CeBIT: Wasser statt Lüfter - die bessere PC-Kühlung
CeBIT: Wasser statt Lüfter - die bessere PC-Kühlung
netzwelt: Zeigt sich eine Tendenz, dass sich mehr Menschen eine Wasserkühlung zulegen?
Markus Husterer: Ja, eindeutig. Der Wasserkühlungsmarkt nimmt stetig zu, da auch die Lautstärke der PCs stetig zunimmt. Und für viele User ist der PC mittlerweise einfach zu laut. Die Wasserkühlung kann hier die optimale Lösung darstellen, welche tatsächlich auch immer mehr User anwenden.
netzwelt: Sind leise PCs in Zukunft nur noch mit Wasserkühlung zu realisieren, wird sie sich womöglich sogar zum Standard entwickeln?
Markus Husterer: Das ist schwierig zu beantworten. Ich würde sagen, dass sie sich in einem bestimmten Marktsegment sicherlich als Standard etablieren wird.
netzwelt: Und welches wäre das?
Markus Husterer: Im High-End- und Game-PC-Segment auf jeden Fall. Ich denke aber, dass der PC-Markt momentan etwas auseinander geht. Mittlerweile gibt es optimierte Maschinen für Spieler, optimierte Maschinen für Profis, auch für die ist das interessant, weil die immer leistungsfähigere PCs benötigen und Lautstärke da eine besondere Rolle spielt.
Und da gibt es natürlich die Home-Theater-PCs fürs Wohnzimmer, und da vermute ich, dass die Entwicklung eher in die Richtung von optimierten Prozessoren geht und nicht unbedingt die Wasserkühlung im Vordergrund steht. Aber wenn man sich die Game- oder High-End-Office-PCs anschaut - da wird es keine andere Lösung geben. Wir bekommen viele Anfragen nicht nur von enthusiastischen Heimanwendern, sondern auch von Firmen oder Ingenieurbüros, die mehrere leistungsstarke CAD-Workstations haben.
Wenn man sich vorstellt, dass vier Zeichner in einem Büro mit vier "Höllenmaschinen" arbeiten, dann kann sich keiner mehr konzentrieren. Das sind sehr teure Anlagen mit hochauflösenden Spezialmonitoren, da spielen die 300 Euro für eine Wasserkühlung überhaupt keine Rolle mehr, wenn sie dafür vernünftig in Ruhe arbeiten können.
netzwelt: Wenn wir schon beim Preis sind - was kostet der Wasserkühlungs-Einstieg eigentlich?
Markus Husterer: Also, es geht los bei etwa 120, 130 Euro für ein hochwertiges Komplettsystem für die CPU-Kühlung. Es wird aber noch nach unten gehen, wir arbeiten auch an günstigeren Lösungen. Allerdings ist bei uns immer wichtig, dass die Qualität stimmt. Und wenn die Qualität nicht mit einem günstigen Preis vereinbar ist, dann verzichten wir solange auf diese Lösung, bis sie in einer Art herstellbar ist, die unseren Anforderungen entspricht.
netzwelt: Gehen die Preise eher nach unten?
Markus Husterer: Ja, die werden natürlich in dem Bereich noch nach unten gehen. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass es niemals auf ein Level kommen wird, das ein Luftkühler hat. Es wird keine 20-Euro-Wasserkühlung geben, weil es technisch nicht machbar ist - auch nicht aus China oder sonstwoher, alleine durch die Anzahl von Komponenten, die Sie brauchen.
netzwelt: Kann eine Wasserkühlung den Lüfter heute schon komplett ersetzen?
Markus Husterer: Das ist eine gute Frage. Wenn Sie das System richtig planen, dann ist das kein Problem. Wollen Sie einen vorhandenen PC umrüsten, dann kann es die Wasserkühlung vermutlich nicht leisten, weil Sie zum Beispiel im Netzteil einen Lüfter haben werden und da müssten Sie also das Netzteil tauschen. Sie können dann fast alle Lüfter ersetzen, aber eben nur fast.
Wenn Sie sagen, Sie möchten ein komplett neues System planen, dann können Sie das so aufbauen, dass Sie tatsächlich keinen einzigen Lüfter im System haben.

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