Kleiner, größer und heimeliger
CeBIT: Von Winzlingen und Wohnzimmer-PCs
Benjamin Schnitzler
Sie sind die Schönheitskönige unter den Computern - so genannte Wohnzimmer-PC. Sie sehen aber nicht bloß gut aus, sondern vereinen oft Spielkonsole, Musik-Anlage und DVD-Player in einem kompakten Gerät, das sich problemlos im Hi-Fi-Regal verstauen lässt. Optisch mindestens ebenso ansprechend sind die Winzlinge unter den Heimrechnern, die auf engstem Raum alles unterbringen, was ein richtiger PC braucht.
Zu einer bekannten Größe auf dem Markt der Mini-PCs in Würfelform hat sich der taiwanesische Hersteller Shuttle etabliert. Doch klein war der Zwergenschmiede noch nicht klein genug, denn mit dem XPC Mini X100 wurde auf der CeBIT 2006 ein regelrechter "Mikro-PC" vorgestellt: Er sieht aus wie die moderne Variante eines alten Diskettenlaufwerks für den Commodore 64, kann aber deutlich mehr. Er ist gerade einmal fünf Zentimeter hoch und kommt mit der Stellfläche eines DIN A4-Blatts aus.
Wohnzimmer- und Mini-PCs auf der CeBIT 2006
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Mini-PC neu definiert: Shuttle XPC Mini X100
Unter dem Gehäuse im "Ultra Small Form Factor" verbirgt sich die Technik schneller Notebooks der neuesten Generation. Für ordentliche Leistungsreserven sorgt ein mobiler und Strom sparender Dual-Core-Prozessor von Intel. Ein passiv gekühlter Aufbau sorgt für einen fast lautlosen Betrieb ohne lärmende Lüfter. Wie schon auf der Leipziger Games Convention 2005 fuhr Shuttle ein ganzes Arsenal von Mini-PCs auf, an denen die Besucher nach Herzenslust daddeln konnten.
Hier konnte die asiatische Antwort auf Apples mac mini bereits ihre Spieletauglichkeit unter Beweis stellen. Leider ist der XPC Mini X100 zumindest in der ausgestellten Form noch nichts für den geneigten Hardcore-Gamer, der auch gerne Titel wie "Battlefield 2", "Half-Life 2" oder "Quake 4" in hoher Qualität spielen möchte. Doch rein theoretisch wäre es möglich, dem Winzling eine richtig flotte Grafikkarte mit Nvidias GeForce Go 7800 GTX zu verpassen. Spätestens dann würden Shuttle die Herzen der LAN-Partygänger förmlich zufliegen.
Mehr drin für Computerspieler
Zum Herumschleppen bietet sich neben dem XPC Mini X100 auch Shuttles neuer Flachbildschirm XP19 an - endlich ein Shuttle-Monitor mit gängigen 19 Zoll Bildfläche. Bisher war das in gehärtetes Glas und leichtes Aluminium gebettete Display nur in 17 Zoll erhältlich, zum Beispiel in Form des von netzwelt getesteten XP17 TempAG V2. Doch auch die ambitionierten Computerspieler sollten auf der CeBIT 2006 nicht leer ausgehen.
Denn Shuttle präsentierte noch zwei neue Hochleistungswürfel für AMDs neuen Sockel M2 sowie für Intel-Prozessoren. Im neuen, edel anmutenden "P2"-Design ist es anders als bei den bisherigen Mini-PCs möglich, vier Arbeitsspeicher-Riegel mit einer Gesamtkapazität von vier Gigabyte einzubauen. Sogar noch üppiger als bei manchen ausgewachsenen PCs fällt hingegen die USB-Ausstattung mit satten zehn Ports aus. Mehr über Wohnzimmer-PC, Kleinstrechner und Mitbewerber Apple erzählt uns Bastian Fröhlig, der PR Manager von Shuttle, im Interview.
netzwelt: Werden PCs künftig kleiner oder größer?
Bastian Fröhlig: Wir arbeiten daran, dass sie kleiner werden. Schließlich sind wir Marktführer im Bereich Mini-PCs und haben den Markt mit unserem Format geprägt. Wir werden mit dem Shuttle XPC Mini X100 noch kleiner werden. Er ist nur noch 5,3 Zentimeter hoch und so groß wie ein DIN A4-Blatt. Also ungefähr so groß wie das Branchenbuch von Düsseldorf.
netzwelt: Finden Sie nicht, dass der X100 einem Diskettenlaufwerk für den C64 ähnelt?
Bastian Fröhlig: Wir haben definitiv nicht diesen schönen "Brotkasten". Sicherlich ist eine Ähnlichkeit da, weil einfach ein Laufwerk verbaut wurde. Würde man es weglassen, sähe es bestimmt anders aus. Da könnte man auch sagen, ein Mini-PC sehe aus wie ein Schuhkarton oder ein großer PC wie ein Steinklotz. Vergleiche findet man immer.
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: Hardware, HTPC, Interview, CeBIT 2006, Shuttle
-
Touchscreen im Metallmantel: Shuttle XP 19
Neuer LCD-Bildschirm auf der Computex vorgestellt -
Neues Atomzeitalter auf der IFA: K58 von Shuttle
Barebone mit ordentlich Dampf unter der silbernen Schale -
Shuttle D10: Gehäusewürfel mit Sieben-Zoll-Touchscreen
Berührungsempfindlicher Barebone
Links zum Artikel
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
CeBIT: Von Winzlingen und Wohnzimmer-PCs
Was sagen Sie dazu?
CeBIT: Von Winzlingen und Wohnzimmer-PCs von netzwelt.de steht unter einer Creative Commons-Lizenz. Sie dürfen die Texte für nicht-kommerzielle Zwecke nutzen, bei Angabe und Verlinkung der Quelle "netzwelt.de".
Klicken Sie hier für weitere Informationen
nach oben








