VDSL vs. kein DSL: "Wir verlieren den Anschluss"

Allheilmittel WiMAX

Bei Thomas Schuch im hessischen Ettingshausen handelt es sich auch um einen Einzelfall: Über den Ortsbeirat gelangte das Thema zum Wahlkreisabgeordneten Hermann Otto Solms von der FDP. "Solms schrieb einen Brief an Telekom-Vorstand Kai-Uwe Ricke, trotzdem nimmt sich keiner unseres Problems an", klagt Schuch. Jetzt bekommt Ettinghausen vielleicht eine Funklösung eines lokalen Anbieters - aber auch das ist noch nicht sicher.

Auch Martina Krogmann sieht in der Funktechnik eine Chance für die Zukunft: "Es ist ein Problem, dass die Breitband-Diskussion immer zur DSL-Diskussion wird", sagt sie. "Dabei gibt es auch andere Technologien, die Ähnliches und sogar mehr leisten." So hat auch die Deutsche Telekom ihr "T-DSL via Satellit" zur CeBIT überarbeitet: Eine Flatrate mit 1024 MBit Downstream inklusive ISDN- oder Modem-Upload kosten rund 80 Euro im Monat. Im Vergleich zu DSL natürlich immer noch teuer und auch technisch nicht ganz einfach einzurichten.

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WiMAX hingegen befindet sich noch auf dem Weg: Gerade hat die Bundesnetzagentur die Bewerbungen um Frequenzen abgeschlossen. Laut der Agentur haben sich auch viele kleine Anbieter um regionale Lizenzen beworben. "Erfreulich ist insbesondere die Zahl der Frequenzanmeldungen auch für die Regionen, in denen bisher keine DSL-Angebote verfügbar waren", sagte Matthias Kurth, Chef der Bundesnetzagentur. Bis zu einer breiten Einführung von WiMAX wird es aber noch dauern: Vergeben werden die Lizenzen erst im Herbst, vor 2007 ist also nicht mit großen WiMAX-Angeboten zu rechnen.

skydsl schuessel

skyDSL: Alternative vom Himmel

DSL ist also offenbar noch die einzig wirklich praktikable Lösung. Eine direkte staatliche Beteiligung am DSL-Ausbau lehnen beide Politikerinnen jedoch vehement ab: "Eine direkte finanzielle Beteiligung des Staates ist problematisch", warnt Grietje Bettin. "Alle Anbieter müssen die gleichen Chancen bekommen. Subventionen dürfen regionale Anbieter nicht aus dem Wettbewerb drängen." Auch Martina Krogmann möchte kein Geld zuschießen: "Das ist zu planwirtschaftlich", sagt sie.

Flächendeckend?

"Mit einer Abdeckung von 98 Prozent wären wir 2008 wieder in der Spitzengruppe", ist sich Krogmann sicher. "Eine vollständige Abdeckung wurde uns schon für 2006 versprochen", ärgert sich Thomas Schuch. Doch selbst wenn es so kommen sollte - was passiert mit den übrigen zwei Prozent? "Zu den restlichen zwei Prozent gehören zum Beispiel Einödhöfe, die weit außerhalb von Ortschaften liegen", weiß Krogmann. Dort kann dann wohl nur noch Satelliten-DSL helfen - oder in Zukunft WiMAX.

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