Streamcast: Verhandlungen mit Plattenfirmen gescheitert
Filesharing: Morpheus-Betreiber will sich gegen Musikindustrie wehren
Morpheus-Betreiber Streamcast Networks hat am Freitag bekannt gegeben, dass die Versuche einer außergerichtlichen Einigung mit der Musikindustrie gescheitert sind. Die Firma will sich jetzt weiter vor Gericht verteidigen. Ein entsprechender Antrag wurde laut Streamcast Freitag eingereicht.
Streamcast Networks hatte im Januar durchblicken lassen, dass man an einer Einigung mit der Entertainment-Industrie arbeite. Die Firma war 2001 von Musik- und Plattenfirmen verklagt worden. Im Sommer letzten Jahres stellte sich der Oberste Gerichtshof der USA auf die Seite der Rechteinhaber und entschied, dass Streamcast für die Urheberrechtsverletzungen seiner Nutzer zur Verantwortung gezogen werden kann.
Streamcast-CEO Michael Weiss erklärte am Freitag gegenüber der Presse, über das Scheitern der Verhandlungen enttäuscht zu sein. Er ließ zudem durchblicken, dass die Verhandlungen an der Höhe der zu leistenden Schadensersatzzahlungen gescheitert seien. Weiss machte dafür eine nicht genannte Anwaltsfirma verantwortlich, die im Auftrag der Rechteinhaber aufgetreten sei.
Ist Streamcast für die Nutzer verantwortlich?
Das zuständige Gericht in Los Angeles wird nun entscheiden müssen, ob Streamcast seine Nutzer tatsächlich zum Brechen von Urheberrechten verleitet hat und wie groß die dafür zu verhängende Strafe sein soll. Weiss gab sich trotz der vorherigen Niederlage optimistisch. Er erklärte, seine Firma werde dieses Verfahren nicht verlieren.
Streamcast hat Presseberichten zufolge bereits mehr als vier Millionen Dollar für den Rechtsstreit mit der Entertainment-Industrie ausgegeben. Die Firma dürfte in Zukunft noch eine ganze Reihe weiterer Anwaltsrechungen bekommen. Ende März gab Streamcast eine Klage gegen Skype, Kazaa und eine Reihe weiterer Firmen und Privatpersonen bekannt. Im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzungen steht ein Streit um Kazaas P2P-Protokoll.

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