Die Messe ist weniger VoIP-enthusiastisch als im vergangenen Jahr
CeBIT: Leichte VoIP-Katerstimmung
Lars Gurow
Auf der CeBIT 2005 haben einige Provider wohl etwas zu tief ins VoIP-Glas geschaut: Im Jahr 2006 herrschte dagegen beinahe Abstinenz, wie beispielsweise bei 1&1: Mit 500.000 VoIP-Rufnummern und 284 Millionen VoIP-Minuten ist 1&1 der größte VoIP-Anbieter in Deutschland. Doch was gab es auf der CeBIT von 1&1 zum Thema VoIP? Nichts.
Dabei hatte es so schön angefangen: Zu Anfang sah VoIP wie ein weiteres Extra zum DSL-Anschluss aus, etwa so wie eine E-Mail-Adresse. Doch dann sollte VoIP die alten Telefonanbieter das Fürchten lehren, und zwar mit einem Minutenpreis von einem Cent, ohne Grundgebühr und technisch überlegen. Schließlich durfte sogar die Telekom-Tochter T-Online VoIP anbieten, und auch Arcor beeilte sich, an Bord zu kommen - obwohl VoIP Gift ist für jedes Telefon-Festnetz. Das ist auch das Credo der meisten Stadtnetzbetreiber: VoIP wird hier einfach totgeschwiegen. Mit Lycos hat nun auch der letzte der bekannten bundesweiten DSL-Provider ein VoIP-Angebot gestartet.
Die Flatrate als einzig wahrer Tarif
Doch was ist anders als im vergangenen Jahr? Telefonflatrates für Deutschland, Europa und die USA erobern das VoIP-Geschäft. Bei den Festnetz-Flatrates sticht 1&1 heraus, indem mit "lebenslang kostenloser Telefonie" geworben wird. Strato hat eine Flatrate für Europa und die USA, sipgate bringt eine Kampfpreis-Flatrate für Deutschland und Europa. Grundlegende Neuerungen gibt es aber kaum. Und ein VoIP-Thema war in diesem Jahr weniger prominent als im vergangenen, und das war die Bildtelefonie.

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Bildtelefone: Der Erfolg bleibt aus
Viele Provider hatten zwar einige Geräte an ihren Ständen, sie wurden aber längst nicht so stolz herumgezeigt wie noch 2005. Und auch die Menge der Geräte war deutlich geringer. Am sipgate-Stand zeigte Firmen-Chef Thilo Salmon ein Bildtelefon. "Funktioniert mit einem normalen VoIP-Account", erläuterte Salmon. Technisch sei Bildtelefonie kein Problem, das gängige SIP-Protokoll bringe die nötige Leistung mit. "Wie bei einem normalen Gespräch handeln die Geräte nicht nur einen Sprachcodec, sondern eben auch einen Videocodec aus", erklärte er.
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