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10.05.2006
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Profi-Filesharer im netzwelt-Gespräch

Filesharing-Report: "Alle meine Filme gucken? Wie soll das denn bitte gehen?"

Christian Rentrop

Saugen, saugen, saugen, das ist die Parole der Profi-Sauger und -Filesharer. Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr läuft der Filesharing-Client und füllt die Festplatte mit Daten. Egal ob Musik, Linux-Distributionen, Filme oder Computerspiele, es ist kaum möglich, diese Datenberge zu sichten. Stattdessen sammeln sich spindelweise DVDs und CDs in Schubladen und Regalen, ungenutzt weggebrannt. Der Filesharing-Gedanke wird pervertiert - was geht in diesen Filesharing-Flodders vor? Die netzwelt fragte einige Profi-Sauger.

Der Mensch ist Jäger oder Sammler. Das trifft auch für Tauschbörsen-Nutzer zu. Es gibt Jäger, die, die ein ganz bestimmtes, vergriffenes Lied aus Tauschbörsen laden, um sich daran zu erfreuen. Und es gibt die Sammler, die Tag für Tag die Filesharing-Netze auf ihrem Rechner spiegeln. Dabei ist es kaum möglich, die Daten auch zu sichten: Ein Musikalbum dauert eine Stunde, ein Film zwei und eine komplette Staffel einer Serie sogar gleich zehn oder mehr Stunden. Von Computerspielen, die mehrere Tage in Anspruch nehmen, ganz zu schweigen.

Kaum Chancen, alles anzuschauen

Kaum eine Chance, eine typische Filesharing-Sammlung mit mehreren Serien, Filmen und gigabyteweise Musik durchzusehen. Von Genuss kann keine Rede mehr sein. Keine Zeit, die Sachen zu schauen, zu hören, zu spielen, doch das ist ohnehin egal, es geht nicht mehr um den Gewinn an Lebensqualität, sondern um das bloße Gefühl, es zu besitzen. Möglicherweise auch, um als wandelnde Medien-Bibliothek jederzeit seine Freunde, Mitschüler, Kommilitonen und Arbeitskollegen mit einem Vorab-Rip des neuesten Blockbusters zu versorgen.

CD-/DVD-Sammlung

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Typische Filesharer-Sammlung: Nur ein Bruchteil von Simons Datenträgern

"Alle meine Filme gucken? Hölle nein, wie soll das denn bitte gehen? So viel Zeit habe ich doch gar nicht..." O-Ton von Simon*, einem Profi-Sauger aus dem netzwelt-Forum. Mehr als ein halbes Terabyte an illegal kopierten Daten hat der Sharer nach eigener Schätzung in seiner Wohnung allein auf CD und DVD, sauber aufbewahrt in Umzugskartons. Sichtungschancen? Gegen Null. Und auch in Sachen Übersichtlichkeit dürfte die Spindel-Sammlung mit "rund 500 DVDs und CDs" jeden Rahmen sprengen. Hinzu kommen die Daten auf der Festplatte.

Die gepflegte Unübersichtlichkeit

Auch musiktechnisch regiert die Unübersichtlichkeit: Während sich mancher CD-Sammler schon mit Erreichen seiner fünfzigsten Audio-CD eine Software zur Medienverwaltung sucht, arbeiten viele Filesharer noch mit bibliothekfreien Software-Playern wie Winamp. "Ich habe zurzeit etwa 125 Gigabyte an MP3s auf einer eigenen Musik-Platte", erklärt Daten-Chaot Simon. "Die Lieder sind alle in 128 KBit/s." Insgesamt macht das rund 36.000 Musiktitel, eine kaum hör-, geschweige denn überschaubare Masse von Songs, sortiert in drei Ordner "Soundtrack", "Künstler" und "Sonstiges". Der Horror eines jeden Plattenbosses, ohne Frage.

Simon: "Davon habe ich aber, ob du es glaubst oder nicht, mindestens 16.000 Titel noch nicht ein einziges Mal gehört." Nicht einmal angeklickt. Die MP3s liegen, werden bestenfalls angespielt und übersprungen. Kein schöner Gedanke für all die seriösen Künstler jenseits von Tokio Hotel und Banaroo, die Musik vielleicht noch mit einer Message versehen und sich beim Schreiben der Songs wirklich Mühe gegeben haben. In deren Alben Herzblut steckt, das bei diesem lieblosen Umgang mit Musik jedem Musikfan in den Adern gefriert.


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Anonym, am 11.05.2006 14:35

500 DVD und CD ??

LOL nein wie niedlich....


Anonym, am 11.05.2006 17:28

"Qualitätsbedenken gibt es hingegen selten, 128 Kbps scheinen den befragten Sharern bei Weitem zu reichen - eine Qualitätsstufe bei MP3, die Musikfreunden klanglich die Zehennägel verbiegt, so hörbar sind die Kompressionsrelikte."

Dann beweisen sie mal das sie den unterschied bei einer gut encodierten (lame, ogg vorbis, ...) datei hören Herr Rentrop. ABX logs bitte.

Ergebnisse von einem recht aktulen Hörtests:
http://www.maresweb.de/listening-tests/mf-128-1/results.htm

und nein mich interesiert es nicht wie leicht ihr den unterschied zwischen lossy und orginal hört (oder "spürt") macht einen ABX test dann merkt ihr das der (höhrbahre) unterschied meistens auf einbieldung basiert...


hobbyesel, am 11.05.2006 21:32

ganze 26 GB traffic, boah der war gut. Hat Simon isdn?

Hast ja wohl anscheinend doch keine wirklichen hardcore filesharer gefunden @ Tweek. :)


Mucho, am 11.05.2006 22:03

Lädst du jeden Monat 26GB Musik? Ging ja nicht um den Gesamt-traffic


Anonym, am 11.05.2006 22:48

geht jetzt diese diskussion wieder los ...

und ich würde darum wetten das ich den unterschied zwischen einer 128kbps mp3 datei und einer .wav hören würde ... was da an dynamik flöten geht ... aber gerade aufgrund des maßig verbreiteten formats mp3 hört der ottonormal verbraucher keinen unterschied mehr ...

ich bin musikproduzent und mp3 war rein qualitätstechnisch der größte rückschricht in der technik den die menschheit je gemacht hat ... naja ... wenns nach mir gehen würde , würd ich sogar die cd verbannen ... es geht nix über die gute alte vinyl ... das ist sound, den kann man förmlich fühlen nicht nur hören ...


Anonym, am 12.05.2006 07:39

Ja dann beweis es mal (dir und dem rest der welt). So schwer ist ein ABX test auch nicht zu machen foobar2000 runterladen. Instalieren. Beide in die playlist schieben, markieren. Utils->ABX two tracks...

Das ganze nattürlich mit einer guten mp3 (wie die in meinem ersten post (nein nicht die von shine) oder selber machen mit einen von den lame einstellungen:
http://www.hydrogenaudio.org/forums/index.php?showtopic=28124

Dann mal los freu mich schon auf die ergebnisse.
Gruß


Anonym, am 12.05.2006 09:44

Genau. Es muss in der Musik so richtig knacken, knistern und rauschen, und am Ende jeder Plattenseite brauche ich einen Schlag auf die Ohren, dass es die Boxen zerlegt ;)


Grunzer, am 12.05.2006 13:12

Das kommt dabei raus, wenn alle immer alles wollen.
OK... ich muß das erklären :-) So meine ich es:

Die eine Seite will Musik hören und deshalb soviel wie irgend möglich herunter laden. Auch wenn es dann bei manchen irgendwie ausufert.
Die andere Seite will Geld machen und davon so viel wie nur irgend möglich. Kann es sein, daß ~50Mio€ auf einem privaten Konto nicht doch ausreichen sollten?

Solange die noch mit irgendwelchen "Künstlern" solche Verträge aushandeln, wundert es mich nicht, daß die so hinter jedem Cent herrennen:

Zitat:


Weltweit Schlagzeilen machte Williams′ Exklusiv-Plattenvertrag mit EMI, für den er gerüchteweise die Rekordsumme von 127 Mio. Euro erhielt.

Der Satz stammt aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Robbie_Williams

Gut evtl ist das etwas hoch gegriffen, aber selbst Verträge, die nur ein 10tel so hoch sind, sind einfach zu hoch gegriffen. Und was die Plattenfirmen trotzdem noch einschieben möchte ich gar nicht wissen!

Es wäre so schön, wenn ich meine tägliche Arbeit nur einmal machen könnte und dafür ein Jahresgehalt bekommen würde.

In der Hoffnung ein paar Leute zum denke angeregt zu haben
Grüße Grunzer


Anonym, am 12.05.2006 13:22

no comment ... die technik der plattenspieler ist auch nicht stehengeblieben, der rauscht und knackst nichts oder hörst du in discotheken oder clubs etwas rauschen und knacken ??

der werteverfall von musik ist enorm seit es cds gibt ... da hat man doch nichts mehr in der hand ... ich brauch musik zum anfassen ...


Anonym, am 12.05.2006 13:52

... Wer keinen unterschied zwischen einer 128 kbps Lame MP3 zu einer .wav heraushört hat entweder etwas an den Ohren oder einfach ne schlechte Abhöre oder hat in seinem Leben einfach schon viel zu viel minderwertige Musik gehört !

hier mein Ergebnis: http://www.hs-karlsruhe.de/~geen0011/ABX.txt


hobbyesel, am 12.05.2006 14:01

Zitat:

Lädst du jeden Monat 26GB Musik? Ging ja nicht um den Gesamt-traffic

Sag mal, was willst du mit diesen unterstellungen erreichen?
Habe ich mich irgendwo irgendwann als einen "profi-filesharer" bezeichnet? Nein!!
Ja gut, zudem habe ich mich wohl verlesen, für den reinen musik-traffic sind 26GB doch recht viel, mit mir brauchst sich der anonyme Simon nicht zu vergleichen, ich lade keine musik runter... ob du es nun wahr haben willst oder nicht.
Habe mich nämlich verlesen, dachte es ist wirklich ein hardcore sauger mit 26 GB traffic im monat.

btw. ich weiss nicht, welches p2p netz der gute Simon nutzt, aber im esel und BT sind fast alle alben in 192 kbps ..


Mucho, am 12.05.2006 15:50

Wieso so gereizt? Und wie kommst du darauf aus einem Satz gleich eine Unterstellung rauszulesen?
Wie dem auch sei, ich lade auch keine Musik. Hab nur 2 CDs von Freunden mit MP3s. Aber da ich ein ziemlich gutes Soundsystem habe, muss ich schon sagen dass der Unterschied zwischen dem Original und einer MP3 enorm ist. Vor allem die Bässe sind so schwammig, dass es weh tut. Aber wenn man keine leistungsstarke Anlage hat sondern ein billiges Boxensystem ist das völlig egal. Niemand kann mir sagen, dass man den Unterschied bei Zimmerlautstärke und ner Aldi-Stereoanlage raushört.

Zitat:

Wer keinen unterschied zwischen einer 128 kbps Lame MP3 zu einer .wav heraushört hat entweder etwas an den Ohren oder einfach ne schlechte Abhöre oder hat in seinem Leben einfach schon viel zu viel minderwertige Musik gehört !

Ich muss durch den Monsun. Hinter die Welt. Ans Ende der Zeit, bis kein Regen mehr fällt... mehr brauch man dazu nicht zu sagen. :winker:
Achja, die guten alten Schallplatten sind es aber echt wert, dass man ihnen nachtrauert. Ein Kollege von mir hat sich so ein neuartigen Spieler geholt und der Klang ist 1A.


AgentCooper, am 12.05.2006 17:00

Zitat:

Genau. Es muss in der Musik so richtig knacken, knistern und rauschen, und am Ende jeder Plattenseite brauche ich einen Schlag auf die Ohren, dass es die Boxen zerlegt ;)

Nur wenn die Platte nicht sauber ist, dann knackt es. Manchmal finde ich das Knacken sogar sehr atmosphärisch.

Coop


Anonym, am 12.05.2006 19:26

Naja mehr infos zu deinem ABX test währen wünschenswert (verwendete version, trackname, einstellungen).
probier mal "-V 6 --vbr-new" mit 3.97b2 aus sollte recht transparente ergebniss liefern.

3 versuche sind etwas mager...
http://www.hydrogenaudio.org/forums/index.php?showtopic=16295

Ich sage nicht das ~128kbps mp3s optimal sind aber beim normalem hören sollten die unterschiede nicht (oder kaum) auffallen und für viele dürfte der unterschied noch nciht einmal bemerkbahr sein. Ich mag eben nicht wenn mann sagt 128 = scheiße


Anonym, am 25.05.2006 20:48

zitat:
"
Dann beweisen sie mal das sie den unterschied bei einer gut encodierten (lame, ogg vorbis, ...) datei hören Herr Rentrop. ABX logs bitte.

Ergebnisse von einem recht aktulen Hörtests:
http://www.maresweb.de/listening-tests/mf-128-1/results.htm

und nein mich interesiert es nicht wie leicht ihr den unterschied zwischen lossy und orginal hört (oder "spürt") macht einen ABX test dann merkt ihr das der (höhrbahre) unterschied meistens auf einbieldung basiert..."

natürlich ist auf den pc-speakern nicht viel unterschied zu hören, aber auf playern wie dem GUTEN creative zen touch und auf einer vernünftigen anlage durchaus!
daher soltle man schon bei mp3 vernünfitige VBR oder MINDESTENS 192kb/s bevorzugen...


B@ule, am 17.06.2006 16:54

sry, aber der artikel ist ja sowas von realitätsfremd! das ist ja wohl pure hetze, auch wenn das nicht so direkt ausgesprochen wird.

klingt so als hätte netzwelt einiges an geld dafür gekriegt. *kotzt mich an sowas


Anselm, am 22.08.2006 13:40

Ich weiß ich bin spät aber ich habs erst jetzt entdeckt, also:

Aus meiner Erfahrung sind die meisten "Hardcore-Sauger" nur Büchereien die eben ausliefern was geht ohne zurückzufordern. Manche aus Idealistischen Gründen manche auch weil sie sonst nichts anderes hätte um sich in der Schule bei den Klassenkamerade zu profilieren. Unabhängig davon das jeder weiß wie man Musik herunterläd tun sich doch sehr viele schon schwer Filme oder gar Spiele [die ja schwer zu komprimieren sind ne DVD bleibt in der Regel en iso] und das dauert ja soooo lang... Sie selbst sind meiner Erfahrung nach gar nicht so in Musik oder Filme interessiert sondern verbringen wirklich die Tage damit dem letzten Album für die komplette Discographie nachzuhetzen!

Nichtsdestotrotz sehe ich persönlich im Filesharing eine riesige Entwicklung die einen großartigen Kulturaustausch ermöglicht. Wäre ich ohne Sharing auf das Brasilianische Crunk-Genres Carioca Funk aufmerksam geworden? Würde ich ohne Bittorrent heute einen HipHop-Stil auflegen der von unbekannten Künstlern geprägt ist und mit anderen Stilen gekreuzt wird was das Zeug hält... Hätte ich die Möglichkeit gehabt Neo-Tango zu hören? Bei Amazon gabs nichts zum vorhören und mein Plattenladen hatte zu der Zeit auch noch nichts davon!

Ich bin durch Filesharing ein Musikfetischist geworden der zeitweilig 120GB MP3s hatte [nicht lachen aber Menge ist jawohl objektiv oder nicht?] bin aber auch wieder zurückgefahren auf 30GB weil sich mein Geschmack eben spezialisiert hat! Ích hab eben einen Geschmack gefunden der vollkommen unabhängig vom Mainstream ist... Ich habe außerdem 120 Original-Alben gekauft und das in meinem Alter von 16 Jahren ich denke nicht das das gängig ist aber durch die Auseinandersetzung mit der Technik, in Foren und im Gespräch mit vielen anderen habe ich einfach ein gewisses Kulturbewusstsein entwickelt ohne Filesharing wäre ich nie näher an andere fortschritte wie Linux [das ja früher noch als sicherer galt jetzt wirds ja immer öfter niedergemacht..] oder OpenSource gekommen!


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