WM virtuell - im größten Stadion der Welt bekommt jeder einen Platz
Fans kommen aus 109 Ländern
Die Idee zu dem Projekt entstand im vergangenen Dezember. "Wir haben uns alle um Karten beworben und alle Absagen bekommen", sagt Dali Ivkovic. Frust, den die vier Teammitglieder im Alter von 20 und 35 Jahren in kreative Energie umsetzten. Das Ganze sei zwar kein richtiger Ersatz - aber auch dort ist die Welt zu Gast bei Freunden. Deshalb ist die ganze Seite auch auf Englisch - schließlich sollen möglichst viele Weltbürger im Stadion dabei sein.
Seit anderthalb Wochen ist die Seite online und laut Seiten eigener Statistik kommen die Fans mittlerweile aus 109 Ländern. Spitzenreiter ist die deutsche Fraktion. Aber es finden sich auch so exotische Vertreter wie Katar, Panama und Jamaica. Und die Resonanz scheint auch ihre Macher zu verblüffen, denn bisher gab es keine Pressemitteilungen oder Ähnliches. "Es hat sich einfach so verbreitet."
"Da steckt auch keine PR-Strategie hinter", erklärt Ivkovic - auch wenn die vier des Teams gemeinsam in einer PR-Agentur arbeiten. "Wir machen das nach der Arbeit", sagt er. "Und es macht uns richtig Spaß." Wer ihm zu hört, glaubt das sofort. "Mittlerweile gibt es ganze Fan-Blöcke, wo sich Freunde zusammen getan haben", berichtet er begeistert. Noch ein Vorteil des virtuellen WM-Stadions: Es ist kein Problem, neben dem besten Kumpel zu sitzen. Ein Klick, und der Platz ist reserviert.
Finanziert wird das größte Stadion der Welt von Sponsoren. "HostEurope war so begeistert von der Idee, dass sie uns den Server kostenlos zur Verfügung stellen", sagt Ivkovic. Zusätzlich haben Interessierte die Möglichkeit Bandenwerbung zu schalten.
Und eine Ziel hat das Team auch: Es gab 1950 ein Spiel im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro in Brasilien. "Da sollen angeblich knapp 200.000 Leute gewesen sein", erzählt der 25-Jährige. "Wenn wir den Rekord knacken, das wäre ziemlich klasse."
