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Vom mac mini zum HTPC - Apples Media-Center-PC
Den mac mini zum Media-Center umrüsten

von Christian Rentrop Uhr veröffentlicht

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Apples Kleinster ist der ideale Wohnzimmer-PC: Kompakt, funktional und leise nimmt er auch in der kleinsten Nische Platz. Dadurch ist er für den Einsatz als Media-Center prädestiniert. Dank Intel-Technologie laufen sowohl Windows als auch Mac OS X und Linux auf dem Kompaktrechner. Doch eignet er sich als Media-Center?

Apples Kleinster ist der ideale Wohnzimmer-PC: Kompakt, funktional und leise nimmt er auch in der kleinsten Nische Platz. Dadurch ist er für den Einsatz als Media-Center prädestiniert. Dank Intel-Technologie laufen sowohl Windows als auch Mac OS X und Linux auf dem Kompaktrechner. Doch eignet er sich als Media-Center?

Der Inhalt der kleinen Packung ist erst einmal enttäuschend: Ein Stapel Software-DVDs, der mac mini samt Netzteil, eine Apple-Remote-Fernbedienung sowie ein DVI-auf-VGA-Adapter. Kein besonders guter Start ins HTPC-Dasein, mindestens einen DVI-auf-S-Video-Adapter hätte Apple beilegen können. Doch die Herren aus Cupertino sind bekanntlich geizig, der entsprechende Adapter muss für 19 Euro zum ohnehin mit 959 Euro in der Testausstattung nicht wirklich günstigen mac mini hinzugekauft werden. Ohne Weiche blockiert er dann den Monitor-Anschluss, ein paralleler Betrieb mit Fernseher und Monitor ist nicht möglich.

Das Testgerät

Apropos Testausstattung: Der mac mini, der zum Media-Center umfunktioniert werden soll, ist mit einem Core Duo-Prozessor mit 1,66 Gigahertz ausgestattet. Ein Gigabyte RAM und 80 Gigabyte Festplatte sollten für den "normalen" HTPC-Einsatz ausreichen, ein DVD-Brenner mit Dual-Layer-Unterstützung ist ebenfalls an Bord. Der Preis allerdings ist heftig, denn zum mac mini müssen noch Tastatur und Maus angeschafft werden, wenn nicht ohnehin als USB vom Windows-Rechner vorhanden. Apple war jedoch so freundlich, Bluetooth-Maus und -Tastatur beizulegen. Für den Einsatz als Media-Center sind kabellose Komponenten sicherlich keine schlechte Idee, auch wenn der mac mini dadurch noch einmal gut hundert Euro teurer wird.

Mac mini

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Bilder zum kleinen Mac mini, der ganz spartanisch ohne Zubehör daherkommt.

Wer es günstiger mag, sollte zum "Spar-Mini" greifen: Unterstützt von 60 Gigabyte Festplatte, einem DVD-Laufwerk mit CD-Brenner und 512 Megabyte Arbeitsspeicher verrichtet dort ein Core Solo-Prozessor mit 1,5 Gigahertz seinen Dienst. Auch dieser Prozessor ist wesentlich fixer als die G4-Prozessoren im alten mac mini mit PowerPC, allerdings ist der Rechner auch teurer: Der kleinste mac mini G4 kostete "nur" 499 Euro in der Grundausstattung.

Nur mit Service Pack 2

Nach dem Einschalten am kleinen Knopf auf der Rückseite erscheint wie gehabt das Einrichtungs-Menü von Mac OS X. Hier kann der erste Benutzer angelegt, einige Landeseinstellung gemacht und Daten vom alten Mac herübergezogen werden, dann ist Mac OS X betriebsbereit. Für den Media-Center-Betrieb ist zudem eine Installation von Windows XP Media Center Edition mit Boot Camp vonnöten. Wichtig hierbei: Bei der Media-Center-Edition muss es sich um eine Version mit Service Pack 2 handeln, sonst weigert sich Windows zu starten.

Ist Windows installiert, lässt sich der mac mini wie auch der iMac Core Duo oder das Macbook Pro mit Windows starten. Ein komfortables Boot-Menü macht es möglich, das nur dann erscheint, wenn beim Start des Rechners die ALT-Taste gehalten wird. Das Gleiche geht mit Linux, allerdings sind die wenigsten Linux-Media-Center-Distributionen an die Mac-spezifische Hardware angepasst, von Apple wird nur der Windows-Betrieb unterstützt. Deshalb wird Linux an dieser Stelle nur als Option genannt und nicht weiter beschrieben, weil mangels Treiber für das Powermanagement und die Fernbedienung ein komfortabler Betrieb auf dem mac mini zurzeit nicht möglich ist.

Möglichkeit 1: Mac OS X und Apple Front Row

Mac OS X bringt von Haus aus eine eigene Media-Center-Funktion mit: Apples "Front Row" ist jedoch recht einfach gehalten. So werden keine speziellen Funktionen wie DVB-T-Adapter oder Radio-Empfang unterstützt. Mit Front Row lassen sich Bilder anschauen, Musik hören, DVDs abspielen und Filme von der Festplatte abspielen.

Dank Integration mit der iLife-Suite, Apples Multimedia-Paket, das auch dem mac mini beiliegt, ist zumindest abspieltechnisch einiges machbar: DVDs, Podcasts, Videos in jeder von Quicktime unterstützten Codierung, Video-Podcasts, Bildergalerien, Diashows, MP3, AAC, Lossless, alles kein Problem, solange auf Videorekorder- oder Radio-Funktionen verzichtet werden kann. Denn externe Programme wie die Fernseh-Software "Eye TV" von ElGato werden nicht unterstützt.

Apple Front Row in Aktion (Quelle: Apple.com)

... sitzen Sie in der ersten Reihe

Front Row lässt sich komfortabel mit der Apple Remote-Fernbedienung aufrufen und bedienen, alternativ kann die Software auch mit der Tastatur gesteuert werden. Wie bereits gesagt: Die Funktionen sind marginal, verglichen mit der Leistungsfähigkeit anderer Media-Center-Lösungen. Dafür ist Front Row aber extrem einfach zu bedienen und dank großer Symbole und Schrift auch für kleinste Fernseher geeignet. Vorteilhaft ist auch, dass die iLife-Programme und Quicktime auf den Intel-Prozessoren kaum Leistung kosten. Selbst DivX-Videos und Video-Podcasts jagen die Prozessorlast nicht unnötig in die Höhe, was der Benutzer daran merkt, dass der mac mini eigentlich nie lüftet. Es sei denn, er steht in einer Ecke, wo die Hitze nicht abfließen kann.

Dennoch: Front Row ist noch keine komplette Media-Center-Lösung. Es wird gemunkelt, dass Apple diese in der nächsten Version stark erweitern wird, bis dahin bleibt jedoch nur der Einsatz einer alternativen Software, wahlweise Windows XP oder den Programmen "Center Stage" oder "Media Central".

Möglichkeit 2: Mac OS X mit Media Central

Media Central ist die Front Row-Alternative des Software-Herstellers Equinux. Vom Prinzip her ist Media Central mit Front Row identisch, verfügt jedoch über einige zusätzliche Funktionen. So können bei installiertem Real- und Windows Media-Player Web-TV-Funktionen genutzt werden. Einige Fernsehsender streamen ihr Programm bereits ins Netz, zurzeit lassen sich einige öffentlich-rechliche Spartensender sowie NTV und diverse internationale Sender empfangen. Sonderlich komfortabel ist die Funktion jedoch nicht. Media Central lässt zudem die Unterstützung von Apples Trailer-Website vermissen.

Media Central in Aktion (Quelle: Equinux.com)

Nutzer von DVB-T-Adaptern und Eye TV sind mit Media Central genauso aufgeschmissen wie mit Front Row: Die Unterstützung von Media Central beschränkt sich darauf, dass sich das Aufnahme-Archiv von Eye TV durchschauen lässt - eine Funktion, die Front Row zwar nicht besitzt, ein Media Center macht Media Central trotzdem noch lange nicht aus dem mac mini, was sehr schade ist. Obendrein sieht das Tool bei weitem nicht so gut aus wie Front Row. Media Central ist vergleichsweise anspruchsvoll an die Hardware und langsam. Dafür unterstützt auch diese Software die Apple-Remote-Fernbedienung.

Möglichkeit 3: Mac OS X mit Centerstage

"Centerstage" ist ein Open-Source-Projekt, um aus Apple-Rechnern vollständige Media-Center zu machen. Die Liste der geplanten Funktionen ist imposant: Center Stage soll genau wie Front Row und Media Central nahtlos mit iTunes, iPhoto und Quicktime zusammenarbeiten. Außerdem möchte man Fernseh-Funktionen vollständig integrieren, sodass auch Aufnahmen mit dem Media Center möglich sind. Die Podcast-Funktionen via iTunes sind natürlich obsolet und auch Web-TV soll möglich sein.

Man möchte ein Media-Center schaffen, das wirklich mit jeder nur denkbaren Mac-Funktion zurecht kommt. Neben Centerstage liegt noch das Tool "Backstage" bei, das es erlaubt, die Medien auf der Festplatte sinnvoll zu katalogisieren. Centerstage und Backstage arbeiten nahtlos miteinander zusammen. Leider liegt die Software erst in einer frühen Version vor, weshalb sie alles andere als stabil läuft. Im Test stürzte sie mehrfach ab und blockierte den ganzen Mac, sodass das Programm nur noch mit Hilfe des Klammergriffs beenden ließ.

Centerstage in Aktion (Quelle: Softpedia.com)

Absturzfreudiger Bühnenplatz

Ein weiteres Manko von Centerstage ist zurzeit die fehlende Unterstützung der Apple Remote. Die kleine Fernbedienung liegt inzwischen allen neuen Macs bei und dürfte sich bald als Standard zur Mac-Fernsteuerung durchsetzen. Es ist zu erwarten, dass auch Centerstage irgendwann zu dieser Fernbedienung greift, im Moment sind jedoch nur Drittanbieter-Fernbedienungen möglich.

Zudem ist die Alpha-Version recht schlecht programmiert. Von den Media-Center-Lösungen für Mac OS X ist Centerstage sicherlich der hoffnungsvollste Kandidat, wenn auch der Hardware-intensivste. Auf dem mac mini war die Software kaum nutzbar, der Gegencheck auf einem iMac Core Duo war ebenfalls ernüchternd. Neben den zahlreichen Abstürzen jagt die Software die Prozessorlast massiv in die Höhe, Dauerlüftung ist also nicht ausgeschlossen.

Lüftergeschichten

Der mac mini ist ein leiser Computer, trotzdem muss auf den Lüfter hingewiesen werden: Durch die kompakte Bauweise muss der Lüfter hin und wieder angeworfen werden, um die heiße Luft aus dem Gehäuse zu kehren. Dabei bleibt der mac mini jedoch weiter sehr leise. Wenn man bei Zimmerlautstärke eine DVD schaut, ist der Lüfter bestenfalls als leises Rauschen im Hintergrund zu vernehmen. Im normalen Betrieb springt der Lüfter dank des sparsamen Core Duo-Prozessors aber auch so gut wie nie an. Im Test an einem sonnigen Mai-Tag mit Zimmer-Temperaturen über 25 Grad meldete sich der Lüfter selbst bei hartem Einsatz mit iTunes und eingeschalteter Visualisierung bei Vollbild nur hin und wieder und war dann auch bestenfalls als leises Rauschen zu vernehmen. Das DVD-Laufwerk ist im Betrieb lauter, bewegt sich jedoch auch im Bereich eines normalen DVD-Players.

Die zurückhaltende Lüftung des mac mini wird unterstützt durch den massiven Gummi-Fuß, den der Rechner hat. Dadurch werden Vibrationen von Lüfter und DVD-Laufwerk kaum an Schreibtisch oder Fernsehregal weitergegeben. Andere Media-Center-PCs haben den Nachteil, dass selbst leise Lüfter dank Plastikfüßen ein sonores Brummen in Holz- und Metallunterlagen erzeugen, die das Geräusch massiv verstärken. Nicht so beim mac mini, die Vibrationen werden effizient vom Gummi gedämpft und fallen dadurch nicht besonders störend auf.

Lüfte mich!

Allerdings gibt es einen Haken: Unter Windows springt der Lüfter wesentlich häufiger an als unter Mac OS X. Warum das so ist, kann nur vermutet werden, liefert Apple die passenden Treiber doch direkt mit, wenn Boot Camp eingerichtet wird. Entweder ist Windows Hardware-intensiver als Mac OS X, was eher unwahrscheinlich ist. Oder unter Windows funktioniert der Treiber für die Lüfter-Steuerung nicht vernünftig. Ist das der Fall, sollte Apple dringend nachbessern, denn das enge mac mini-Gehäuse lässt nicht viel Platz für einen gepflegten Wärmestau. Komponenten könnten Schaden nehmen. Zumal auch im Betrieb mit Lüftung die Unterseite des Rechners unangenehm warm wird.

Möglichkeit 4: Windows XP Media Center Edition

Dank des Tools Boot Camp lässt sich bekanntlich Windows XP auf dem mac mini installieren. Ein Windows XP mit Service Pack 2 ist Voraussetzung, weniger, weil Windows SP1 nicht laufen würde, als vielmehr, weil die Treiber von Apple nur Windows XP mit installiertem Service Pack 2 funktionieren. Das gilt sowohl für ein "normales" Windows XP Home oder Professional als auch für Windows XP Media Center Edition.

Nach der Installation von Windows XP Media Center Edition funktioniert MCE wie ein "normales" Windows auf dem mac mini, nur eben mit Media-Center-Erweiterungen. Hier allerdings ist der Nutzwert gering: Unter Windows funktionieren zurzeit weder Apples Bluetooth-Tastatur und -Maus noch die Apple-Remote Fernbedienung. Es fehlen einfach die Treiber, wodurch die Nutzung des mac minis mit Windows XP Media Center Edition doch massiv eingeschränkt wird. Eine USB-Tastatur und -Maus oder eine für Windows geeignete Bluetooth-Tastatur löst zumindest das Eingabe-Problem.

Windows XP Media Center Edition (Quelle: Microsoft.com)

Apple Remote nur mit Mac OS X

Die Schwierigkeiten mit der Fernbedienung allerdings löst der Einsatz von Windows-Hardware nicht: Wer nicht darauf verzichten mag, seinen mac mini mit der schicken Apple-Remote-Fernbedienung zu steuern, muss zu Mac OS X greifen. Oder er verzichtet auf die Front-Row-Fernbedienung und besorgt sich die spezielle Hardware von Microsoft, einen USB-Infrarot-Empfänger und die unübersichtliche Fernbedienung für Windows Media Center - die funktioniert wie bei jedem anderen PC.

Apropos Funktion: Media Center Edition unterstützt zahlreiche TV- und Radio-Tuner. Im Test kam ein Terratec Cynergy T2 DVB-T-Adapter für USB zum Einsatz. Sowohl Mac OS X als auch Windows hatten nach Installation der nötigen Software keine Schwierigkeiten, mit dem Gerät zusammenzuarbeiten - Freunde der Dual-Boot-Lösung sollten also auf jeden Fall auf ein Gerät setzen, das mit Mac OS X zusammenarbeitet. Da es sich um Windows-Hardware handelt, die über die Software Eye TV in Mac OS X eingebunden wird, ist ein Betrieb unter Windows problemlos möglich. Allerdings müssen zuvor unter Windows die nötigen Treiber installiert werden. Die gibt es jedoch auf der Website des jeweiligen Herstellers.

Und was ist mit der Mac-Hardware?

Auch in Sachen Radio-Adapter gibt es keine Schwierigkeiten. Während Mac-Anwender bei der Einbindung von Windows-Hardware nicht selten verzweifeln oder auf unfertige Open-Source-Treiber setzen müssen, sind Windows-Nutzer mit Mac-Hardware normalerweise auf der sicheren Seite. Sämtliche Mac-Hersteller bestücken ihre Produkte auch mit Windows-Treibern, weshalb Radio-Adapter wie der Griffin radioSHARK, der wohl einzige Radio-Adapter für Mac OS X, auch problemlos mit Windows betrieben werden können. Natürlich läuft mit Windows MCE auch sämtliche USB-Hardware mit Windows-Treibern, die unter Mac OS X nicht funktioniert.

Möglichkeit 5: Windows XP mit Mediaportal

Mediaportal, das ist die Open-Source-Antwort auf Windows Media Center Edition. Wer ein Windows XP sein Eigen nennt, aber keine Media-Center-Edition kaufen möchte, ist mit Mediaportal gut aufgehoben: Das Programm ergänzt Standard-Windows um Media-Center-Funktionen. Die Einrichtung allerdings ist gerade für Anfänger nicht gerade unproblematisch. Doch wer ist schon Anfänger, wenn er die Einrichtung von Boot Camp ohne Schwierigkeiten hinter sich gebracht hat?

Windows XP läuft mit Service-Pack 2 und installierten Apple-Treibern perfekt auf dem mac mini. Da ist die Einrichtung von Mediaportal keine große Hürde und läuft, einmal installiert, mit einer wirklich sahnigen Hardware-Auslastung von rund 10 Prozent auf dem Core-Duo mac mini. Da auch der Dual-Prozessor ohne Schwierigkeiten von Windows erkannt wird, läuft das System ruhig, wird jedoch ab und zu durchgelüftet. Das Problem tritt, wie bereits erwähnt, sowohl bei Windows XP als auch bei der Media-Center-Edition auf.

Mediacenter

Mediaportal lässt kaum Wünsche offen

Mediaportal ist die wohl umfangreichste und hübscheste Media-Center-Software, die auf dem mac mini ausgeführt werden kann. Sie lässt in Sachen Funktionalität keine Wünsche offen. Spielkinder werden nach der etwas kniffligen Installation mit zahlreichen Funktionen verwöhnt, darunter einem RSS-Reader, Videorekorder, MP3-Player und allen anderen Funktionen, die einen HTPC ausmachen. Die Stabilität soll nach Aussagen verschiedener Nutzer zwar noch verbesserungswürdig sein, im Test konnten jedoch keine Schwierigkeiten festgestellt werden. Die Hardware wurde problemlos erkannt.

Allerdings lassen die Treiber von Apple ein wenig zu wünschen übrig: So gibt der mac mini den Sound sowohl über die externen Boxen als auch über den internenen Speaker aus. Dieser nervige Effekt hängt mit einem schlecht programmierten Chipsatz-Treiber zusammen. Wer keinen Wert auf Garantie legt, kann den mac mini öffnen und das Speaker-Kabel abziehen. Alle anderen müssen mit diesem Bug unter Windows leben, bis Apple neue Treiber nachlegt. Da der interne Speaker jedoch recht leise ist, stört seine Aktivität in der Regel nicht. Wer kurz den Sound ausmachen möchte, sollte einfach pausieren oder die Stumm-Taste auf der Mac-Tastatur nutzen.

Allgemeines zum Mac als Windows-Rechner

Unter Windows gibt es noch die ein oder andere Schwierigkeit mit dem mac mini, obwohl Boot Camp und die mitgelieferten Treiber für eine Beta-Version schon recht ordentlich funktionieren. Abgesehen vom Lüfter- und Treiber-Problem ist Windows mit Abstand die beste Lösung, um aus dem mac mini ein funktionierendes Media Center zu basteln. Die Mac-Lösungen sind allesamt nicht sonderlich brauchbar, entweder, weil sie wie Front Row und Media Central zu wenig Umfang haben oder weil sie wie Centerstage extrem instabil laufen. Hier müssen Apple und die Software-Entwickler für OS X definitiv nachlegen.

Die Windows-Varianten mit Media-Center-Edition oder Mediaportal hingegen laufen einwandfrei und stabil. Sie sind wesentlich umfangreicher und dadurch für den Einsatz als Media-Center prädestiniert. Übrigens: Der mac mini arbeitet problemlos mit HDTV-Auflösungen zusammen: Über den DVI-Anschluss schafft die Grafikkarte an HD-Fernsehern die nötige Auflösung von bis zu 1920 x 1080 Pixeln. Die Wiedergabe von Filmen in High-Definition stellt den Dual-Core-Prozessor vor keine all zu große Hürde, auch wenn die Prozessorlast selbst bei 1920 x 1080 Pixeln Auflösung mit rund 80 Prozent doch recht hoch ist. Achtung: Während HD unter Mac OS X ohne Ruckler dargestellt wird, ist Windows in dieser Hinsicht etwas zögerlicher. HD-Videos in voller Auflösung haben den ein oder anderen Ruckler.

Digitalsound wie bei den Großen

Mit dem mac mini zieht auch der Surround-Sound im Wohnzimmer ein: Die Soundkarte des kleinen Macs unterstützt Dolby Digital über den digitalen Audio-Ausgang, für den richtigen Sound ist also gesorgt. Dieser Vorzug würde sich auch perfekt für Spiele eignen, Computerspiele allerdings sind die Crux des mac mini: Die Chipsatz-Grafik des GMA950-Grafikprozessors bewältigt bestenfalls einfache Strategie-Spiele, mit 3D-Krachern im Stil eines Quake IV hingegen ist das System komplett überfordert. Das allerdings ist der Preis für ein kompaktes und leises System, denn eine dicke Grafikkarte würde zusätzliche Hitze produzieren, mit dem Erfolg, dass der Lüfter im Dauerbetrieb rasseln würde.

Fazit: Der mac mini - ein ebenbürtiger HTPC

Zwar ist der mac mini von seiner Bauart her die ideale Lösung für das Wohnzimmer. Als Anwender muss man sich bewusst sein, dass es sich bei der Installation von Windows auf dem Mac noch um eine Art Bastellösung handelt, die mit unausgereiften Treibern und ohne Unterstützung von Apple daherkommt, trotz Boot Camp. Insofern ist nicht ausgeschlossen, dass der Kleine im Windows-Dauerbetrieb Schaden nimmt. Ob und wie Apple durch den Windows-Einsatz verursachte Hardware-Schäden im Rahmen der Garantie abdeckt, ist bisher nicht weiter geklärt. Insofern geschieht die Nutzung von Boot Camp und Windows auf dem Mac auf eigenes Risiko.

Besser wäre sicherlich der Einsatz von Mac OS X mit einem Media-Center-Tool, allerdings ist hier die Auswahl noch sehr begrenzt. Die Lösungen sind allesamt nicht überzeugend, auch wenn dank des kollektiven Einsatzes von Apples iLife das Media-Center perfekt in die Rechner-Umgebung integriert ist. Egal ob iTunes oder iPhoto: Das Streaming von Filmen, Fotos und Musik stellt kein Problem dar. Auch wenn das den versackten Karren der Mac OS X-Lösungen nicht aus dem Dreck zieht.

Viel Leistung auf kleinstem Raum

Doch es wird bereits gemunkelt, dass Apple in Kürze eine neue Version von Front Row anbieten wird, die das Programm um wichtige HTPC-Funktionen ergänzt. Dieser Schritt dürfte auch vielen Mac-Anwendern gefallen, denn es gibt durchaus Alternativen zum mac mini aus der PC-Welt, die nativ mit Windows laufen. Als Beispiel sei der AOpen Pandora genannt, der hierzulande als Cebop Scope vermarktet wird.

Dennoch: Der mac mini bietet viel Leistung auf kleinstem Raum. Bleibt als Kritikpunkt nur noch der fehlende zweite Ausgang für einen Monitor, die schwächliche Grafikkarte und der hohe Preis von immerhin gut und gerne 1000 Euro in der Testausstattung. Doch auch der direkte Konkurrent Pandora/Scope ist nicht wirklich günstiger und obendrein schlechter ausgestattet. Zumal mit dem mac mini auch das Produkt eines Premium-Herstellers seinen Weg ins Wohnzimmer findet.

Die Hardware des mac minis
Modellbezeichnung:mac mini Core Duo 1,66
Prozessor:Intel Core Duo 1,66 GHz
Systembus:667 MHz
Cache:2 MB L2-Cache
RAM:512 MB (Testgerät: 1 GB)
Festplatte:80 GB Serial ATA, 5200 U/min
Optisches Laufwerk:Superdrive DL 4x (DVD/CD-Brenner)
Grafikkarte:Intel GMA950 Chipset (64 MB Shared Memory)
Bildschirm:individuell
Anschlüsse:4x USB 2.0, 1x FW, Ethernet, Strom, DVI/VGA/Composite, Line-In, Line-Out, optical
Netzwerk:Gigabit Ethernet (10/100/1000 MBit/s), WLAN 54 MBit/s, Bluetooth
Lieferumfang:mac mini, Netzteil, Handbücher, Apple Remote, Software-DVDs
Software:Mac OS X.4.6, iLife 06, Comic Life, Big Bang Board Games, Office-Demo
Preis:UVP 959,- Euro (Testausstattung)
Kommentare zu diesem Artikel

Apples Kleinster ist der ideale Wohnzimmer-PC: Kompakt, funktional und leise nimmt er auch in der kleinsten Nische Platz. Dadurch ist er für den Einsatz als Media-Center prädestiniert. Dank Intel-Technologie laufen sowohl Windows als auch Mac OS X und Linux auf dem Kompaktrechner. Doch eignet er sich als Media-Center?

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  • gerhard renner schrieb Uhr
    AW: News - Vom mac mini zum HTPC - Apples Media-Center-PC

    Ich habe die Surround-Audio-Ausgabe des MacMini 09 auf einen Audionet-Map versucht und nur PCM-Stereo herausbekommen. Der Herr vom Apple-Support hat mir bestätigt, dass es keine Surround-Ausgabe gibt. Hat mich 16 min Lebenszeit und 2,30 € Telefongebühren gekostet.

    Ich würde mich freuen, wenn die Surroundausgabe trotzdem machbar wäre und mir einer einen Tipp gibt wie es denn dann funktionieren soll!

    @Edit by burnout150: Name entfernt
  • martin.rehfeld schrieb Uhr
    AW: News - Vom mac mini zum HTPC - Apples Media-Center-PC

    Der Mini und ein Cinema-Display ergeben wirklich ein sehr nettes Media-Center. Eine kleine "Bastelanleitung": GL Networks Inside Mac Mini Mediacenter in 3.8″ Room Space
  • Tweek schrieb Uhr
    AW: Lüftersteuerung

    Wenn der Lüfter mehr Luft durch das Gerät blasen muss, hat das mit Windows XP zu tun. Um so besser ;-)
  • staldi schrieb Uhr
    Lüftersteuerung

    Die Lüftersteuerungen ist in den Intel-Macs betriebssystemunabhängig. Wenn der Lüfter mehr Luft durch das Gerät blasen muss, hat das mit Windows XP zu tun.

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Vom mac mini zum HTPC - Apples Media-Center-PC
Vom mac mini zum HTPC - Apples Media-Center-PC
Apples Kleinster ist der ideale Wohnzimmer-PC: Kompakt, funktional und leise nimmt er auch in der kleinsten Nische Platz. Dadurch ist er für den Einsatz als Media-Center prädestiniert. Dank Intel-Technologie laufen sowohl Windows als auch Mac OS X und Linux auf dem Kompaktrechner. Doch eignet er sich als Media-Center?
http://www.netzwelt.de/news/74081-mac-mini-htpc-apples-media-center-pc.html
2006-05-09 14:52:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2008/1824/12910.jpg
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