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16.03.2006
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Kleiner, größer und heimeliger

CeBIT: Von Winzlingen und Wohnzimmer-PCs

Benjamin Schnitzler

netzwelt: Und wer kauft sich so einen Kleinst-PC?
Bastian Fröhlig: Wir sehen die Zielgruppe einmal im Business-Bereich, bei Kunden, die einfach einen sehr leisen PC haben wollen - der Shuttle XPC Mini X100 ist passiv gekühlt. Dann gibt es noch den Home-Bereich für Kunden, die einen PC haben wollen, um darauf zu spielen, aber keine High-End-Gamer sind, im Internet surfen oder Textverarbeitung machen. Ich sage mal: der einfache Durchschnitts-User.
netzwelt: Wie verkaufen sich die Mini-PCs?
Bastian Fröhlig: Sie verkaufen sich sehr gut. Wir haben allein im letzten Jahr 700.000 Stück abgesetzt. Es wird geschätzt, von Gartner und anderen Marktforschern, dass wir in diesem Bereich einen ungefähren Marktanteil von 70 bis 80 Prozent haben. Gartner erwartet, dass 2008 weltweit 32,7 Millionen Mini-PCs verkauft werden. Wir sehen da einer guten Zukunft entgegen.

netzwelt: Und wann kommt der erste Hosentaschen-PC?
Bastian Fröhlig: Ich denke, den gibt's schon. Er heißt Handy.
netzwelt: Shuttle bietet mittlerweile einen Online-Konfigurator an, mit dem sich Mini-PCs mit ein paar Mausklicks zusammenstellen lassen. Geht der Trend weg von Selbstbau-PCs hin zu kleinen Komplettrechnern?
Bastian Fröhlig: Wir sehen das einfach als Zwei-Schienen-Modell: Einmal haben wir die Barebones für die Experten, die in der Lage sind selber zu schrauben, oder den Fachhandel, der individuelle Systeme baut. Dann haben wir Systeme für die Kunden, die bisher vielleicht beim Media-Markt oder Aldi gekauft haben und die einfach ein System wollen, dass sie zu Hause anschließen, anschalten, ihre Windows-Registrierung durchführen und anschließend einfach loslegen können.

Wohnzimmer- und Mini-PCs auf der CeBIT 2006

  • Wohnzimmer-PC mit Intel VIIV
  • Wohnzimmer-PC mit Intel VIIV
  • Wohnzimmer-PCs mit Intel VIIV
  • Shuttle XPC SN27P2: Neuer Mini für Hardcore-Gamer
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netzwelt: PCs mit zwei Grafikkarten sind dank SLI und Crossfire längst keine Ausnahme mehr. Besteht die Möglichkeit, mehrere Mini-PCs miteinander zu verbinden, um bei Spielen oder Profi-Programmen noch mehr Leistung herauszuholen?
Bastian Fröhlig: Es gibt unter anderem ein Projekt in den USA, wo um die 400 Mini-PCs von Shuttle parallel geschaltet wurden. Dies ist also bereits möglich.
netzwelt: Zurück zum XPC Mini X100: Kann Apple seinen mac mini jetzt wieder einpacken?
Bastian Fröhlig: Apple mac mini und Shuttle XPC sind unterschiedliche Produkte. Apple spricht meiner Meinung nach eine andere Zielgruppe an. Auch wenn man jetzt auf Intel-Prozessoren setzt und meint, dass "langweilige PCs" über Jahre "langweilige Aufgaben" zuverlässig erledigt haben. Sicherlich eine interessante Aussage, aber vielleicht sollten Steve Jobs & Co. auch mal auf der Shuttle-Homepage vorbeischauen. Langweilig sind unsere PCs bestimmt nicht. Wir haben aber kein Problem damit, dass Apple nun auch auf typische PC-Komponenten setzt.

netzwelt: Was zur Hölle ist eigentlich ein Wohnzimmer-PC?
Bastian Fröhlig: Wenn ich dafür die absolute Erklärung hätte, wäre das sehr schön. Ich kann aber einmal sagen, was wir darunter verstehen: ein System, das alle Medien verbindet. Bisher hatte ich in meinem Wohnzimmer meinen CD-Player, meinen DVD-Player, meine Set-Top-Box, meinen Receiver, meine Spielkonsole und hatte auf dem Tisch mehr Fernbedienungen als vernünftige TV-Sender. Wir wollen einfach ein System haben, was vom Design her sehr gut aussieht, ins Wohnumfeld passt, alle Geräte kombiniert und sich einfach leicht bedienen lässt.
netzwelt: Und wie steht es mit der Lautstärke?
Bastian Fröhlig: Die Lautstärke ist sehr gering, wir liegen bei einigen unserer Systeme unter einem Sone. Das bedeutet, es ist von der Lautstärke her leiser als ein leises Flüstern. Grob lässt sich sagen, dass sich PCs ab einem Sone fürs Wohnzimmer eignen und da liegen wir drunter.


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