Viel Leistung, wenig Vernunft
CeBIT: Nvidia - Im Zeichen des grafischen Overkills
Benjamin Schnitzler
"Sie dachten, wir seien verrückt", erinnert sich Ujesh Desai, General Manager der bekannten Grafikschmiede Nvidia, an die Vorstellung der ersten SLI-Plattform. SLI, das ist eine ebenso leistungsfähige wie kostspielige Möglichkeit, zwei Grafikkarten in einen PC einzubauen. Jetzt wird Nvidia noch verrückter.
Angespornt vom Erfolg des grafischen Doppeldeckers - weltweit wurden neun Millionen SLI-fähige Grafikkarten und drei Millionen SLI-Mainboards ausgeliefert - geht der Chiphersteller noch einen Schritt weiter. "Quad"-SLI setzt dem grafischen Overkill die Krone auf. Auf der diesjährigen CES in Las Vegas konnte netzwelt bereits den ersten PC mit insgesamt vier Grafikkarten in Aktion erleben, nun machte es Nvidia offiziell.
Exorbitantes und Amüsantes
Exorbitant fallen neben der 3D-Beschleunigung leider auch die Anschaffungskosten aus. Bei einem nicht unüblichen Kaufpreis von 500 Euro für eine High-End-Grafikkarte, kommen besonders leistungshungrige Computerspieler schnell auf 2.000 Euro - ohne essentielle Komponenten wie beispielsweise Mainboard, Prozessor und Arbeitsspeicher wohlgemerkt. Ohne Zweifel, die Leistung wird alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen, doch der Vorsprung auf ein Crossfire-System mit zwei Ati Radeon X1900 XTX beträgt zum Beispiel bei "Doom 3" nicht einmal 25 Prozent.
Nvidia auf der CeBIT
Nvidia auf der CeBITAuf der Pressekonferenz im Rahmen der CeBIT gab sich die obere Führungsetage von Nvidia die Klinke in die Hand. Neben einem SLI-System aus Lebkuchen, präsentiert von einem fröhlich grinsenden Daniel F. Vivoli, dem Senior Vice President für Marketing, gab es allerdings noch Dinge, welche die Gamer-Gemeinde noch viel brennender interessierte.
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