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15.03.2006
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AVM-Product-Manager Jan Schöllhammer im netzwelt-Gespräch

CeBIT-Interview: WLAN kann niemals so sicher sein wie Kabel

Christian Rentrop

netzwelt: Sicherheit ist nur die halbe Miete. Wie kann ich feststellen, ob gerade Fremdzugriff auf mein Netzwerk stattfindet?
Schöllhammer: Es gibt in den Fritz!Boxen, wie in vielen Accesspoints auch, die Möglichkeit, eine Liste der aktuell angemeldeten Nutzer anzeigen zu lassen. Daran lässt sich relativ einfach erkennen, ob sich unbekannte Rechner im Netz befinden.
netzwelt: Und wie werde ich die dann los?
Schöllhammer: Viele Accesspoints bieten die Möglichkeit, dass man diese Geräte dann einfach trennt. AVM hat so eine Funktion ebenfalls in der Fritz!Box, in so einem Fall würden Sie dann den MAC-Adressfilter aktivieren und alle Clients herauswerfen, die nicht mit dem WLAN verbunden sein sollen. Dann kommen die auch nicht wieder rein.

netzwelt: Aber der MAC-Adressfilter bietet doch auch keinen wirklichen Schutz, oder?
Schöllhammer: Nein, deshalb warne ich auch davor, den Adressfilter als einzigen Schutz einzusetzen. Er kann eine sinnvolle Ergänzung sein, kann jedoch auch zu neuen Problemen führen.
netzwelt: Welche Probleme sollen das sein?
Schöllhammer: Zum Beispiel kann es passieren, dass man den Filter vergisst, einen neuen Rechner kauft und nicht mehr auf den Router verbinden kann, weil man vor dem unlösbaren Problem steht, Kennwort und alles richtig eingegeben zu haben und trotzdem nicht verbinden zu können. Im Grunde benötigt man aber ohnehin keinen MAC-Adressfilter, WPA und WPA2 bieten in der Regel genug Zugangskontrolle. Beim Einsatz von WEP ist der Filter jedoch absolut zu empfehlen, auch wenn WEP natürlich generell nicht zu empfehlen ist.

netzwelt: Aber lassen sich MAC-Adressen nicht problemlos fälschen?
Schöllhammer: Ja. Deshalb ist der Adressfilter auch nur eine Ergänzung, um den Zugriff weniger erfahrener Angreifer zu verhindern. Für ernsthafte Anwender bildet der Adressfilter keine Hürde, eben weil sich MAC-Adressen so leicht fälschen lassen.
netzwelt: Wie leicht ist das genau?
Schöllhammer: Im Grunde muss nur ein Paket eines berechtigten Clients mitgeschnitten werden, um an eine gültige MAC-Adresse zu gelangen. Diese lässt sich dann leicht per Software auf dem eigenen Rechner einstellen. Deshalb warne ich ausdrücklich vor der Anwendung des MAC-Adressfilters als einzige Schutzmaßnahme, weil es keine echte Schutzwirkung gibt.

netzwelt: Stichwort Schutzwirkung: Wie steht es denn mit dem Verstecken der SSID?
Schöllhammer: Genau das gleiche Thema. Sobald sich ein Client anmeldet und ich diesen Anmeldevorgang mitschneiden kann, weiß ich auch die SSID. Diese wird immer unverschlüsselt übertragen, auch wenn ich WEP- oder WPA-Verschlüsselung aktiviert habe. Das ist natürlich auch kein echter Schutz, im Gegenteil, man schränkt sich sogar noch den Komfort ein, ohne tatsächlich eine höheren Schutz zu erreichen. Es kann obendrein ein trügerisches Sicherheitsgefühl entstehen, dass den Anwender auf weitere Sicherheitsmaßnahmen verzichten lässt.

netzwelt: Also können das Verstecken der SSID und der MAC-Adressfilter getrost abgeschaltet werden?
Schöllhammer: Tatsächlich bieten beide Verfahren keinen ausreichenden Schutz, es muss immer noch ein sicheres Verschlüsselungsverfahren wie WPA eingesetzt werden. Insofern ist der Einsatz der beiden Technologien eine Ergänzung, die ohne die Verschlüsselung jedoch nichts wert sind.


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