Der Razerguy plaudert aus dem Nähkästchen
CeBIT: Der Mäuse-Macher - Razer-Chef Robert Krakoff im Interview
Robert Krakoff ist meilenweit vom Stereotypen des hyperaktiven Computerspielers entfernt. Keine Pickel, keine Brille, nicht dünn, sondern ein freundlicher Krauskopf fortgeschrittenen Alters. In einer Rockband aus den späten 60ern wäre er wohl kaum aufgefallen, doch inzwischen sind die langen Haare ab. Auf der CeBIT sitzt er in einem kleinen Kämmerchen vor dem Bildschirm - darauf läuft der 3D-Shooter "Quake 4". Trotz der allgegenwärtigen Messe-Hektik hat er die Ruhe weg. Sein Alter? "Zeitlos" meint er, darüber rede er nicht. Studiert und graduiert hat er an der University of California in Los Angeles (UCLA) - zuerst Journalismus, später Wirtschaft und Marketing.
Nun lebt er mit seiner Frau in San Diego, wo auch das Hauptquartier von Razer seinen Sitz hat, Tochter und Sohn sind bereits ausgezogen. Das Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Gamer-Hardware spezialisiert, gründete er 1997 zusammen mit einem Geschäftspartner. Mittlerweile ist der Kollege weg und Robert Krakoff eine Art Alleinherrscher über sein verspieltes Reich, Präsident und Geschäftsführer, um genau zu sein.
Er ist Spieler mit und aus Leidenschaft - zu leiden hatte darunter aber auch schon seine Frau, erzählt er mit einer vergnüglichen Anekdote aus nicht allzu ferner Vergangenheit. Er war fast süchtig nach dem Online-Spiel "World of Warcraft", sodass ihn seine bessere Hälfte bisweilen als "World of
Warcrack" titulierte, in Bezug auf das hohe Abhängigkeitspotenzial rauchbaren Kokains. Im Interview mit netzwelt plaudert der selbsternannte "Razerguy" nicht nur über kommende Produkte, persönliche Spielgewohnheiten und seine Einstellung zur Konkurrenz.
netzwelt: Herr Krakoff, sind Sie ein Hardcore-Gamer?
Robert Krakoff: Wenn ich Zeit habe, bin ich Spieler. Ich war mal hardcore.
netzwelt: Jetzt nicht mehr?
Robert Krakoff: Es ist einfach eine Frage der Zeit. Ich verbringe so viele Stunden damit, zu arbeiten und Produkte zu entwickeln, dass sich meine Spielstunden um die Hälfte verkürzt haben. Aber wenn ich Zeit hätte, würde ich mehr spielen.
netzwelt: Was haben Sie als letztes gespielt?
Robert Krakoff: Quake 4, Battlefield 2 und ein bisschen Warcraft.
netzwelt: Welches Spiel gefällt Ihnen am besten?
Robert Krakoff: Im Moment wahrscheinlich Quake 4, denke ich. Ich lerne immer noch einige der neuen Maps kennen, da sind viele Bekannte online, die ich seit Jahren nicht gesehen habe. Es ist, als ob man alte Freunde besuchen würde. Teamspiele sind klasse, aber Kämpfe "one on one" machen mir einfach am meisten Spaß.
netzwelt: Haben Sie jemals professionell gespielt?
Robert Krakoff: Nein, so gut war ich nie.

Sagen Sie Ihre Meinung!