In2movies: Online-Filmhändler im Test
P2P als Sparfaktor
Beim Download der Action-Komödie "Kiss Kiss Bang Bang", die erst kurz zuvor erschienen war, mussten dagegen die in2movies-Server einspringen. Diese Rechner speisen neue Filme in das Netzwerk ein und stützen die Tauschbörse als Peers mit hoher Bandbreite. So sollen hohe Downloadraten auch bei Filmen mit geringer Verbreitung gewährleistet werden. Das funktionierte im Test gut - immer wenn die anderen Nutzer nicht genügend Bandbreite liefern konnten, sprangen die Server ein.
Basis für das in2movies-System ist die von der Bertelsmann-Tochter Arvato entwickelte Plattform GNAB, die eine Kombination von P2P-Netzwerk und konventioneller Downloadarchitektur darstellt. Künftig wollen auch das Musiklabel EMI und Medion digitale Daten über GNAB verkaufen.
Dass P2P-Technik beim Vertrieb digitaler Daten häufiger zum Einsatz kommen könnte, hat vor allem wirtschaftliche Hintergründe: Weil der Großteil des kostspieligen Datenverkehrs zwischen den einzelnen Nutzern abgewickelt wird, sparen die Betreiber bares Geld durch den Einsatz einer Datei-Tauschbörse. "Erst durch den Einsatz eines dezentralen P2P-Netzwerkes rechnet sich der Vertrieb von so großen Datenmengen über das Internet", sagt Kurt Smit, Managing Director bei Arvato.
Weil die in2movies-Software im Prinzip dieselbe Technik nutzt, wie bekannte Filesharing-Clients wie eMule oder Kazaa Lite, müssen sich Nutzer auch mit denselben Problemen herumschlagen: Wer eine Firewall nutzt, sollte zum Beispiel in der Lage sein, den Port 8371, über den die Daten standardmäßig empfangen werden, selber manuell freizuschalten. Der so genannte Konfigurationsassistent, der eigentlich vorhandene Firewalls melden und sogar freischalten können soll, war nicht in der Lage, die Hardware-Firewall in der netzwelt-Redaktion überhaupt zu identifizieren.
Belohnungspunkte für Dateiupload
Wie bei jeder anderen Tauschbörse auch, sind die Kunden außerdem auf den guten Willen anderer Nutzer angewiesen: Nur wenn diese nicht nur Daten herunter-, sondern auch hochladen, funktioniert das P2P-Prinzip wunschgemäß. Um Schwung in den Datentausch zu bringen belohnt in2movies Nutzer, die ihre Filme nach und während des Downloads auch für andere Teilnehmer freigeben.
in2movies
Ist die Software installiert und der Kunde registriert, kann das Stöbern im Onlone-Shop mit derzeit rund 300 Titeln beginnen.
Damit viele Kunden ihre Film auch zum Download freigeben und so die Server entlasten, belohnt in2movies fleißige Uploader mit MoviePoints: Hier gibt es fünf Punkte für sieben Megabyte Upload. Ein MoviePoint ist rund 0,3 Cent wert.
Bevor die Daten aber auf die Festplatte fließen, müssen Kunden aber natürlich zunächst bezahlen - entweder mit MoviePoints oder mit Euro und dem Bezahldienst Firstgate.
Zu jedem Film gibt es noch nähere Informationen: Bei Gefallen kann der Download per Mausklick gestartet werden.
Ist der Film einmal bezahlt, beginnt der Download: Wenn viele Nutzer den Film auf ihrem Rechner freigegeben haben, wird ein Großteil der Daten von anderen in2movies-Kunden heruntergeladen.
Wer bei in2movies Filme kaufen will, muss zunächst den Software-Client installieren. Die 46 Megabyte große Installationsdatei gibt es als kostenlosen Download auf der Website des Unternehmens.
Handelt es sich um einen neuen oder wenig verbreiteten Film, springen Downloadserver von in2movies ein.
Die Berechnung der Upload-Belohnung folgt dabei einem einfachen Prinzip: Bei "Harry Potter und der Feuerkelch" erhalten Nutzer beispielsweise 250 der so genannten MoviePoints, wenn sie die Filmdatei einmal komplett hochladen. Wenn sie nur einen Teil des Filmes an einen anderen Nutzer schicken, bekommen sie den entsprechenden Anteil der Maximalpunktzahl. Diese richtet sich nach der Nachfrage: "Bei Filmen, die oft nachgefragt werden und bei denen eine hohe Verteilung bei den User-Peers angestrebt wird, ist eine höhere Vergütung in MoviePoints vorgesehen", sagt Christof Wesp.
Filmempfehlungen in der MovieBox
MoviePoints erhalten Nutzer auch dann, wenn sie neue Kunden werben oder andere Nutzer einen Download aus der eigenen MovieBox starten. In ihrer MovieBox können Nutzer eine Auswahl der Filme veröffentlichen, die sie gekauft haben. Zusätzlich zu den Filmen können die Nutzer auch noch einige persönliche Angabe veröffentlichen - zum Beispiel Kommentare zu den Streifen auf ihrer Liste.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge
Das ganze läuft also nur mit WINDOWS & dem Windows Player. Weiß eigentlich jemand, ob man unbedingt den Windows Player dabei benutzen kann. Ich mag nämlich andere Player lieber.
Na das ist doch schonmal eine gute nachricht. Immerhin ist das der erste versuch, sowas wie iTunes auf den film-markt zu portieren. Und anscheinend mit (absehbarem) erfolg. Nun lassen wir mal noch ein paar filme...