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11.04.2006
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Kurioses aus Nigeria

Scambaiting: Spaß mit der Nigeria-Connection

Sicherheit

Denn in den USA und Großbritannien hat sich eine ganze Szene etabliert, die die Tricks der Nigeria-Connection zu ihrer Unterhaltung nutzen. Diese so genannten Scambaiter, "Betrugsköder", treiben ihre oft derben Späße mit den Scammern. Ziel ist es, die Scammer möglichst stark zu beschäftigen und sie dadurch daran zu hindern, andere Klienten zu ködern. Im nigerianischen Strafgesetz wird Vorschussbetrug unter Paragraf 419 abgehandelt, weshalb die Nigeria-Betrüger auch gerne als "419er" oder "Four-One-Niner" bezeichnet werden. Die Anti-Scammer machen sich nun einen Spaß daraus, die 419er mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen, nicht selten mit Erfolg.

Ab 14.39 Uhr wird zurückbeschissen!

So setzen die 419er gerne auf persönlichen Kontakt. Um ihren Geldversprechen Würze zu verleihen, betreuen die Briefschreiber persönlich die Anwender. Wer antwortet, ist bereits in die Falle gegangen. Die Authentizität wird über gefälschte Ausweise hergestellt, die per E-Mail eingereicht werden, oft genug liefern die Scammer - voll auf die Habgier der Menschen setzend - auch Bilder der Reichtümer, die verteilt werden müssen. Das geschieht oft so überzogen und offensichtlich, dass der Betrug regelrecht zum Himmel stinkt.

Die Anti-Scammer arbeiten mit genau den gleichen Mitteln und betreiben das Scambaiting förmlich als Sport: Sie erfinden alberne Geschichten, arbeiten mit gefälschten Fotos und Ausweisdokumenten, um die Nigeria-Betrüger an der Nase herumzuführen. Legendäre Beispiele finden sich auf der Website 419zeros.com, die sich das gepflegte Verhohnepipeln der Betrüger auf die Fahne schreibt - mit zum Teil skurrilen Ergebnissen. Andere Antiscammer lassen die Scammer als Vertrauensbeweis seltsame Dinge auf Bildern machen.

Die Sache mit dem Ei auf dem Kopf

Mails, in denen Scammer von ihren vermeintlichen Opfern aufgefordert werden, sich nackt auf einem Bein mit einem zerschlagenen Ei auf dem Kopf ablichten zu lassen, werden nicht selten umgehend mit entsprechendem Material beantwortet. Denn die Betrüger aus Schwarzafrika leiden gelegentlich unter kultureller Unbedarftheit und Naivität und machen nicht selten Faxen, um den "Kunden" bei Stange zu halten, sehr zur Freude der Scambaiter.

Dabei hat sich inzwischen eine regelrechte Scambaiting-Bewegung im Web etabliert. Es gibt Scam-Baukästen, Scam-Websites und jede Menge Sammlungen der verschiedensten Scam-Mails. Die Website AA419.org ruft zum Scammer-FlashMob auf, eine künstlerische Variante einer DDoS-Attacke gegen von Scammern erfundene, gefälschte afrikanische Banken. Woanders fragt ein Test ganz im Stil einschlägiger Frauenzeitschriften "Welcher nigerianische Spammer bist Du?" mit Multiple-Choice-Antworten. Besonders belustigend sind allerdings die Dialog-Websites wie 419zeros.com, deren Betreiber versuchen, den Scammern möglichst amüsante Dialoge abzuringen.

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