Edonkey2000 weiter Deutschlands beliebteste P2P-Plattform

Filesharing: Abschaltung des Razorback-Servers folgenlos

Als die belgische Polizei im Februar den eDonkey-Server Razorback2 beschlagnahmte, wurde dies von der Entertainment-Industrie als wichtiger Sieg gefeiert. Aktuelle Zahlen belegen jedoch: Der Tausch mit eDonkey und eMule geht unvermindert weiter.

Razorback2 besaß mehr als eine Millionen simultaner Nutzer und galt damit als größter eDonkey-Server weltweit. Seine Abschaltung sorgte kurzfristig für Unruhe unter P2P-Fans. Aktuellen Zahlen der P2P-Marktforschungsfirma Cachelogic zufolge hat der Wegfall des Servers jedoch praktisch keinen Einfluss auf die Nutzung der eDonkey-Plattform gehabt. Der darüber verbreitete Datenverkehr sei im Februar konstant geblieben, so Cachelogic.

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Cachelogic ermittelt diese Daten durch Messungen des Netzwerkverkehrs bei großen Internet-Providern weltweit. Damit ist es der Firma auch möglich, regionale Unterscheide in der P2P-Nutzung festzustellen. Über Deutschland weiß die Firma zu berichten, dass mehr als 70 Prozent des hiesigen P2P-Datenverkehrs auf eDonkey und eMule beruht. Bittorrent kommt demnach auf knapp 20 Prozent, Kazaa und Gnutella verursachen zusammen weniger als zehn Prozent der deutschen P2P-Daten.

Diese Zahlen stehen im Widerspruch zu jüngsten Statistiken der britischen Musikindustrie-Vereinigung BPI. Diese hatte behauptet, Kazaa sei in Deutschland das beliebteste P2P-Programm. Auch der BPI-Schlussfolgerung, dass die Nutzung von P2P-Netzen zurück geht, will sich Cachelogic nicht anschließen. Ganz im Gegenteil: Die wachsende Nutzung hat nach Angaben der Daten-Analysten dazu beigetragen, dass mittlerweile bis zu 65 Prozent aller Download-Daten und 90 Prozent aller Upload-Daten auf Tauschbörsen beruhen.

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