CeBIT: "Wir sehen uns als Anwalt der Kunden" - Napster im Interview
CeBIT: "Wir sehen uns als Anwalt der Kunden" - Napster im Interview
netzwelt: Mit 1,5 Millionen Titeln ist das Angebot riesig - was tut Napster, um seinen Kunden Lust auf neue Musik zu machen und sich bei der Menge an Songs zurecht zu finden?
Schliesche: Das Näherbringen von Musik gehört zu unserem Grundkonzept. Einmal kann der Kunde aktiv nach Musik suchen. Er kann auch in die Sammlungen anderer Kunden reingehen und sehen, welche Playlists die haben. Bewertet werden die nicht, aber er kann sich im Forum mit anderen austauschen.
Redaktionell stellen wir einzelne Künstler vor. Es gibt den ALARM, da werden einmal im Monat neue Künstler vorgestellt. Beim TRIBUTE wird das Gesamtwerk von Musikern oder Bands geehrt. Der letzte Bereich FOUNDATION stellt ein ganzes Genre, zurzeit ist das Reggae, vor. Was sehr gut ankommt, sind die Radio-Channels. Dort laufen Playlists nach verschiedenen Mottos. Auch eine gute Möglichkeit neue Musik kennen zu lernen.
netzwelt: Plant Napster das weiter auszubauen?
Schliesche: Wir wollen die Inhalte häufiger wechseln. Im Moment ändern die sich alle ein bis zwei Monate und wir wollen auf zwei bis vier Wochen runter um auch mehr Künstler vorzustellen.
netzwelt: Das geht doch noch aktueller, aber redaktionelle Inhalte sind teuer. Könnte da nicht eine Finanzspritze - sagen wir mal von Google - helfen?
Schliesche (lächelt wissend): Man muss immer sehen, wo man sich positionieren will. Napster muss sich über die Marge, die wir aus dem Musikvertrieb kriegen, refinanzieren. Egal mit wem wir zusammenarbeiten, das wird sich nicht ändern. Aber ich bin überzeugt, dass Napster aufgrund der Marke und des Produktes es schaffen kann, sich auch alleine am Markt zu etablieren.
netzwelt: Was ist denn nun an den Gerüchten dran, wird es eine Zusammenarbeit mit Google geben?
Schliesche: In den letzten Wochen gab es mehrere Gerüchte - es ging um Entlassungen und Zahlungsschwierigkeiten, um die Kooperation mit Google. Wir wissen nicht, wo sie herkommen. Wir haben uns von zehn Mitarbeitern wegen einer Umstrukturierung getrennt, das ist bei insgesamt 180 nicht viel. Die Stellen werden auch neu besetzt, aber in anderen Bereichen. Wir haben keine Finanzprobleme und wir sehen auch nicht, dass wir gekauft werden oder verkaufen müssten.
netzwelt: Wann wird es MP3-Player im Napster-Shop geben?
Schliesche: Napster wird nicht selbst als Anbieter auftreten. Wir suchen gerade nach einem Partner für einen Technik-Shop. Es gab eigentlich schon einen Vertrag, der das in Deutschland ermöglicht hätte, aber das ist leider kurzfristig nicht zustande gekommen. Aber der Shop kommt in absehbarer Zeit, spätestens Mitte bis Ende April. Daneben gibt es aber mittlerweile rund 20 Handys, die mit Napster kompatibel sind. Die kann ich im Rahmen von "Napster to go" mit der Musik bestücken.

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