Musik-Platte", erklärt Daten-Chaot Simon. "Die Lieder sind alle in 128 KBit/s." Insgesamt macht das rund 36.000 Musiktitel, eine kaum hör-, geschweige denn überschaubare Masse von Songs, sortiert in drei Ordner "Soundtrack", "Künstler" und "Sonstiges". Der Horror eines jeden Plattenbosses, ohne Frage.
Simon: "Davon habe ich aber, ob du es glaubst oder nicht, mindestens 16.000 Titel noch nicht ein einziges Mal gehört." Nicht einmal angeklickt. Die MP3s liegen, werden bestenfalls angespielt und übersprungen. Kein schöner Gedanke für all die seriösen Künstler jenseits von Tokio Hotel und Banaroo, die Musik vielleicht noch mit einer Message versehen und sich beim Schreiben der Songs wirklich Mühe gegeben haben. In deren Alben Herzblut steckt, das bei diesem lieblosen Umgang mit Musik jedem Musikfan in den Adern gefriert.
Links zum Thema
- netzwelt-Forum
- Was in Tauschbörsen getauscht wird
- Port Forwarding: Welcher Port für welches Filesharing-Tool?
- eDonkey-SuperGAU: 5 Millionen Filesharer enttarnt

Ich weiß ich bin spät aber ich habs erst jetzt entdeckt, also: Aus meiner Erfahrung sind die meisten "Hardcore-Sauger" nur Büchereien die eben ausliefern was geht ohne zurückzufordern. Manche aus...
sry, aber der artikel ist ja sowas von realitätsfremd! das ist ja wohl pure hetze, auch wenn das nicht so direkt ausgesprochen wird. klingt so als hätte netzwelt einiges an geld dafür gekriegt....
zitat: " Dann beweisen sie mal das sie den unterschied bei einer gut encodierten (lame, ogg vorbis, ...) datei hören Herr Rentrop. ABX logs bitte. Ergebnisse von einem recht aktulen...
Naja mehr infos zu deinem ABX test währen wünschenswert (verwendete version, trackname, einstellungen). probier mal "-V 6 --vbr-new" mit 3.97b2 aus sollte recht transparente ergebniss liefern. ...
Zitat: Genau. Es muss in der Musik so richtig knacken, knistern und rauschen, und am Ende jeder Plattenseite brauche ich einen Schlag auf die Ohren, dass es die Boxen zerlegt ;) Nur...