Beleidigen kann teuer werden
Schimpf und Schande: 15.000 Euro für einen "Kinderschänder"
In Online-Chats geht es manchmal heiß her. Neben dem allgegenwärtigen Gewinke und Gegrüße wird oft heiß über aktuelle und allgemeine Themen diskutiert. Oft fliegen bei solchen Diskussionen neben reichlich Fetzen auch derbe Vokabeln durch die Gegend. Künftig sollten sich schimpfende Hitzköpfe in Chats allerdings zurückhalten: Ein britisches Beispiel zeigt, dass Beleidigungen teuer werden können.
Beleidigung kann teuer werden
10.000 Britische Pfund Schadensersatz muss die Universitäts-Dozentin Tracy W. an den konservativen Politiker Michael Keith-Smith zahlen, wegen Verunglimpfung. Das berichtete die britische Tageszeitung "Guardian". Tracy W. beschimpfte Keith-Smith als "Fetthirn", "Rassist", sogar ein "Kinderschänder" und "Nazi" sollte er in den Augen von Frau W. gewesen sein. Der setzte sich gegen diese Beleidigungstiraden gerichtlich zur Wehr - und gewann umgerechnet rund 15.000 Euro.
Grund für die hitzigen Diskussionen waren Stellungnahmen des Politikers zum Irak-Krieg, an dem Großbritannien sich aktiv beteiligt hat. Keith-Smith soll nach eigenen Angaben die Haltung der britischen Regierung kritisiert haben, während Frau W. sich massiv für den Einsatz gegen den Irak eingesetzt und die Entscheidungen des dynamischen Duos Bush & Blair massiv verteidigt habe.
Rasende Eskalation kann teuer werden
Die Haltung des Politikers machte Tracy W. rasend bis zur persönlichen Eskalation: Das "Fetthirn" habe eine Mitarbeiterin sexuell belästigt. Als der sich daraufhin darum bemühte, die Identität der Beleidigungs-Maschine herauszufinden, wurde er Opfer weiterer unflätiger Wort-Attacken. Ein "bigotter Rassist" und eine "Made" sei er, im Zusammenhang mit einer Kriegs-kritischen Haltung sicherlich mehr als eine blanke Beleidigung, sondern blanke Verleumdung. Dieser Ansicht war auch der Richter, die hohe Schadensersatz-Summe erklärt sich auch dadurch, dass die Streitgespräche in öffentlichen Foren stattfanden und entsprechend "für die ganze Welt lesbar" gewesen seien.
Auch in Deutschland müssen sich Chatter in Acht nehmen: Die vermeintliche Sicherheit und Anonymität in Webforen, Newsgroups und Chats verleitet viele Anwender dazu, ungebührend über die Stränge zu schlagen und das Gegenüber massiv zu beleidigen. Diese Beleidigungen können, wenn sie den Falschen treffen, durchaus zu einer Anzeige führen. Zumal die Anonymität im Netz ohnehin faktisch nicht vorhanden ist: Wer in Foren und Chats beleidigt, muss damit rechnen, dass er über seine IP-Adresse identifiziert wird. Empfindliche Strafen können folgen.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 5 Beiträge
Zitat: wenn man jemanden absolut nicht mag kann man das auch anderes ausdrücken. Zumal die plumpe Beleidigung auf Allerweltsniveau dann doch eher unbefriedigend ist. Besser:...
Ganz meiner Meinung Jan.Klar jeder Mensch reißt irgendwann der Geduldsfaden,aber wenn man jemanden absolut nicht mag kann man das auch anderes ausdrücken.Das dies nicht immer leicht ist weiß wohl auch jeder.Aber es...
Gott sei dank gibt es bei netzwelt beschreibungen wie man über Proxis praktisch anonym im Web surfen und auch in Foren schreiben kann. Also wer es unbedingt braucht ;) Aber wer es nötig hat jemand in einem Forum zu...
Zitat: Ein britisches Beispiel zeigt, dass Beleidigungen teuer werden können. [url=http://www.netzwelt.de/news/73888-schimpf-und-schande-15000-euro.html]weiter » [...] ...
Es müßte heißen: Schimpf und Schande: 15.000 Euro für ein "Kinderschänder" mfg Janko (Terror-Geschädigter) Janko Weber, Flemmingstr. 11, 04177 Leipzig