Was mit dem iPod anfing, endete gar fürchterlich
Verkehrte Netzwelt: Was die Welt im iNnersten zusammenhält
Michael Knott
Irgendjemand in irgendeiner Internet-Werbeagentur inhalierte inbrünstig indexierte Inhaltsstoffe. Völlig benommen, trug er anschließend seine wirren iDeen in die ganze Welt hinaus, steckte viele Marketingstrategen an, die es ihm gleich taten. Anders ist der Missbrauch des an und für sich harmlosen h- und j-Nachbarn nicht zu erklären.
"Was die Welt im iNnersten zusammenhält", hieß es schon in Goethes Faust. Der Dichterfürst gilt damit als einer der ersten Verehrer des kleinen i. Es folgten iPod, inklusive iTunes, iAudio, iRiver, ish, ViiV, iLove und iX. Es scheint, als ob sich selbst Produkte mit geringen Verkaufschancen allein durch den i-Zusatz bestens verhökern ließen.
10.120.000.000 Ergebnisse spuckt Google allein für das kleine i aus. Mindestens die Hälfte davon dürften seelenlose Produkte sein, die auf die Kraft des beliebten Buchstabens setzen. Jetzt lässt Nintendo die nächste Bombe platzen.
Die neue Spielkonsole aus dem Mario-Bunker heißt nicht etwa "Revolution", wie anfangs angedacht. Auf den Apple-Effekt hoffend, dachte man sich schnell einen knackigeren Namen aus: Wii. Und auf der Homepage wird unserem Lieblingsbuchstaben dermaßen gehuldigt, dass die eigentliche Konsole fast schon in den Hintergrund rückt. Auf ihn wird geschossen, mit ihm gespielt und gelacht.
Zum Glück geht nicht nur uns der neudeutsche Missbrauch des unschuldigen i auf den Senkel. Treue Nintendo-Fans haben auf wii-fi.org eine Initiative gegründet, mit dem Ziel, die Verantwortlichen bei Nintendo zum Einlenken zu bewegen und dem Kind einen anderen Namen zu geben. Wir sagen Bravo. Auch im Namen vom h und vom j. Denn das sind auch ganz nette Kerle.
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Da kommt mir ne Idee wie sich die Vorratsdatenspeicherung besser vermarkten liesse:
iSpy :D
Aber der oben genannte iRiver ist nach Flashen mit der neuesten Firmaware echt ne Wucht !
GENAU!!!
Es wird nicht nur veruscht mit einem Produkt ein gutes Gefühl zu vermitteln (verknüpfen!), sondern das Gefühl über den Namen (oder zumindest Teile davon (oder der Aufbau)) auf andere Produkte zu übertragen.
Nicht nur, daß man damit dann bald nichts mehr auseinander halten kann, es nervt auch total!
Danke an die Werbefachmänner (und -frauen)
Grüße Grunzer
Das wunderbare "i" soll wohl "Internet" suggerieren, zumindest war's damals beim iMac so. Apple hat das i das für die Consumer-Linie behalten und halt auch für den iPod. Das ist ein ganz, ganz fieses New-Economy-Relikt.
Inzwischen, da das Internet ja in unser aller Leben eingedrungen ist, ist dieses vorgestellte "i" nun wirklich kein innovatives Element mehr. Da könnte man die Dinger auch "bMac" für "Buch-Macintosh" oder "cRiver" für "Cassette-River" nennen. Oder "nPod" – Newspaper-Pod ;-)
Auch wenn's sich in Produktnamen fein anhört, zumindest vorgestellt. Diese Doppel-i-Dinger wie Viiv oder Wii sind irgendwie... komisch, weil nicht aussprechbar ;-)
Gruß,
Christian
Meine Vermutung ist ja das das "i" irgendwie "intelligent" suggerieren soll. Meiner Meinung nach gelingt dies aber auch schon seit ewigen Zeiten nicht mehr, sondern nervt einfach nur. Generell halte ich es für völlig blödsinnig bedeutungsschwangere, an sich schon sinnlose Produktbezeichnungen, durch GrOss+kleInSchreiBungs-efFekte aufpeppen zu wollen. Denn sie wissen nicht was sie tun...
Zitat:
Dann nennt mich ab sofort den iTweek ;-)
Ich habe immer angenommen, dass es einfach "Ich" bedeuten soll, denn die "i"-Produkte von Apple sind ja alle im Heimanwender-Bereich angesiedelt. "Der iPod/iMac/... ist MEIN Gerät und ICH soll mit damit identifizieren können..." so hab ich das jedenfalls verstanden...
"Wii" finde ich übrigens auch ganz bescheuert. Unter Anderem weil die Englischsprachigen das wie "wee" ausprechen, was man auch als "Pinkeln" übersetzen kann.
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