Das 50-MBit-Glasfasernetz geht im Sommer an den Start - mit ungewissen Vorzeichen
CeBIT: VDSL-Netz - Schnell geht es, aber wohin?
Lars Gurow
Mit dem Hype-Thema ADSL2+ will sich die deutsche Telekom gar nicht lange aufhalten. "Ab Mai bieten wir das an, im Juni wollen wir 70 Prozent aller Anschlussbereiche versorgt haben", so Telekom-Sprecher gegenüber netzwelt auf der CeBIT. Richtig begeistert klingt er nicht, denn schließlich soll VDSL mit Bandbreiten von 50 MBit/s rund dreimal so schnell sein, und schon im Sommer sollen die ersten zehn Städte versorgt sein. ADSL2+ ist da offenbar eher ein kleiner Schritt auf dem Weg.
VDSL verspricht Bandbreiten von 50 MBit/s im Downstream und 13 MBit/s im Upstream - allerdings nur in einem kleinen Radius um einen Umsetzer von Glasfaser auf Kupferkabel. Bereits bei rund einem Kilometer Entfernung sinkt die Bandbreite auf 25 Mbit. Um nun aber möglichst nah an den Kunden zu kommen und das Kupferkabel zum Kunden kurz zu halten, muss neue Glasfaser her.
Die Bagger rollen
Und genau die verlegt die Telekom gerade: 4.000 Kilometer werden momentan verlegt, um die ersten zehn Städte anzuschließen. In den Straßen stellt sie für das VDSL-Netz 20.000 so genannte Multifunktionsgehäuse auf, in denen die Umsetzung von Glasfaser auf Kupfer stattfindet. Für diesen ersten Schritt will die Telekom laut Festnetz-Boss Walter Raizner 500 Millionen Euro in die Hand genommen haben.
"Bis zum Gesamtausbau der zehn Städte werden es rund 8.000 Kilometer Glasfaserkabel und bis zu 38.000 neue Multifunktionsgehäuse sein", sagte Rainzer in einer Rede zum CeBIT-Auftakt. Insgesamt plant die Deutsche Telekom, drei Milliarden Euro für das VDSL-Netz auszugeben. Am Ende sollen 50 Städte angeschlossen werden.
Zunächst zehn Städte
"Wir peilen einen Start Richtung Jahresmitte an", erläutert Telekom-Sprecher Seibel. Dann soll es in zehn Städten soweit sein, und zwar in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Bis 2007 will der die Firma für das Netz die volle Ausbaustufe erreicht haben.
Passende Dienste sind aber noch nicht in Sicht. "Ich bin sicher, dass das schnelle Netz neue und interessante Anwendungen generieren wird", erzählt Seibel. Weitere Zahlen, Dienste oder gar Preise sind noch nicht bekannt. "Zum Produktangebot gibt es noch nichts Konkretes", sagt T-Com-Mann Seibel.
T-Com pocht allerdings weiterhin auf das Recht, das neue Netz alleine nutzen zu können: T-Com-Vorstand Raizner will "unternehmerischen Mut und unternehmerisches Engagement gewürdigt" wissen und hofft auf "entsprechende politische Rahmenbedingungen". Heißt im Klartext: Keine Konkurrenz im neuen Netz, und das auf einem Persilschein direkt aus Berlin.
Ärger aus Brüssel
Den Persilschein droht nun aber die EU-Kommission zu versauen: Viviane Reding, EU-Kommissarin für Medien, drohte der Bundesregierung mit einer Klage, falls diese die Deutsche Telekom für das VDSL-Netz von der Regulierung freistelle. Das berichten verschiedene Medien übereinstimmend.
So bleibt es spannend rund um VDSL: Noch fehlen Dienste und Preise, und auch die Technik steht noch nicht. Offenbar haben auch Bundesregierung und EU-Kommission ein Wörtchen mitzureden. Aber letzten Endes werden die Kunden entscheiden, ob VDSL ein Erfolg wird.
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