Chang-Hun Jo von Cowon / iAudio über die nächste Generation der tragbaren Unterhaltungsgeräte

CeBIT-Interview: Die MP3-Player der Zukunft, hochbegabte Allzweckwaffen

Handy, MP3-Player und Digital-Kamera - man bräuchte fast einen Rucksack, um all die Technik mit sich herumtragen zu können. Und ständig kommt etwas Neues hinzu. Navigations-Geräte mit eingebautem GPS-Empfänger sowie mobiles Fernsehen und Surfen im Internet sind zwei weitere Trends, die nach und nach Einzug in tragbare Geräte finden. Wieso bietet eigentlich noch kein Hersteller die Allzweckwaffe für den Technikfreak, das oft beschworene digitale Schweizer Taschenmesser, das eine Mischung aus Organizer, MP3-Player, Navi, Digitalkamera, Telefon und Video-Player ist? Liegt es an der Technik selbst, an den Platzverhältnissen, an den Kosten? Netzwelt spricht mit Chang-Hun Jo, General Manager für Europa von Cowon / iAudio über die Zukunft der tragbaren Unterhaltungsgeräte.

netzwelt: Herr Jo, Schlagwort "digitales Schweizer Taschenmesser" - was stellen Sie sich darunter vor?
Jo: Viele Geräte der Unterhaltungselektronik wachsen derzeit zusammen, das verbinde ich mit diesem Begriff. Wir bieten seit geraumer Zeit beispielsweise MP3-Player an, die auch Videos abspielen können. Auch bei Playern mit sehr kleinem Display integrieren wir diese Funktion, weil es technisch machbar ist.

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netzwelt: Haben Sie schon einmal ein längeres Video auf einem normalen MP3-Player angesehen?
Jo: Ich habe mir einen kompletten Spielfilm auf dem iAudio X5 angesehen. Und es ging (lacht). Ich war schon sehr vertieft in den Film.

netzwelt: Danach keinen Augenschaden gehabt?
Jo: Also ich würde mir nicht zwei, drei Filme hintereinander anschauen. Wenn man das länger macht, wird einem schwindelig.

netzwelt: Ich suche schon länger ein Gerät, das die Vorzüge eines Organizers mit den Multimedia-Fähigkeiten eines PMP und den Navigationsmöglichkeiten eines GPS-Empfängers kombiniert. Spiele, eine hochauflösende Digitalkamera und DVB-H würde ich mir als Ergänzung wünschen. Wieso bekomme ich solch ein Gerät weder bei Cowon noch bei einem anderen Hersteller? Liegt es an der Technik oder am Platz?
Jo: Es ist ein technisches Problem. Momentan. Ich setze da große Hoffnung in die Flash-Speicher. Wenn es in zwei, drei Jahren möglich ist, einen 15 Gigabyte großen Flash-Speicher in die Geräte zu integrieren, werden sich neue Möglichkeiten ergeben. Ein wichtiges Thema ist natürlich auch der Prozessor, der all die von Ihnen genannten Aufgaben managen kann. Was wir brauchen, ist ein wirklich starker Prozessor. Ich sehe uns da aber gut aufgestellt. Bei Cowon stellen wir natürlich Überlegungen zum Thema GPS-Navigation und auch zu weiteren Features an.

Derzeit sprechen wir "nur" eine gewisse Zielgruppe im Entertainment-Bereich an. Features wie GPS erweitern diese Zielgruppe. Wer 500 Euro für ein pures Unterhaltungs-Gerät ausgibt, erlaubt sich einen enormen Luxus. Zusätzliche, nützliche Funktionen geben dem Kunden aber eine Art Rechtfertigungsgrund gegenüber sich selbst. Und das ist auch meiner Meinung nach der zentrale Punkt, warum derzeit eine Verschmelzung der verschiedenen Geräte stattfindet. Die Mischung aus Unterhaltungselektronik mit professionellen Anwendungen.

netzwelt: Aktuelles Beispiel für diese Mischung sind ja die hier auf der CeBIT vorgestellten UMPC von Samsung und Asus. Neidisch?
Jo: Ich habe es mir persönlich noch gar nicht angeschaut. Außerdem bin ich da immer ein wenig skeptisch. Zwischen der Ankündigung eines Gerätes auf einer Messe, den ersten Vorserienmodellen und den tatsächlichen Endprodukten liegen oft Welten. Sollen die Apples, Microsofts und Samsungs dieser Welt das machen, was sie gut können, wir werden das machen, was wir gut können.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu MP3-Player hier.

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