Gaming for Money: Gold farmer schuften in World of Warcraft

Blizzard droht mit Konsequenzen

"Die erledigen dann die weniger 'spaßigen' Teile der Spiele"

Wenig erfreut über die florierenden Geschäfte einiger WoW-Händler zeigt sich der Entwickler Blizzard Entertainment. Da in seinen Nutzungsbestimmungen der Verkauf von items oder Gold verboten ist, will man den Händlern den Garaus machen. "Die World of Warcraft Nutzungsbestimmungen sagen ganz klar, dass jegliche Spielinhalte das Eigentum von Blizzard Entertainment sind. Blizzard verbietet den Verkauf von virtuellen Spielgegenständen für echtes Geld. Dementsprechend wird Blizzard Entertainment alle Möglichkeiten ausschöpfen, dieses Verhalten zu unterbinden", heißt es von der Pressestelle auf Anfrage von netzwelt.

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Gleichzeitig appelliert das Unternehmen an mögliche Käufer, die ebenfalls illegal handeln. Der Kauf von Spielgegenständen schädige die Spielökonomie. "Tausende Spieler, die World of Warcraft als Spielspaß genießen wollen, werden so um ihr Spielerlebnis gebracht," erklärt das Unternehmen. "Um eine unterhaltsame und faire Spielatmosphäre für alle Kunden zu gewährleisten, gehen wir gezielt gegen diejenigen Spieler vor, die sich nicht an die Regeln halten." Klagen nicht ausgeschlossen! Blizzard will Spieler, die beim Kaufen erwischt wurden, von der Plattform ausschließen.

Derartigen Drohungen sieht der Online-Händler Drerup gelassen entgegen. "Rechtlich sehen wir keine Probleme - Die Situation ist unserer Meinung nach recht eindeutig. Die Spielehersteller haben einfach keinen ostensiblen Schaden und damit gar keinen Grund sich rechtlich zu bemühen." Dass es tatsächlich auch anders geht, zeigt das Beispiel Sony. Was bei Blizzard die "Null-Toleranz-Politik" ist, ist bei Sony eine eigene Verkaufsplattform.

"Station Exchange" nennt sich der Online-Shop, in dem man items für "EverQuest" oder "EverQuest 2" kaufen kann. Bereits eine Million US-Dollar sollen so über die Ladentheke gegangen sein, verriet Sony-Manager John Smedley kürzlich im Interview mit dem Online-Magazin "FiringSquad". Sony sieht diesen Service als Dienst am Kunden und plant die Plattform zukünftig weiter auszubauen. Wichtig ist aus Sicht von Sony, dass die Spieler nicht bei "betrügerischen" Dritthändlern kaufen.

Außerdem betonte er nochmals, dass sie diese Art des Service in ihren Spielen zukünftig weiter ausbauen. Die Fans werden keinen Grund haben, um auf Websites von Dritten nach Diensten zu suchen, die nicht auch von Sony selbst angeboten werden können. Offenbar scheint sich der Handel auch für Sony zu lohnen, immerhin verdient das Unternehmen an jeder Transaktion zehn Prozent des Endpreises.

Als Mittler zwischen Spielern sieht sich der Dienst Ucdao aus Shanghai. "Wir sind wie eine Börse", sagt einer der Gründer gegenüber der NY Times. "Wir lassen die Arbeit außerhalb erledigen. Jemand sagt 'Ich will von Level 1 auf Level 60' und wir vermitteln ihm einen Spieler, der das kann." Solange die Nachfrage nach Gold, Schwertern und Charakteren steigt, werden die rund 100.000 gold farmer in China und anderswo auf der Welt genug zu tun haben. Dass sie sich dabei in manchen Rollenspielen - dort wird der Anteil der professionell spielenden gold farmer "auf 40 bis 50 Prozent" geschätzt - fast nur gegenseitig schlagen, dürfte den Farm-Besitzern egal sein.

Wie der typische Alltag eines gold famers aussieht, zeigt ein Film, der bei youtube veröffentlicht wurde. Den Link dazu finden Sie in der Linkbox unter dem Artikel.

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