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10.04.2006
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Als aus Scammern Phisher wurden

Nigeria-Connection: Die eBay-Masche

Michael Knott

Ebay-Händler sollten aufpassen: Die Nigeria-Connection ist unterwegs. Hochpreisige Artikel werden zum Sofort-Kaufen-Preis erworben, der Käufer hat meist einen frischen Account ohne Bewertungen. Statt der Kaufabwicklung kommt eine Mail mit einer hanebüchenen Geschichte - eine von vielen Maschen, um gutgläubigen Zeitgenossen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Die aktuelle Masche: Wenn schon kein Geld, dann sollen wenigstens Naturalien den Besitzer wechseln: Ebay, weltweit Handelsplattform Nummer 1, ist die erste Anlaufstelle der neuen Nigeria-Connection. Hochpreisige Artikel wie Handys, Computer oder MP3-Player werden per Sofort-Kauf erworben, von Käufern ohne oder mit nur wenigen Bewertungen. Statt einer Kaufabwicklung erhält der Verkäufer eine E-Mail, die nach dem immer gleichen Schema aufgebaut ist: Eigentlich aus einem europäischen Land, hätte es den Autor der Mail beruflich nach Nigeria verschlagen. Nun hat er den Artikel gekauft, um seinem Sohn oder seiner Familie zu Hause eine Freude zu machen.

Richtig reagieren

Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass der Scammer darum bittet, die Ware zu versenden. Das Geld werde danach per Western Union überwiesen. Der Betrugsversuch ist derart plump, dass sich jedem seriösen eBay-Händler die Nackenhaare aufstellen. Bei eBay gilt, immer, jederzeit, die Regel, dass der Warenversand erst nach Geldeingang erfolgt. So und nicht anders sollte der Handeltreibende auch agieren.

Da stellt sich doch die Frage, warum so ein Deal für manchen eBay-Händler trotzdem interessant ist. Zum einen stellt der Käufer den Wunschpreis durch den Sofort-Kauf - diese Preise sind bei eBay oft stark überzogen, kaum ein Artikel geht tatsächlich für den Sofort-Kauf-Preis weg. Zudem stellt der Scammer in Aussicht, dass der Aufwand für den Versand nach Nigeria finanziell vergolten wird, oft mit dem Hinweis, es werde "jeder Preis" bezahlt. Bei Wahl eines günstigen Paketdienstes lässt sich da der ein oder andere Euro dazuverdienen.

Gesunde Skepsis empfohlen

Es muss nicht erwähnt werden, dass ein gutgläubiges Opfer niemals Geld zu Gesicht bekommt. Doch die Chance, ein gutgläubiges Opfer zu finden, ist ohnehin gering, weil der Betrugsversuch so offensichtlich ist. Doch die Scammer haben ein ganz anderes Ziel vor Augen. Es geht nicht um die Waren oder das Geld, es geht um Phishing, um den Mail- und eBay-Account. Die sind nämlich bares Geld wert. Gelingt es dem Scammer, einen hoch gewerteten eBay-Account zu erbeuten, kann er von dort aus wesentlich effizientere Betrugsaktionen starten.


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Maik, am 10.04.2006 16:35

Liebe Netzweltbetreiber!
Vielen Dank für euren Artikel, der mir gerade das "Leben" gerettet bzw. mir meine Unsicherheit genommen hat! Auch bei mir wurde gestern ein Handy per Sofortkauf ersteigert! Der Käufer angeblich polnischer Abstammung aber aus beruflichen Gründen in Nigeria eingesetzt wollte, das ich dieses wegen eines Geburtstages unverzüglich versende. Als Zahlungsnachweis schickte er mir eine Bestätigung der Barclay Bank, welche ich zum Glück aber nicht akzeptiert habe!!!!
Als erstes habe ich nun mein PayPal-Konto aufgrund meiner Unsicherheit gekündigt und werde nun Ebay darüber informieren!

Vielen Dank nochmal auch für den Tip der Einschränkungen bzgl eines Bieters, den ich nun garantiert nutzen werde.

Gruß MaiK


k_c, am 10.04.2006 17:57

Bei Ebay gilt, immer, jederzeit, die Regel, dass der Warenversand erst nach Geldeingang erfolgt. So und nicht anders sollte der Handeltreibende auch agieren.

Was eigentlich auch Unsinn ist, weil es dem Käufer keine Sicherheit bietet. Klüger wäre es, per PayPal oder Nachnahme zu zahlen.


KaiserGimmel, am 10.04.2006 19:23

"schon kann dem geklauten, echten Ebay-Account ordentlich eingekauft werden."

da ist nen kleiner Fehler, da fehlt ein "mit", bin heute mal kritisch :D


Tweek, am 11.04.2006 10:08

Zitat:

Klüger wäre es, per PayPal oder Nachnahme zu zahlen.


Die Nachnahme-Geschichte ist keinesfalls sicherer. Was, wenn der Betrüger einen Stein statt eines iPods schickt?

Auch Paypal hat wohl seine Macken, so kann der Käufer unter Umständen das Geld zurückziehen, er muss nur melden, dass keine Ware geliefert wurde. Wenn es sich um einen geklauten oder gefälschten Account handelt: Prosit! :-(

Gruß,
Christian

P.S.: Fehler ist korrigiert! ;-)


Oxx, am 11.04.2006 10:55

Nachnamepakete darf man (vor den Augen des Postbotens) öffnen , bevor man das Paket offiziell animmt.
Macht oft keinen Sinn aber wenn ein Verdachtsmoment besteht würde ich das auf alle Fälle anraten


Anonym, am 11.04.2006 14:13

Wo steht das das mann das darf? Soweit ich weiss kann mann nur nach bezahlung des paketes im beisein des pb dasselbe öffnen.
Aber dein geld bist du trodzdem los.


Tweek, am 12.04.2006 10:31

Zitat:

oweit ich weiss kann mann nur nach bezahlung des paketes im beisein des pb dasselbe öffnen.


Das stimmt. Die Post will nicht, dass man NN-Pakete öffnet, bevor man den Postboten ausgezahlt hat.

Das hat 2 Gründe:

1. Die Post als Übermittler ist NICHT verantwortlich für den Inhalt des Pakets.

2. Wenn sich statt des iPod tatsächlich ein Kieselstein-Best-Of im Paket befindet, würde der Kunde das Geld nicht auszahlen, was verständlich, für die Post aber blöd ist, weil sie den Zustellungs-Auftrag nicht erfüllen kann.

3. Die Annahme verweigern nach Öffnen des Paketes ist rechtlich bedenklich. Nicht nur, dass der Postbote dann ein offenes Paket rumschleppen muss: Theoretisch könnte der Versender auch behaupten, der Inhalt wäre vom Empfänger/Boten/Paketdienst ausgetauscht worden.

4. Das einzige, was Ihr machen könnt (und sollt): Postboten auszahlen, ihn bitten, als Zeuge dabei zu sein, das Paket öffnen und *falls* sich nicht die gewünschte Ware darin befindet, ihn als Zeugen ins Boot nehmen. Vier Augen sehen mehr als zwei, außerdem ist in Betrugsfällen ein unabhängiger Augenzeuge Gold wert.

Gerade dann, wenn es sich um Streitfälle handelt, wo nicht sicher ist, wer jetzt wen betuppt. Denn es gibt ja durchaus auch Käufer, die die Ware ordnungsgemäß erhalten, um dann zu behaupten, es wäre ein Ziegel drin gewesen...

Aber die Kohle seid Ihr trotzdem erst einmal los, das ist nunmal so.


norbert, am 25.04.2006 21:52

Mache seit 8 wochen ebay-shop, habe seither 10 verkäufe nach nigeria, teilweise mehrere artikel, 3 notebooks an einen kunden, riesiger geschäftserfolg.
finger weg kann man da nur sagen. ebay unternimmt viel zum thema käuferschutz. der verkäuferschutz kommt leider viel zu kurz


Tweek, am 26.04.2006 10:57

Zitat:

der verkäuferschutz kommt leider viel zu kurz

Und die Käufer beklagen sich andersrum :-)


coolboyNRW, am 01.05.2006 13:40

Ich glaube momentan versucht ebay Aufzuräumen. Bin Heute gesperrt worden. Weil ich 3 Käufe von 2 (später) gesperrten Mitgliedern hatte. Bei 20 positiven (100%) stehe ich num da wie die Kuh beim Donner :keineahn: Da hat ebay mal einen falschen "erwischt".
Gotcha


AgentCooper, am 01.05.2006 14:18

Zitat:

Ich glaube momentan versucht ebay Aufzuräumen. Bin Heute gesperrt worden. Weil ich 3 Käufe von 2 (später) gesperrten Mitgliedern hatte. Bei 20 positiven (100%) stehe ich num da wie die Kuh beim Donner :keineahn: Da hat ebay mal einen falschen "erwischt".

Dann schreib denen das doch! So einfach würde ich mich nicht sperren lassen...

Coop


coolboyNRW, am 01.05.2006 14:45

Logisch, aber habe ein wenig gegoogelt und musste feststellen. Es sieht nicht so gut aus. Man hat ja kein Recht auf Mitgliedschaft. Und in den AGB´s steht ebay kann ohne Angaben von Gründen Mitglieder ausschliessen. Zack. :neenee:


AgentCooper, am 01.05.2006 16:58

Aber probieren würde ich es trotzdem mal!

Coop


coolboyNRW, am 01.05.2006 21:32

Werde ich auch tun. Obwohl es mein 2ter (unwichtiger) Name war. Aber last but not least, mein Hauptname wurde auch gesperrt.
Es bleibt wie es ist: Ich bin kein Ebay- Betrüger.
Ich war schon ebayer als die meisten Supporter (warscheinlich) noch auf dem Schulhof im letzten Jahrhundert heimlich geraucht haben.
Ich hoffe, wenn Die meinen Account mal genauer anschauen werden Die das auch merken... cyberjojo war immer ehrlich :sandkast:


Tweek, am 02.05.2006 09:55

Zitat:

Werde ich auch tun. Obwohl es mein 2ter (unwichtiger) Name war.


Ähm... wofür hast Du denn zwei Accounts? Einen kommerziellen und einen privaten oder wie...?


coolboyNRW, am 04.05.2006 22:09

ehm, irgendwann mal gemacht. aber nie auf eigene dinger geboten. ich bin doch nicht blöd ;-)
bin mittlerweile einen guten schritt voran gekommen.
ich hätte noch einen dritten account (hab ich nicht) und der wäre nicht kurscher gewesen.
AHA!
ich weiss zwar nicht wie das gehen soll, weil man doch per gelbe post ein entsperrungscode bekommt, aber ich habe meine volle unterstützung die zur aufklärung führt angeboten. nun muss ich ausweiscopie schicken. (obwohl ich "damals" das blaue fähnchen hatte).
so, mal sehen wer der verursacher war. tippe auf einen in meiner näheren umgebung (im haus). leider haben wir meines wissens nach mind. 4 ebayer hier wohnen.


coolboyNRW, am 05.05.2006 21:38

Ha Haaaaaaaa, wer kennt noch das blaue Fähnchen hinter dem Ebaynamen?
Das war wohl so ca. 1997 .... im letzten Jahrhundert. :shocked:


Tweek, am 08.05.2006 15:40

Zitat:

ippe auf einen in meiner näheren umgebung (im haus). leider haben wir meines wissens nach mind. 4 ebayer hier wohnen.


Nicht, dass Dich einer gephisht hat?


coolboyNRW, am 10.05.2006 22:08

glaube ich weniger. aber alles ist möglich. habe normalerweise meinen einlogg-link in meinen favoriten.


Tweek, am 15.05.2006 10:15

Zitat:

abe normalerweise meinen einlogg-link in meinen favoriten.


Also könnte jeder aus Deinem Haus es gewesen sein, der mal am Rechner war. Vielleicht auch ein Kumpel von Dir oder sonst jemand...? Wow... das ist krass.

Schreib' mir mal 'ne Priv, wenn Du das Problem gelöst hast, vielleicht können wir daraus eine story machen.


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