Marketing-Chefin Susanne Peter im Interview
CeBIT: Illegale Filesharer überzeugen - nicht verfolgen
Alexandra Sorge
netzwelt: Was soll das Ganze kosten?
Peter: Im Vergleich zu anderen Anbietern werden wir ein günstiges Preisniveau wählen. Uns ist bewusst, dass "Musicload nonstop" nicht alle Möglichkeiten eines Musik-Abos ausschöpft. Wir wollten ein Produkt entwickeln, das den Verbrauchern den Zugang sehr einfach macht. Der Markt für Abo-Dienste steht in Deutschland ja noch am Anfang.
netzwelt: Und was heißt das konkret?
Peter: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich noch keinen Preis nennen kann. Wir verhandeln derzeit mit der Musikindustrie über die Konditionen.
netzwelt: Apples iTunes liegt laut Statistik ganz knapp vor Musicload. Stiftung Warentest (12/2005) kürt Sie aber zum Service-Sieger - wer ist nun besser?
Peter: Zunächst einmal zu den Download-Zahlen. Sie haben gesagt, laut Statistik würden wir hinter iTunes liegen. Der Punkt ist, dass es keine einheitlichen Erhebungen über verkaufte Einzeltitel gibt. Musicload hat im vergangenen Jahr 15,52 Millionen Songs vertrieben. Diese Zahl wurde von Media Control auf Grundlage der von Musicload gemeldeten Einheiten bestätigt. Danach veröffentlichte iTunes das Ergebnis von mehr als 15,5 Millionen verkauften Songs, allerdings ohne Angabe von Quellen. Media Control hat darüber hinaus bekannt gegeben, dass Musicload 2005 24,8 Prozent mehr digitale Produkte (Verkaufs-Einheiten/ Alben und Singles) als der iTunes Music Store verkauft hat. Danach sind wir also ganz klar Markführer.
Dass die Stiftung Warentest uns im Januar unter zwölf Anbietern als Testsieger ausgezeichnet hat, freut uns. Ausschlaggebend waren die Vielzahl der Bezahlmethoden und die einfache Bedienung, etwa die Suchfunktion. Außerdem lässt sich Musicload ohne spezielle Software nutzen. Wir bieten zwar den kostenlosen Musicload Manager an, mit dem sich beispielsweise Musiksammlungen verwalten lassen. Aber für den Schnellkäufer besteht weiterhin die Möglichkeit, Songs mit dem Standard-Browser herunterzuladen.
netzwelt: Was unterscheidet Sie sonst noch von der Konkurrenz?
Peter: Unsere Redaktion kann sehr schnell auf nationale Musik-Trends reagieren. Als Künstler wie Annett Louisan, "Wir sind Helden" oder "Silbermond" populär wurden, war Musicload von Anfang an dabei. Unseren nationalen Fokus werden wir beibehalten. Dank der engen Zusammenarbeit mit der Musikindustrie bekommen die Kunden auch in Zukunft sehr interessante Angebote.
netzwelt: Was viele Musikfreunde ärgert ist die Tatsache, dass die unterschiedlichen Dienste verschiedene Formate anbieten und nicht alles auf einem Player nutzbar ist. Was kann man dagegen tun - wird da überhaupt etwas dagegen getan?
Peter: Musicload setzt bereits auf ein offenes Format. Durch den Einsatz von Microsoft DRM laufen Musicload-Titel auf jeglicher Hardware, die "Microsoft-enabled" ist.
netzwelt: Aber ihr System scheitert am iPod...
Peter: Das können Sie uns nicht vorwerfen. Ich denke aber, dass der YP-Z5, den wir mit Samsung auf der CeBIT vorgestellt haben, dem iPod mindestens ebenbürtig ist.
netzwelt: Plant Musicload auf weitere Märkte zu expandieren?
Peter: Wir haben das auf der Agenda, mehr ist dazu aber nicht zu sagen.
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