Welches Medium für welches Backup?
Backup-Strategien: Der ideale Backup-Datenträger
Christian Rentrop
Sichern, sichern, sichern - das ist die oberste Direktive bei jedem Einsatz von Computer-Technologie. Das Backup ist ein entscheidender Schlüssel zur Datensicherheit, doch es gibt Stolpersteine: Datenträger sind unsicher, begrenzt, langsam, teuer oder sterben vor ihrer Zeit einen unehrenhaften Tod. Dieses Tutorial zeigt, welcher Datenträger sich für ein Backup am besten eignet.
Doch nicht nur die tägliche Sicherungskopie ist es, die Computer-Anwender immer wieder vor Probleme stellt, sondern auch das "Wegkopieren" selten genutzter Daten. Digitalbilder, Urlaubsfilme im Rohschnitt, die MP3-Sammlung und andere "liegende" Daten sind es, die Speicherplatz auf der Festplatte belegen, ohne genutzt zu werden. Zu schade zum Löschen, zu selten genutzt, um nicht lästig zu sein - diese Daten verschwinden nicht selten auf CD oder DVD in einer Schublade, um dort für Jahre eingelagert zu werden.
- Der Veteran: Die 3,5-Zoll-Diskette
- Optischer Datensammler: CD- und DVD-ROM
- Die DVD: Der CD-Nachfolger
- Die Festplatte: Aktiv, schnell und anfällig
- Flash-Speicher: Teure Karten
- Zip, Superdisk, JAZ und Rev: Die bessere Diskette?
- Das Rev-Laufwerk: 90 Gigabyte auf einer Disk
- Magneto-optische Laufwerke: Selten und teuer
- Streamer: Die Sache mit dem Magnetband
- Netzwerk: Datensicherung in fremden Händen
- Vor- und Nachteile der Netzwerk-Sicherung
- Fazit
Große oder kleine Backups?
Anders als das tägliche Backup müssen solche Datenträger besonders haltbar sein. Denn nichts ist ärgerlicher, als nach Jahren wieder einen alten Urlaubs-Film aufbereiten zu wollen, nur um zu merken, dass sich die Beschichtung der DVD und damit der Film in Luft aufgelöst hat. Die Daten sind futsch, was bei billigen Rohlingen schon nach wenigen Jahren der Fall sein kann. Meist sind diese Daten zwar noch professionell zu retten, doch wer möchte schon Hunderte von Euro für Oma Margot im Badeanzug ausgeben?
Und es gibt noch ein zweites Problem: Wer sich schon länger mit Computern befasst, dürfte wissen, dass Datenträger nur eine begrenzte "Haltbarkeit" in Sachen Bauzeit haben. Wie jedes technische Produkt werden Datenträger nicht ewig gebaut, ihre Laufwerke werden sogar noch eher eingestampft. Wer das nicht glauben mag, sollte sich einmal auf die Suche nach einem funktionsfähigen Disketten-Laufwerk für einen Amstrad CPC begeben - höchstens eBay bietet noch einige gebrauchte Veteranen.
Das Problem: Die Datenträger-Halbwertszeit
Die Datenträger-Nutzungszeit stellt nicht nur Privatnutzer vor gigantische Probleme, auch Archive und Bibliotheken haben Schwierigkeiten, all die elektronisch abgelegten Daten verfügbar zu machen, wenn das vor 20 Jahren vielleicht als "Zukunftstechnologie" verkaufte Drei-Zoll-Diskettenlaufwerk den Dienst einstellt. Genau vor diesem Problem gilt es sich also auch zu schützen. Deshalb wird am Ende dieses Tutorials auch angegeben, seit wann sich der Datenträger auf dem Markt befindet.
Der Veteran: Die 3,5-Zoll-Diskette
Die 3,5-Zoll-Diskette ist der VW-Käfer unter den Datenträgern. Seit mehr als 20 Jahren im Dienst, ist die kleine Plastik-Scheibe mit Metallschieber der Quasi-Standard des Datenaustausches. Die Datenspeicherung erfolgt magnetisch. Erst seit kurzer Zeit haben sich die Computer-Hersteller besonnen, auf den nur 1,44 Megabyte, früher sogar nur 720 Kilobyte fassenden Datenträger zu verzichten. Zurecht: Kaum eine Datei unterschreitet heutzutage noch die 1,44-Megabyte-Grenze, obendrein ist der Datenträger langsam und anfällig. Daten müssen für die Nutzung einer Diskette umständlich mit Tools wie Winrar gepackt und aufgespalten werden.
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Das Fazit, dass die DVD am geeignetsten sei für ein Datenbackup, kann nicht Ernst gemeint sein. Selbst ein guter und teurer Verbatim Rohling weist nach dem Brennen eine FEHLERRATE von 2-3 PI und 0,1 PIF auf. Schlechte Rohling haben Fehlerraten von 50 und mehr. Selbst wenn der Standard bis zu 280 PI und 7 PIF erlaubt, können DVD-Laufwerke Medien mit 40 PI zT nicht mehr einlesen und das direkt nach dem Brennen. Von den genannten Möglichkeiten ist die DVD meiner Meinung nach die allerschlechteste Wahl. Bei der Sicherung wichtiger Daten darf es nicht nur auf den Preis ankommen, noch wichtiger ist die Qualität der Sicherung. Und da haben magnetische Speicher klar die Nase vorn.
Grüße
Knilch
Nachtrag: Die Aussage, dass das REV Drive mit dem Erscheinen von Blue-Ray vom Markt verschwinden wird, kann ich auch nicht nachvollziehen. Sollte es den Herstellern der BD nicht gelingen, eine gute kratzfeste Oberfläche zu machen, wird eher Blue Ray wie Blei in den Regalen liegen. Ich persönlich möchte keine Discs, wo ein kleinster Kratzer aufgrund der Hohen Speicherdichte eine Vielzahl an Daten unbrauchbar macht. Und bei den neueren Discs wird das dadurch pervertiert, dass auch noch mehrere Schichten übereinander gepackt werden, sprich ein Kratzer nicht nur die Daten auf einer Schicht zerstört, sondern alle Daten auf den darunterliegenden ebenfalls. Mein Fazit: Für Datensicherung ungeeignet.
Grüße
Knilch
Ich vermute auch, daß die neuen Speichermedien wie BlueRay und HD-DVD als Backupmedien vorerst kaum zu gebrauchen sein werden.
Was beim Brennen einer CD seit Jahren ohne Probleme funktioniert, nämlich das Benutzen eines beliebigen Rohlings in einem beliebigen Brenner, hörte schon bei der Speicherdichte eines DVD-Rohlings auf. Was soll das also erst bei den neuen Formaten werden?
Bei der DVD ist es zwar mittlerweile besser geworden, aber eine gewisse Ausschußrate habe ich direkt beim Brennen oder beim späteren Lesen immer noch. Zum Glück merkt man es den DVDs meist an, daß sie in der Qualität nachlassen, und ein Umkopieren auf einen neuen Rohling ist noch möglich. Liegen sie jedoch erst einmal eine Weile in der Schublade, ist es meist zu spät.
Im Gegensatz zur guten alten CD, bei der selbst die ältesten von mir gebrannten Daten-CDs noch tadellos funktionieren und ich bisher noch keine einzige CD entsorgen mußte, kommt es bei älteren DVDs immer mal wieder vor. Daher landet wichtiges bei mir nur auf DVD-RAM, wobei ich dort noch keine Lanhzeiterfahrung habe. Bisher gab es aber noch nie Probleme. Mich wundert, daß die DVD-RAM in diesem Artikel nur einmal ganz kurz erwähnt wurde.
Zitat:
Es kommt immer auf das Preis-Leistungs-Verhältnis an. Und da schneidet die DVD neben der Festplatte nunmal grandios gut ab. Das Problem bei DVDs und optischen Datenträgern im allgemeinen ist natürlich die Kratzer-Gefahr. Aber Festplatten können Crashen, Chips sind zu teuer und magnetische Medien wie Jaz, Rev oder Band haben ebenfalls den NAchteil, dass sie Crashen können und dass die Laufwerke möglicherweise nicht mehr erhältlich sind in einigen Jahren.
Die sinnvollste Lösung wäre sicher ein System ähnlich der Minidisk, also ein günstiger optischer Datenträger in einer Art Diskette. Doch MO-Medien sind nunmal teuer, weshalb einzig die DVD für den Privatgebrauch sinnvoll ist. Sofern man pfleglich mit ihr umgeht und regelmässig sichert.
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