Webcam-Hacking: Bedrohung oder Panikmache?

Ernste Bedrohung oder Fernsehen für Voyeure?

Allerdings eine Bedrohung, gegen die sich Anwender leicht schützen können, zumindest theoretisch: "Man sollte den Anwender dazu erziehen, die Webcam wirklich vom Rechner zu trennen, wenn sie nicht benötigt wird", so Hardy. Und wenn die Kamera fest verbaut ist, so wie im iMac? "Da hilft nur Abschalten oder Abkleben." Doch wer möchte schon sein teures Gerät mit einem dicken Streifen Isolierband verunzieren?

Werbung

In der Tat ist der Faktor Faulheit auch in Sachen Webcam-Sicherheit ein nicht zu verachtendes Problem. Es ist die Bequemlichkeit, die Anwender dazu verleitet, Sicherheitsoptionen nicht wahrzunehmen und Updates auszulassen. Das ist bei Schädlingen wie Würmern und Trojanern nicht anders. Und die Kameras sind in Gefahr. So gibt es die so genannte Hack the Cam-Bewegung. Cracker und Hacker versuchen, Webcams und die moderneren Netzwerk-Kameras unter ihre Kontrolle zu bringen, um damit Schindluder zu treiben. Bedroht ist jeder, der ein solches Gerät besitzt, zumal viele Webcam-Tools ohnehin inzwischen Funktionen bieten, um die Bilder der Kamera ins Netz und an einen anderen Rechner zu übermitteln, zum Beispiel, um vom Hotel im Urlaubsort aus nachschauen zu können, ob zu Hause alles in Ordnung ist.

Das Problem mit der Neugier

Solange nur der Nutzer der Webcam diese Funktion nutzen kann, ist sie durchaus hilfreich. Doch die Übertragung über das Internet birgt immer das Risiko, dass sich ein Dritter der Technik bemächtigt. So könnte eine Webcam, sinnvoll zur Hausüberwachung angebracht, auch von Einbrechern missbraucht werden, um nach wertvollen Gegenständen in der Wohnung zu suchen, bevor sie den Bruch begehen. Doch auch simple Voyeure könnten ihre wahre Freude an den kleinen Internet-Kameras haben: "Menschliche Neugier ist mit Sicherheit der Hauptgrund, um sich in eine Webcam zu hacken", so Hardy.

Anzeige

Und tatsächlich: Fernseh-Formate wie Big Brother und die allseits beliebten Doku-Soaps beweisen, dass Menschen Interesse am Leben anderer Leute haben - egal, wie langweilig das in der Realität auch aussehen mag. Und wenn dann doch einmal ein Gamer vor Wut über eine verlorene Counter-Strike-Partie in die Tastatur beißt, könnte es passieren, dass er sich schon bald im Web wiederfindet. Doch auch dagegen gibt es eine einfache Lösung: "Der Anwender sollte schlicht und ergreifend den Stecker ziehen", so Christoph Hardy. Zudem hält er die Webcam-Gefahr für Panikmache: "Ich denke nicht, dass Webcam-Hacking in Zukunft stark zunehmen dürfte."

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

CeBIT CeBIT Vorschau auf Produkt-Highlights der Messe

Die CeBIT beginnt erst im März. Schon jetzt zeigten einige Hersteller auf einem Preview-Event in Hamburg jedoch, was sie zu bieten haben. Netzwelt...



Forum