Marketing-Chefin Susanne Peter im Interview
CeBIT: Illegale Filesharer überzeugen - nicht verfolgen
Alexandra Sorge
netzwelt: Die WM steht vor der Tür, wird es besondere Aktionen geben - haben Sie vielleicht auch noch ein paar Karten in petto?
Peter (lacht): Es wird im T-Online-Netzwerk und bei der Telekom eine Vielzahl von Aktionen geben. Ich versichere Ihnen, dass auch Musicload Specials und WM-Infos in Angebot haben wird. So ist zum Beispiel Oliver Pocher als WM-Botschafter musikalisch unterwegs. Die Inhalte, die da entstehen, bieten wir natürlich zum Download an.
netzwelt: Die Musikdienste hatten einen rasanten Aufstieg in den letzten Jahren - wie sieht die Welt der Musikdienste in fünf Jahren aus, werden Sie die CDs aus den Regalen vertreiben?
Peter: Nein. So wie heute Zeitung und Internet parallel existieren, wird es auch weiterhin CDs geben. Die Haushalte sind mit entsprechenden Abspielgeräten ausgestattet. Außerdem ist die CD ein wichtiges Medium, um Alben im stationären Handel zu vertreiben. Der digitale Markt wird aber weiter wachsen und seinen Marktanteil vergrößern.
netzwelt: Musicloads Zielgruppe sind ja eher die Teenie-Generation und Freunde von Chart-Musik. Gibt es auch eine Strategie ältere Menschen als Kunden zu gewinnen?
Peter: Musicload erscheint sehr jung, weil wir chartgetrieben sind. Aber die Kunden sind im Schnitt 33 Jahre alt. Unser umfangreiches Angebot spricht eben alle Zielgruppen an. Außerdem haben wir bereits spezielle Produkte für Ältere: Die Compilations zu Karneval mit Wolfgang Petry und anderen Künstlern haben sich zum Beispiel sehr gut verkauft. Im jüngeren Markt haben wir die Aufgabe, die illegalen Filesharer vom kostenpflichtigen Download zu überzeugen. Diese Zielgruppe ist zwischen 13 und 18 Jahre alt.
netzwelt: Und wie wollen sie die überzeugen, nicht mehr illegal herunterzuladen?
Peter: Filesharer haben viel Zeit und wenig Geld. Und weil der illegale Musikdownload weit verbreitet ist, wissen die meisten nicht über die Konsequenzen Bescheid. Die Musikindustrie verfolgt illegale Downloader bereits massiv wegen Verletzung des Urheberrechts. Auch der Phonoverband redet in diesem Zusammenhang nicht mehr von Piraterie, sondern von Diebstahl und verurteilt den illegalen Download. Wir versuchen, diese Menschen zu überzeugen. Mit attraktiven Preise und dem Abo-Modell lässt sich die Zielgruppe durchaus dazu zu bewegen, für garantiert abspielfähige und virenfreie Musik Geld auszugeben.
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