... und tauschen ihr Gold auf eBay gegen Geld
Gaming for Money: Gold farmer schuften in World of Warcraft
Sascha Hottes
Sie sitzen den ganzen Tag vor dem PC und spielen ein und dasselbe Spiel. Meist Rollenspiele, denn dort gibt es die Plattform-interne Währung, die sie verdienen wollen. "Gold farmer" nennen sie sich und beschreiben damit ihre Tätigkeit: virtuelles Geld verdienen, um es dann in echtes einzutauschen.
Wer an das aktuell boomende China denkt, der hat riesige Fabrikhallen vor Augen, in denen tausende flinke Hände Kleidung nähen, Spielzeug herstellen oder Platinen löten. Im Schatten der Massenproduzenten sitzen allerdings auch Computerspieler, die im Akkord "World of Warcraft" oder andere Online-Games spielen.
Trolle jagen für Geld
Gold farmer übernehmen die Drecksarbeit beim Computerspielen. Sie sitzen Zeit ab, die man braucht, um ganz nach oben zu kommen, spielen die ersten unspektakulären Level und versorgen ihre Auftraggeber mit den neuesten Schwertern, Zaubersprüchen und Gold. Das wird in den virtuellen Welten benötigt, um sich Rüstungen und andere Gegenstände zu kaufen.
Die meist chinesischen Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren sitzen dafür bis zu 18 Stunden am Tag am Computer und verprügeln Orks und jagen Trolle. Ist ein Spielaccount stark genug oder genügend Gold angesammelt, dann wird das virtuelle Gut angeboten, bei eBay oder sonstwo. Dafür gibt es dann Geld - und das nicht zu knapp. Die Auftraggeber lassen sich die Heldentaten einiges kosten. 1.000 Gold für eine Figur auf einem europäischen WoW-Server kosten beispielsweise 100 Euro, gut ausgestattete Figuren mit seltenen Eigenschaften oder Gegenständen kosten auch gerne einmal 1.000 Euro und mehr.
Globalisierung beim Gaming. Arbeitszeit kostet in China weniger als in Europa und Amerika. Das haben nicht nur Kleiderproduzenten und Spielzeughersteller entdeckt, sondern auch eine neue Generation an professionell spielenden Chinesen. Hierzulande wäre das stundenlange Spielen unrentabel. "1.000 Gold zu erspielen dauert je nach Können des Spielers zwischen 4 und 8 Tagen", erklärt uns einer, der es wissen muss. Tilman Drerup ist Webmaster von Gameconomy.de, einem Shop, in dem man Gold und mehr für diverse Spiele kaufen kann. Rechnet man die Arbeitszeit auf den Erlös von rund 100 Euro herunter, dann ist der Stundenlohn niedrig. Deshalb kauft Drerup sein Gold auch nicht in Deutschland ein. "Das Gold kaufen wir von Spielern an, wobei ein Großteil jener in Asien sitzt." Dort verdient ein Vollzeit-Spieler 75 US-Dollar im Monat.
"Die erledigen dann die weniger 'spaßigen' Teile der Spiele", erklärt Drerup. Die Aussichten für die Zukunft seines Services sieht er rosig. "Die Nachfrage steigt meines Erachtens direkt proportional zur Zahl der Spieler; eventuell ein wenig stärker wegen der wachsenden Bekanntheit solcher Services." Für den Farm-Besitzer, der meist 20 oder mehr junge Spieler unter Vertrag hat, lohnt sich der Einsatz. Den Monatslohn haben die meisten nach wenigen Tagen wieder "eingespielt".
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Hach, Maplestory...
Die paar Stunden waren schön, aber dann fing das Game an, repetitiv zu werden.
ich finde es ganz schön arm wenn man sich denn account kaufen muss um nen high lvl zu stande zu bringen
1. Ist die deutliche Mehrheit der asiatischen Goldfarmer von nicht chinesischer Staatsangehörigkeit, sondern stammt aus dem indonesischen Bereich.
2. Kosten 1000 Gold bei ebay atm ca 50€ und keine 100.
3. Ist es schon eine absolute Seltenheit wenn ein Account für mehr als 200€ über die Theke geht, 1000 € haben vllt. die ersten 60er Accounts vor über einem Jahr gekostet.
Deshalb eine kleine Bitte: Beim nächsten Artikel besser recherchieren, bevor man sich als absoluten Anfänger in der betreffenden Materie outet.
Ich persöhnlich habe nix gegen die China-Farmer! Wir nehmen mit unserer Gilde regelmäßig ein bis 2 Farmer in die großen Instanzen mit. Es ist ja nicht so, das sie einem die guten Items einfach wegwürfeln. Manche zeigen sich sogar durch Gold- oder Itemgeschenke erkenntlich
Zitat:
2. Kosten 1000 Gold bei ebay atm ca 50€ und keine 100.
3. Ist es schon eine absolute Seltenheit wenn ein Account für mehr als 200€ über die Theke geht, 1000 € haben vllt. die ersten 60er Accounts vor über einem Jahr gekostet.
1. gibt es keine offiziellen zahlen. zweitens sind es laut marktbeobachter bis zu 100.000 chinesen. denke kaum, dass indonesien da mehr bieten kann
2. hatten 1000 gold zu meinem beginn der recherche ungefähr 100 gekostet. mittlerweile liegt der preis z.b. auch nicht bei 50 sondern bei 60 euro. die schwanken.
3. selten. soso:
http://cgi.ebay.de/FULL-EPIC-LEGENDARY-60-KRIEGER-60-HUNTER-60-MAGE_W0QQitemZ8273672848QQcategoryZ106453QQrdZ1QQcmdZViewItem
mal sehen, wo der am ende steht. sind ja nur 400 bisher - 1 tag vor auktionsende.
es sind erst letzte woche 2 accounts für über 600 Euro weggegangen, das equipment kann ein farmer aber nicht erreichen.
zum thema: die leute sollten uns leid tun. wenn wir t-shirts oder plastik spielzeug kaufen sind das die selben leute die ausgebeutet werden um unter miserabelsten bedingungen unseren wohlstand zu fördern. natürlich ist es schöner mit einem computer spiel geld zu verdienen, das prinzip bleibt aber das gleiche.
alles wofür man in europa seit anfang des 19. Jahrhunderts gekämpft hat wird dadurch untergraben dass man durch das kaufen chinesischer produkte, hergestellt durch ausgebeutet arbeiter, die zustände des 19. Jahrhunderts wiederherstellt. Zwar nur in China, aber dafür werden sozial gesicherte (teure) arbeitsstellen in europa abgebaut.
die frage, ob hier jemand ausgebeutet wird, wollte ich nicht aufstellen. das kann man aus zwei sichten sehen. auf der einen seite ist es unmenschlich, dass jemand 12 stunden am tag SO arbeiten muss, also die bedingungen. auf der anderen seite verdienen die menschen offenbar überdurchschnittlich viel geld für chinesische verhältnisse und damit würde es sich nicht von europäischen überdurchschnittsverdienern unterscheiden, die auch 12 oder mehr stunden am tag arbeiten. es ist komplex hier zu urteilen. trotz allem sollte sich das jeder käufer vor augen halten, bei warcraft-gold, spielzeug, t-shirts und immer!
Zitat:
Das kann ich mir nicht vorstellen !
Das Internet ist ausserhalb von den Städten Vientian, Phnom Phen und Saigon, (evtl. auch noch Hanoi und Da Nang) für einen Durchschnittlichen "Indochinesen" nicht finanzierbar und auch innerhalb ist es den Betuchteren vorbehalten ! Nicht ohne Grund haben Internetcafes einen riesen Zulauf und ich kann mir kaum vorstellen das sich Goldfarming dort rentiert...
Vielleicht könntest du ja deine Aussagen mit Statistiken unterstreichen ?
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