AVM-Product-Manager Jan Schöllhammer im netzwelt-Gespräch
CeBIT-Interview: WLAN kann niemals so sicher sein wie Kabel
Christian Rentrop
netzwelt: Stichwort Gesundheit: Viele DSL-Nutzer benutzen kein WLAN, weil sie Angst vor gesundheitlichen Folgen haben. Was ist Ihre Meinung dazu?
Schöllhammer: Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die die Gefährlichkeit oder Unbedenklichkeit von WLAN abschließend beweisen. Die Frage ist natürlich, was "gefährlich" und "unbedenklich" bedeuten, wenn man die Folgen heute ohnehin noch nicht absehen kann.
netzwelt: Aber wie gefährlich ist WLAN denn nun?
Schöllhammer: Man muss das ein Stück weit abwägen, auch im Zusammenhang mit dem, was sonst um mich herum so passiert, zum Beispiel, mit welchen Leistungen das GSM-Netz arbeitet. Das geht hoch bis zu zwei Watt Sendeleistung. Zum Vergleich: Router von AVM senden mit rund 100 Milliwatt, also 0,1 Watt. Das ist das Maximum, was auf dem WLAN-Frequenzband zugelassen ist und gerade einmal ein Zwanzigstel der Leistung, mit der GSM-Handys senden.
netzwelt: Ist WLAN also ungefährlich?
Schöllhammer: Die Funkleistung nimmt quadratisch mit der Entfernung ab. Ein GSM-Handy, das ich mir direkt an meinen Kopf halte, hat natürlich wesentlich mehr Strahlung als ein Rechner, der vor mir auf dem Tisch steht. Zumal bei WLAN nur ein Zwanzigstel der Sendeleistung eines GSM-Handys benutzt wird. So gesehen kann man sagen, dass WLAN ungefährlicher ist als GSM.
netzwelt: Würden Sie sich denn einen AVM-Router mit aktiviertem WLAN unters Kopfkissen legen?
Schöllhammer: Unter das Kopfkissen vielleicht nicht unbedingt, aber tatsächlich steht einer meiner Accesspoints im Schlafzimmer.
netzwelt: Eine letzte Frage noch: Wenn Sie einen Router kaufen würden, der nicht von AVM ist, welches Gerät würden Sie wählen?
Schöllhammer: Ich würde natürlich nur Geräte von AVM nehmen. Spaß beiseite: Ich denke, ich würde den Linksys WRT 54G nehmen, weil der eine große Open-Source-Gemeinde hat und ich privat ja gerne mit Linux und solchen Dingen herumspiele.
netzwelt: Herr Schöllhammer, wir danken für das Gespräch.
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