P2P-Firma fordert bis zu sechs Milliarden Dollar Schadensersatz
Streamcast verklagt Skype und Kazaa
Janko Röttgers
Morpheus-Hersteller Streamcast Networks hat im Januar Kazaa, Skype und seine Gründer auf der Grundlage eines Gesetzes verklagt, das zur Verfolgung des organisierten Verbrechens geschaffen wurde. Ebenfalls betroffen von der Klage sind zahlreiche Firmen und Einzelpersonen des Kazaa-Firmengeflechts. Streamcast fordert Medienberichten zufolge vier Milliarden Dollar Schadensersatz sowie den kompletten Erlös des Verkaufs von Skype an eBay.
Streamcasts jetzt erst bekannt gewordene Klage beruht auf einem vier Jahre zurückliegenden Streit. Im Januar 2002 entdeckten Morpheus-Nutzer plötzlich, dass sie nicht mehr auf Kazaas Fasttrack-Netzwerk zugreifen und damit keine Dateien mehr tauschen konnten. Kazaas Betreiber begründeten diesen Schritt damit, dass Streamcast seine Rechnungen zur Lizenzierung des Netzes nicht bezahlt habe.
Streamcast dagegen sprach von Sabotage und warf Kazaa vor, Morpheus seine Nutzer stehlen zu wollen. Die Firma bemühte sich zudem darum, so schnell wie möglich eine Gnutella-basierte Morpheus-Version zu veröffentlichen. Dennoch wanderten zahlreiche Nutzer zu Kazaa und anderen P2P-Programmen ab.
Jetzt bemüht sich Streamcast offenbar um späte Rache. Doch das Blockieren der Morpheus-Nutzer und die damit einher gehende unfreiwillige Abschaltung der P2P-Software ist nur ein Teil der Klage. Anstoß nimmt man auch am Verkauf der Kazaa-Tauschbörse an Sharman Networks. Kazaas Gründer Niklas Zennström und Janus Friis hätten die Firma nicht verkaufen dürfen, da Streamcast vertraglich ein Erstkaufsrecht zugestanden hätte.
Die Nutzung eines eigentlich gegen Mafia-Bosse und Geldwäschefirmen geschaffenen Gesetzes könnte Skypes neuen Besitzer eBay in Bedrängnis bringen. Kazaa und Skype sind bis heute personell und technisch eng miteinander verbunden. So wurde Skypes P2P-Protokoll von den gleichen Entwicklern konzipiert, die auch schon Kazaas Fasttrack-Netzwerk programmiert haben.
Zennström ist nicht nur Skypes CEO, sondern auch Mitbesitzer des Kazaa-Partners Altnet. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass Streamcast eBay zu einem außergerichtlichen Vergleich zwingen will. Interessant ist auch das Timing der Klage: Streamcast hat im Januar bekannt gegeben, nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit der Musik- und Filmindustrie das Handtuch werfen zu wollen.
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Na und? Wo ist jetzt das problem? Und warum kann eine firma persönlichen nutzen daraus ziehen? Klagt in so einem fall nicht der staat(-sanwalt) und verhängt dann dementsprechend die strafen? Und wenn's ein gesetzt gegen das organisierte verbrechen sein soll, dann müßte doch mehr rauskommen, als "nur" eine geldstrafe. Ein "bisschen" mafia gibt's doch nicht.
Das wären mal interessante dinge. Vielleicht schafft ihr das mal nachzuschieben.
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