Power-Würfel für Gamer: Shuttle XPC P 2500G im Test
Leistung, Temperaturen und Stromverbrauch
Ist das bereits perfekt vorinstallierte Betriebssystem erst einmal fertig konfiguriert, dauert es nach dem Druck auf den runden Einschaltknopf nur rund 35 Sekunden, bis Windows XP Professional ganz hochfährt. Egal, welche Aufgabe der Winzling auch anpackt, wirklich lange bitten lässt er sich nie. Seine Geschwindigkeit stellt die eines gewöhnlichen Standard-PCs oder leistungsfähigen Notebooks stets weit in den Schatten. Das macht sich auch beim oft sehr zeitraubenden Laden anspruchsvoller Spiele positiv bemerkbar. In der BIOS-Einstellung Smart Fan, welche die Lüfter in Abhängigkeit zur Temperatur regelt, verhält sich der Shuttle P 2500G bereits im Normalbetrieb deutlich hörbar.
Damit eignet er sich weder für empfindliche Ohren geschweige denn für einen Platz im Wohnzimmer. Bei eingeschalteter Spieluntermalung oder auf einer LAN-Party, wo in der Regel ohnehin mit Kopfhörer gespielt wird, lässt sich die Geräuschkulisse aber noch verschmerzen. Einen richtigen Akustik-Aufstand macht der Kleine erst, wenn er richtig hart rangenommen wird. Dann drehen nicht nur die Lüfter schneller und lauter, sondern es stimmt noch ein hochfrequentes Pfeifen mit ein, das allem Anschein nach von den Spannungswandlern der Grafikkarte stammt. Unter dem Schreibtisch wäre er deshalb besser aufgehoben.
Der Shuttle P 2500G entpuppt sich als ernstzunehmender Gegner für den mehr als doppelt so großen Dell Dimension XPS 600. In den meisten Spiele-Benchmarks kann sich der potente Power-Würfel sogar deutlich von der klobigen Konkurrenz absetzen. Erst bei sehr hohen Qualitätseinstellungen, zumindest beim Praxistest mit "Doom III", hat der Dell-PC mit knappem Vorsprung die Oberhand. In puncto System-Leistung, entscheidend etwa für Videobearbeitung und Büro-Anwendungen, bleibt er außerdem weiterhin ungeschlagen.
Nicht nur in Sachen Spieleleistung ist die Grafikkarte mit Atis Radeon X1900 XT ein heißer Kandidat: Bei starker Belastung erwärmt sie sich auf bis zu 78 Grad Celsius, während sie sich im 2D-Betrieb bei 56 Grad einpendelt. Prozessor und Mainboard werden im Testverlauf nur maximal 41 und 38 Grad, im Normalbetrieb gerade mal 29 und 34 Grad heiß - nicht nur angesichts des dichten Innenlebens sehr gute Werte. Im Extremfall liegt der Shuttle P 2500G mit einem Energieverbrauch von 324 Watt auf der Stromrechnung - exakt so viel wie der Tarox Modula Extreme 8000 V2. Im Leerlauf entpuppt sich der Winzling bei eingeschaltetem Cool'n'Quiet mit gerade mal 90 Watt fast schon als Stromsparer.
Fazit
Der kleine Shuttle P 2500G rennt drauflos, dass es eine wahre Freude ist. Selbst viele ausgewachsene PCs können da nicht mehr mithalten. Vom Understatement versprühenden Charme ist bei der Geräuschkulisse zwar nicht mehr viel zu spüren, doch dafür bleibt die Temperatur stets im grünen Bereich. Als einer der schnellsten Mini-PCs spricht für ihn das enorme Leistungspotential, gegen ihn die hohen Anschaffungskosten sowie der große Stromhunger. Netzwelt meint: Mehr Bilder pro Kilogramm liefert derzeit kaum ein anderer Gaming-PC.
