Belkin Pre-N Router funkt vorbildlich
Im Test: Belkin-Router mit Reichweiten-Plus
Christian Grohmann
...gut!
Das seltsame Gestaltungskonzept geht in der Praxis auf: Hängt der Router an der Wand, weisen die Anschlussbuchsen nach unten und die Antennen nach oben. Allein die Beschriftung hätte dann genau andersherum orientiert sein sollen. Ein weiterer, kleiner Fehler liegt bei den sieben Leuchtdioden: Die scheinen tief im Gehäuse versenkt zu sein, denn ihre Leuchtkraft lässt bei direktem Tageslicht zu wünschen übrig.
Dem Pre-N Router liegt eine dreisprachige Kurzanleitung bei, die sich allerdings auf das Anschließen des Routers beschränkt. Zur Grundkonfiguration verfügt der Pre-N Router über einen Installations-Assistenten, der nicht wie bei anderen Routern im Web-Interface integriert, sondern auf der beiliegenden CD zu finden ist. Wer mehr über die Konfiguration wissen möchte, findet auf der CD sechs PDF-Dokumente in verschiedenen Sprachen mit jeweils rund 100 Seiten. Wer selbst damit nicht zurecht kommt, wendet sich an die kostenlose Hotline für technischen Support.
Während Installations-Assistent und Handbuch auf Deutsch vorliegen, sollte man für das HTML-Konfigurationsmenü die englische Sprache zumindest lesen können - eine Sprachwahlfunktion gibt es nicht. Wer damit zurecht kommt, findet ein recht übersichtliches, aber schlichtes Menü vor. Hilfe gibt es auch hier nur auf Englisch - außerdem beschränkt sich die Hilfe auf eine knappe Erläuterung der einzelnen Funktionen.
Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass ein Nutzer auch ohne Passwort in das Hauptmenü gelangt. Erst wenn es an die Einstellungen geht, wird danach verlangt. So kann jeder Nutzer den allgemeinen Status des Routers abfragen, sicherheitsrelevante Bereiche wie WLAN- oder Zugangs-Passwörter bleiben dagegen dem Administrator vorbehalten.
Big Belkin is watching you
Ein weiteres Feature ist das integrierte Parental-Control-System, mit dem Eltern den Internetzugriff ihrer Kinder einschränken können. Das System beinhaltet nicht nur den üblichen Adress- und Inhalts-Filter, sondern kann jede Internet-Anfrage auch an eine Belkin-Datenbank durchstellen, die dann ihr Okay für die jeweilige Seite gibt. Mit einem Supervisor-Passwort lässt sich der Kontrollmechanismus umgehen, wenn Mama oder Papa am PC sitzen. Hilfe dazu leistet ein englischsprachiges Kurzhandbuch.
Doch nicht nur der Router-Hersteller könnte auf diese Weise die angefragten Webseiten nachvollziehen, ganz konkret kann auch der Administrator des Routers die besuchten Webseiten protokollieren lassen. Das dürfte nicht nur den Nachwuchs, sondern auch den Mitarbeiter stören, der seine Privatsphäre verletzt sieht. Wirklich schade ist allerdings, dass das Parental-Control-Feature nur für sechs Monate kostenlos zur Verfügung steht - danach muss selbst für den Adress-Filter bezahlt werden, der bei anderen Routern zur Standard-Ausstattung gehört.
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