Grafikschmiede im Gespräch

CeBIT-Interview mit Nvidia: "Was gut ist, ist teuer"

Selten wurde visuelle Unvernunft so glorifiziert wie von Nvidia auf der diesjährigen CeBIT: vier Grafikkarten für PCs, doppelt bestückte Notebooks, ein Deckmantel - High Definition, kurz HD. Ein überbeanspruchter Begriff, wie Nvidias Senior Vice President Daniel F. Vivoli auf der Pressekonferenz selbst zugibt: "Overused", meint er. Grund genug für netzwelt, die große Grafikschmiede einmal zur Rede zu stellen.

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Nvidia GeForce 7900 GT - Nvidia GeForce 7900 GT
Nvidia GeForce 7900 GT

Dafür schnappten wir uns auf der weltgrößten Computermesse den Product PR Manager von Nvidia, Jens Neuschäfer. Er ist 37 Jahre jung, hat zwei Kinder und außerdem Englisch und Geographie auf Lehramt studiert. Bevor er im Jahre 2000 zum Prozessorproduzenten AMD wechselte, verdiente er sich seine Sporen bei Diamond Multimedia, dem Schöpfer der fast schon legendären Monster-Grafikkarte mit Voodoo 2-Chip von 3Dfx. Seit 2003 ist er für Nvidias Produktpalette zuständig.

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Jens Neuschäfer von Nvidianetzwelt: Herr Neuschäfer - Ihr erster PC?
Jens Neuschäfer: Ein Commodore 64.
netzwelt: Ihre größte PC-Panne?
Jens Neuschäfer: Ich habe ein Netzteil so geschrottet, dass es gebrannt hat. Ich habe auch schon mal meinen wassergekühlten PC fallen lassen, sodass alles auslief.
netzwelt: Zocker? Was zuletzt gespielt?
Jens Neuschäfer: Klar! Zuletzt habe ich F.E.A.R. gespielt. Seit einem Jahr spiele ich wöchentlich mehrmals World of Warcraft.

netzwelt: Ihr erstes PC-Spiel?
Jens Neuschäfer: Tennis auf dem Commodore 64, oder Olympische Spiele - Summer Games.
netzwelt: Henne oder Ei: Wer bestimmt die Entwicklung auf dem Spielesektor - die Spieleentwickler oder die Grafikkarten-Hersteller?
Jens Neuschäfer: Die Grafikkarten-Hersteller. Weil wir vorgeben, was technisch möglich ist. Das wird dann zwar erst Jahre später realisiert, aber ohne Technologie wie Shader Model 3 kommt keine Innovation in den Spielemarkt.

netzwelt: Versetzen Sie die Spieleentwickler damit nicht in einen gewissen Zugzwang?
Jens Neuschäfer: Wir setzen sie nicht unter Zugzwang. Wir arbeiten mit ihnen daran, bessere PC-Spiele für den Endkunden herauszugeben. Wir haben ein Team von über 100 Leuten weltweit, das mit Spielentwicklern zusammenarbeitet unter dem Motto "The way it's meant to be played".
netzwelt: Etwa 20 Millionen Deutsche verbringen einen Teil ihrer Freizeit mit Konsolen- und PC-Spielen, darunter auch Frauen und Senioren. Weshalb spielen heute so viele Menschen?
Jens Neuschäfer: Der Spieltrieb ist ein uralter Trieb der Menschheit und es hat sich ja nur von dem verlagert, was man früher machen konnte - Brettspiele, Kartenspiele - hin zu dem, was man jetzt mit elektronischer Unterhaltung machen kann. Die Leute spielen einfach gern.

Nvidia auf der CeBIT


netzwelt: 1999 hat eine High-End-Grafikkarte mit Nvidias Riva TNT2 Ultra etwa 450 DM gekostet, 2002 kostete das schnellste Modell mit GeForce Ti schon 450 Euro, heute kostet eine High-End-Karte oft weit mehr als 500 Euro. Wie kommt das?
Jens Neuschäfer: Unser Richtpreis für die Top-High-End-Karten ist 549 Euro. Was Hersteller dann an Bundles oder an speziellen Lösungen machen, kann den Preis natürlich erhöhen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot: Das heißt, Leute wollen hochwertige Komponenten und zahlen auch Geld dafür. CPUs sind deutlich teurer geworden, weil sie deutlich mehr leisten. Und GPUs leisten eigentlich noch mehr Arbeit als CPUs, sind deutlich komplexer. So ist auch der hohe Preis in dieser Hinsicht gerechtfertigt.

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