Test: Commandos Strike Force
Nah dran am Feind, weg vom Original
Der Umgang mit Pistolen, Schrotflinten und Schnellfeuerwaffen geht problemlos von der Hand. Nichts deutet darauf hin, dass es sich bei "Commandos Srike Force" um den ersten Ego-Shooter der spanischen Strategiespezies handelt. Ganz im Gegenteil: Es zeugt von handwerklicher Sorgfalt, wenn ein Spielcharakter ohne "anzuecken" durch ein komplex modelliertes Stalingrad wandelt, das mehr als in vergleichbaren Spielen einem Trümmerfeld gleicht. Clipping-Fehler sind dank sehr guter Kollisionsabfrage kein Thema. Auch Ladezeiten unterbrechen das Geschehen nur in ganz seltenen Fällen.
Ein grafisches Feuerwerk vom Schlage eines "Call of Duty 2" brennt die verwendete RenderWare-Technik allerdings nicht ab. Besonders in den mit der Spielegrafik dargestellten Zwischensequenzen wirken die Protagonisten etwas hölzern, was auch an der kaum vorhandenen Lippensynchronizität liegt. Die nicht wirklich spannende Geschichte handelt von Verrat, davon, dass die "Commandos" einander so lange misstrauen, bis nach der gemeinsamen Flucht aus einem deutschen Militärgefängnis der wahre Intrigant entlarvt werden kann.
Abweichungen gegenüber dem ursprünglichen Spielprinzip sind keineswegs nur dem Perspektivenwechsel geschuldet. Mussten Leichen früher mühsam versteckt werden, "entsorgen" sie sich heute nach einer Weile von selbst. Davon abgesehen: Wer hinter feindlichen Linien unvorsichtig agiert, steht nicht zwangsläufig mit einem Bein im Grab. Aus brenzligen Situation wird sich neuerdings mit ramboesker Rohheit befreit. Da jedoch einige Missionen scheitern, sobald Alarm ausgelöst wird, kommt der Geist der Ur-"Commandos" nicht völlig abhanden. Andere Einsatzziele, hier sei die Eroberung einer norwegischen Stadt genannt, verlangen wiederum bewusst nach blindem Hurra. Im Massenkampf muss der Spieler lediglich verhindern, dass zu viele Mitstreiter ins Gras beißen. Hohe Verluste können bestimmte Missionen gefährden. Die Gesundheit von computergesteuerten Kameraden kann mit Verbandskästen wiederhergestellt werden.
Mit Verbandskästen schlecht wiederherzustellen ist der Glaube derer, die den alten "Commandos" nachtrauern. Für Taktiker, die mit Ballerspielen nichts am Hut haben, ist die Actionvariante keine Alternative zum Original. Spielernaturen, die nach einer Runde Schleichens ganz gern einen Tigerpanzer in die Luft jagen, sind mit "Strike Force" derweil gut bedient. Spannende Momente und actionreiche Kämpfe halten über den Zeitraum von etwa sieben Stunden eine Balance. Im Multiplayermodus, der ein kooperatives Spiel leider vermissen lässt, liefern sich bis zu 16 Krieger anschließend Sabotagewettkämpfe und Deathmatch-Duelle.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 8 von 10 % | 81 % |
| Grafik | 13 von 15% | |
| Spielspaß | 14 von 15% | |
| Multiplayer | 7 von 10% | |
| Bedienung | 9 von 10% | |
| Preis/Leistung | 11 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 12 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 7 von 10% | |
