Verschrottung leicht gemacht

Kurztest: Crashday

Regel Nummer eins in diesem ruppigen Rennspiel: Es gibt keine Regeln! Zwischen Raketenschmauch und MG-Salven wird das Fahren zur Gefahr.

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Zwei Deutsche werkeln seit 1997 an "Crashday", jener digitalen Hommage an den Games-Oldie "Stunts". Vordergründig handelt es sich bei dem ehrgeizigen Projekt, das Atari unter seine Fittiche nahm, um ein Rennspiel. Im Verlauf einer Karriere absolviert der Spieler unterschiedliche Aufgaben, was im Erfolgsfall mit Geld, Ansehen und der Freischaltung neuer Kurse belohnt wird.

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Fahrzeug-Frag

Ein Blick auf die sieben enthaltenen Modi offenbart jedoch Unterschiede zu herkömmlichen Funracern. Spielarten wie "Capture The Flag" oder "Deathmatch" am Steuer Waffen starrender Karossen zu bestreiten - das gibt es nicht allzu oft. Normale Rennen bietet "Crashday" zwar ebenfalls, auch Stunts und Loopings stehen an, dennoch zeichnet sich das Spiel durch eher ungewöhnliche Disziplinen aus.

Um das Zünden eines Sprengsatzes am eigenen Wagen zu verhindern, darf im Modus Bombenlauf eine vorgegebene Mindestgeschwindigkeit nicht unterschritten werden. Explosiv geht es auch zu, wenn sich mehrere Fahrer gegenseitig eine tickende Bombe unterjubeln, was nur über Blechkontakt funktioniert. Weil keine lizenzierten Originalfahrzeuge an den Start gehen, durften sich die Entwickler beim Schadensmodell nach Herzenslust austoben. Riesige Feuerbälle und Sachschäden fernab des Versicherungsschutzes sorgen für ein chaotisches Straßenbild. Spektakulär ist die Grafik aber nur so lange, wie der Blick auf den Karossen ruht. Abseits der Piste sieht es öde aus. Mit grafischen Schnitzern muss ebenfalls gerechnet werden. Hin und wieder versinken Autos bis zum Dach in den Bodentexturen.

Obwohl "Crashday" sein Spaßpotenzial erst im Netzwerkmodus voll ausschöpft, hat auch die Solokampagne eine Daseinsberechtigung. Nach dem Vorbild von "Need for Speed" darf der Spieler seinen Fuhrpark tunen und erweitern. Dass die Geschichte einmal nicht von Halbstarken handelt, die mit verkrampften Gesten und Latrinenvokabular nach Respekt heischen, sei den selbst noch jugendlichen Entwicklern gedankt. Die Hintergrundgeschichte wird akustisch eher im Stile einer Gaunergroteske vorgetragen.

Fazit: Anarchischer Rennspaß mit immensem Zerstörungspotenzial. Empfehlenswert für alle, denen Trackmania zu bodenständig ist.

Crashday


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