Gebt Skript-Kiddies keine Chance
CeBIT: Kaspersky: Kein Antiviren-Unternehmen nimmt Virenschreiber
Christian Rentrop
Der Traum eines jeden Teenagers, der sich mit Programmierung befasst: Den absoluten Killervirus bauen und sich dadurch einen sicheren Platz im Antiviren-Business sichern. Ein populärer Irrtum: Constin Raiu vom russischen Antiviren-Unternehmen Kaspersky Labs weiß: Virenprogrammierer haben in der Software-Industrie keine Chance, besonders nicht bei Antiviren-Unternehmen.
Ein schöner Tag war es nicht für Sven Jaschan, als er den Sasser-Virus auf die Welt losließ: Das Wissen über die Öffnung von Pandoras Büchse muss sich ihm recht bald erschlossen haben. Viele schlaflose Nächte, ein 250.000-Dollar-Kopfgeld von Microsoft und ein unloyaler Freund später stand Jaschan vor Gericht - und kam noch glimpflich davon: Weil er den Wurm vor seinem 18. Geburtstag geschrieben hatte, wurde er nur mit einer Jugendstrafe belegt, 21 Monate auf Bewährung. Nun arbeitet er bei einer deutschen Sicherheitsfirma.
Traumkarriere für Skript-Kiddies?
Eine Traumkarriere für manches Skript-Kiddie. Viele Computer-Teens legen es regelrecht darauf an, über ihre Schädlings-Kreationen berühmt zu werden. Dumm nur, dass das nicht immer klappen möchte. Einerseits ist manch ein Nachwuchs-Programmierer nicht fähig genug, selbst Viren zu erschaffen. Andere greifen auf Bewährtes in Form von Viren-Baukästen zurück. Nur selten sind echte Profis am Werk. Und auch die haben es schwer im Geschäft.
Oft wird auch vermutet, dass Viren-Analytiker ihre Jugend als Hacker verbracht haben. Constin Raiu, Viren-Analytiker von Kaspersky-Labs, räumte im netzwelt-Gespräch, mit diesem Gerücht auf: Er selbst war nie ein Hacker, stattdessen "habe ich von Anfang an auf der guten Seite gestanden." Bei seinen Kollegen sei das nicht anders, es handele sich durchweg um gutartige Programmierer.
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: Sicherheit, Virus, Interview, Kaspersky, Hintergrundwissen, CeBIT 2006
-
Cyber-Kriminelle werden immer brutaler
Studie von Kaspersky Lab -
CeBIT 2008: Handyviren - Panikgrund oder Panikmache?
Antiviren-Hersteller sprechen Klartext auf der IT-Messe -
Kaspersky im Interview: "Kein schneller Sieg in Sicht"
Der Firmengründer über politische Malware und Chancenlosigkeit
Links zum Artikel
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
Warum muss ausgerechnet die Netzwelt die Begriffsverwirrung in Sachen "Hacker" noch unterstützen? Es muss ja nicht gleich eine komplette Etymologie sein - aber einen etwas bedachteren Umgang mit dem Begriff kann man doch wohl erwarten. Hacker und Computerkriminelle sind absolut nicht gleichzusetzen.
Da muss ich dir Recht geben. Der Begriff Hacker ist an dieser Stelle unangebracht. Werd dem Kollegen das mal mitteilen, sobald er von der CeBIT zurück ist :)
Gruß Stealth
Zitat:
Wer bist Du?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben



