Spaceprice: Bis zu 5 Jahre Haft für Deutschlands dreistesten Online-Ganoven
Spaceprice: Bis zu 5 Jahre Haft für Deutschlands dreistesten Online-Ganoven
Arne R. - seit vier Monaten in U-Haft
Gut vier Monate sitzt Arne R. jetzt in U-Haft. Zeit für netzwelt, einmal nachzufragen, was Sache ist. Anruf bei der Krefelder Polizei. Die verweist uns an die Staatsanwaltschaft - und die ans Amtsgericht Krefeld. Pressesprecher Wolfgang Thielen dazu: "Die Anklage gegen Arne R. ist erhoben, wegen schweren Betruges in zahlreichen Fällen. Doch das Verfahren ist bei uns noch nicht eröffnet, ein genauer Termin vor dem Schöffengericht noch nicht bestimmt. Wir rechnen jedoch mit einem Prozessbeginn im Mai."
Wir fragen nach Martin Herbens und den anderen angeblich im Hintergrund tätigen Personen, die R. als Strippenzieher belastet hat. Thielen dazu: "Nach unseren Ermittlungen können wir die Existenz dieser Personen ausschließen. Hinzu kommt, dass R. jüngst zugegeben hat, diese als Schutzbehauptung frei erfunden zu haben. Darüber hinaus hat er jedoch noch weitere Villicher als Mittäter belastet. Nach Durchsuchungen und Vernehmungen dort stellte sich dies jedoch auch als nicht haltbar heraus."
Spaceprice - in betrügerischer Absicht gegründet?
"Wir gingen schon länger davon aus, dass R. spaceprice.net von vornherein in betrügerischer Absicht gegründet hat und alleinverantwortlich dahinter stand. Dies hat er inzwischen auch zugegeben. Zu seinen Taten wird ihn unter anderem ein gewisses Geltungsbedürfnis getrieben haben. Dies lässt sich auch aus den Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft entnehmen, die ein weiteres großes Verfahren gegen ihn führt, das jedoch noch nicht zur Anklage gebracht wurde."
Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, kassiert zuerst
"Von den über spaceprice.net generierten 228.000 Euro hat die Staatsanwaltschaft rund 150.000 Euro in einem dinglichen Arrest sichergestellt. Zahlreiche Konten und Rs. Vermögen wurden beschlagnahmt. Wir sind gerade dabei, die Geschädigten anzuschreiben und hierüber zu informieren. Wie die ihr Geld zurückbekommen? - Da herrscht das Windhund-Prinzip: Wer sich daraufhin zuerst meldet, hat die besten Chancen."
Im Pott: Bis zu fünf Jahre Haft für Arne R.
- Die Chancen für Arne R. selbst sieht Thielen nicht sonderlich rosig: "R. war bereits vorbestraft. Seine spaceprice-Taten fallen in die vom AG Mönchengladbach auferlegte Bewährungsfrist. Der junge Mann wird mit einer Haftstrafe von drei bis fünf Jahren zu rechnen haben."
Klarstellung zum Thema "Geld zurück"
Aufgrund mehrfacher Nachfragen, ob, wie und wann Betroffene ihr verlorenes Geld aus der beschlagnahmten Vermögensmasse wiederbekommen, hier noch einmal eine gesonderte Klarstellung. Die Staatsanwaltschaft Krefeld hat jene Betroffenen, die Anzeige erstattet haben, inzwischen über das Vorliegen von beschlagnahmten Vermögenswerten schriftlich informiert. - Diese Schreiben erhalten Anzeigenerstatter oder Personen, von denen die Staatsanwaltschaft Kenntnis hat, in diesem Fall mutmaßlich geschädigt zu sein.
Empfänger dieser Schreiben mögen sich unter Anführung des mitgeteilten Aktenzeichens umgehend bei der Staatsanwaltschaft Krefeld melden und ihre Forderungen bezüglich Geldes aus der beschlagnahmten Vermögensmasse anmelden. Erst dann kann diesen nachgegangen werden. Besser wäre es jedoch, sich anwaltlicher Hilfe zu bedienen, da, so die Staatsanwaltschaft, dieses Verfahren alles andere als trivial sei. - Kurz: Wer noch nicht angezeigt hat, zeigt an. Wer noch nicht benachrichtigt wurde, meldet sich bei der Staatsanwaltschaft. Wer benachrichtigt wurde, meldet seine Forderungen an. Und wer's sich leisten kann, nimmt einen Anwalt. Ob und wie viel Geld jedem Einzelnen aus dieser Aktion zufließen wird, kann nicht gesagt werden.
Links zum Thema
- Spaceprice-Chef verhaftet
- Spaceprice-Chef: Mammut-Verfahren über 1 Mio Euro
- Spaceprice: Spurensuche im Dunstkreis des Verbrechens
- Spaceprice.net: Deutschlands dreistester Online-Ganove
