Marketing-Chefin Susanne Peter im Interview
CeBIT: Illegale Filesharer überzeugen - nicht verfolgen
Alexandra Sorge
Musicload geht neue Wege. Auf der CeBIT kündigte der Musikdienst sein geplantes Abo-Modell "Musicload nonstop" an. Netzwelt sprach auf der CeBIT mit Susanne Peter, Director Marketings and Sales. Sie erklärt, warum iTunes doch nicht Marktführer ist, was sie an der Musikindustrie ärgert und verrät, wie es um ihre eigenen musikalischen Fähigkeiten steht.
netzwelt: Nutzen Sie selber Musicload zu Hause?
Peter: Natürlich. Meine aktuellen Songs überspiele ich nach dem Herunterladen auf einen tragbaren Player. Der ist auf jeder Reise dabei. Zu Hause schließe ich dann das Gerät an meiner Stereoanlage an.
netzwelt: Welche Musik hören Sie?
Peter: Ich mag gern entspannte Musik. Eine meiner Lieblingsbands ist Morcheeba - allerdings bin ich ein wenig traurig, dass sie eine neue Sängerin haben. Ansonsten höre ich auch die Top 25.
netzwelt: Musicload hat heute das neue Streaming-Angebot "Musicload nonstop" vorgestellt, wann wird das Angebot online sein?
Peter: Wir könnten sofort starten. Auf der CeBIT haben wir "Musicload nonstop" schon am Live-System demonstriert. Einen Termin nennen wir allerdings erst, wenn die Verhandlungen mit der Musikindustrie erfolgreich abgeschlossen sind.
netzwelt: Was erwartet die Nutzer 2006 außerdem?
Peter: Wir konzentrieren uns auf "Musicload nonstop". Außerdem führen wir weitere Gespräche mit Hardwarepartnern. Ein erster Schritt ist die Kooperation mit Samsung. Ziel ist, dem Kunden den Zugang zur Musik so einfach wie möglich zu machen. Denn das ist der Schlüssel für die Entwicklung des legalen Downloads. Zugegeben: MP3 ist ein einfaches und gängiges Format und das wird es immer geben. Aber wer Musik online verkauft, ist auf Kopierschutz angewiesen. Auch die Hardwareindustrie hat mittlerweile verstanden, dass sich der Markt mit MP3-Technik nicht weiterentwickeln wird.
netzwelt: Es gibt unzählige Internetradios, die lassen sich wie "Musicload nonstop" auch permanent streamen. Warum sollten die Menschen das neue Streamingangebot nutzen, was sind die Vorteile?
Peter: "Musicload nonstop" bietet eine sehr hohe Klangqualität von 128 Kilobit pro Sekunde. Der Abonnent kann sich eigene Playlists zusammenstellen und wird damit zum Programmdirektor. Die Wiedergabelisten der Musicload-Redaktion helfen ihm, neue Musik jenseits der Charts kennen zu lernen. Mit "Musicload nonstop" hat der Kunde Zugriff auf ein gigantisches Repertoire. Großen Mehrwert sehe ich auch im Empfehlungssystem, das einen Austausch mit anderen Kunden ermöglicht. Ein weiterer Unterschied zum Radio: Die Titel sind nicht geschnitten. Bevor ich also einen Song kaufe - etwa weil ich ihn auf CD brennen möchte -, kann ich ihn mir so oft wie ich möchte in voller Länge anhören.
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