Musik-Downloads: Preiskampf um iTunes-Songs

Was will eigentlich der Verbraucher?

Beim Tauziehen der beiden Kontrahenten Apple und Plattenindustrie steht der Verbraucher wieder einmal hinten an. Steve Jobs weiß, was er will, die Plattenbosse wissen ebenfalls, was sie wollen. Nur was der Verbraucher möchte, scheint im ersten Moment niemanden zu interessieren. Geht man von einer Studie der technischen Universität Darmstadt aus, sind sowohl Apple als auch die Major-Labels auf dem falschen Dampfer.

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Die Studie stützt sich auf eine Befragung von 2.300 Teilnehmern nach ihrem Kaufverhalten im Internet. Auf die Frage, wie viel Geld den Probanden ein Musik-Download Wert sei, kamen je nach Song-Art unterschiedliche Ergebnisse heraus. So wären die meisten Befragten bereit für einen aktuellen Charthit bis zu 60 Cent zu zahlen. Ähnliches gilt für etwas ältere Songs. Für Raritäten hingegen würden die meisten Umfrageteilnehmer etwas tiefer in die Tasche greifen und immerhin bis zu einem Euro ausgeben.

Die Verbraucher wollen also gar nicht unbedingt einen Einheitspreis. Die hohen Staffelpreise von über einem Euro für aktuelle Charthits sind jedoch auch alles andere als ein Volltreffer. Fest steht: Mit dem Einheitspreis von 99 Cent pro Song fuhr Apple in den letzten Jahren nicht schlecht. Die Kunden wussten, was beim Kauf eines Songs auf sie zukam und Steve Jobs stand im Vergleich zur Konkurrenz recht gut da.

Fazit: Bleibt alles anders?

Wie sich die Marktposition Apples durch ein geändertes Preismodell langfristig verändern wird, lässt sich schwer abschätzen. Zum einen könnten langjährige iPod-iTunes-Fans enttäuscht von einem Wandel in Apples Preisen sein. Zum anderen kann auch ein iTunes mit gestaffelten Preisen funktionieren, wie die japanische Filliale des iTunes Music Stores schon länger zeigt.

Sollte Steve Jobs nicht auf die Forderungen der Plattenbosse eingehen, drohen einige von ihnen bereits damit, ihren Katalog aus dem iTunes Music Store zurückzuziehen - was bei dem Marktanteil Apples von rund 80 Prozent jedoch eher unwahrscheinlich ist. Sicher ist hingegen, dass etwas passieren wird bei dem Marktführer unter den Download-Shops. Ob die Veränderungen im iTunes Music Store auch im Sinne der Verbraucher sind, wird sich bereits in den nächsten Wochen zeigen: Apples Verträge mit den Major-Labels laufen spätestens in zwei Monaten ab.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Steve Jobs und Apple iTunes.

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