IDF enthüllt die CPU-Pläne für 2006
Das ist neu bei AMD und Intel
Manuela Vereeken
Eigentlich soll das halbjährlich stattfindende Intel Developer Forum (IDF) die neuesten Forschungsergebnisse aus dem Hause Intel in den Vordergrund stellen. Erzrivale AMD nutzt das Treffen jedoch schon beinahe traditionell, um sich selbst in Szene zu setzen und dem Konkurrenten die Show zu stehlen. So auch dieses Jahr, in dem AMD mit der Ankündigung seiner ersten Dual-Core-Turion-64-CPU aufwartete und zudem drei neue Opteron-CPUs sowie einen Sockel-Wechsel in Aussicht stellte. Daneben ging Intels neue Prozessor-Architektur "Core" beinahe unter.
Trend: Single Core war gestern - jetzt regieren Dual-Core-CPUs
Turion 64 X2 - AMDs erster Zwei-Kern-Prozessor für Notebooks wird voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen, mit Details hält sich AMD aber noch zurück. Nur das neue Logo wurde bereits enthüllt. In puncto Taktfrequenz, Cachegröße, Front-Side-Bus und Features sickerten bislang jedoch noch keine Einzelheiten durch; fest steht nur, dass die CPU mit serienmäßiger DDR2-Unterstützung ausgeliefert werden wird.
Diese wird auch Bestandteil des für das dritte Quartal angekündigten Dual-Core-Opteron-Prozessors ("Santa Rosa") für den Sockel F sein, der darüber hinaus auch mit der Virtualisierungstechnologie Pacifica bestückt sein soll. Die CPU mit einer Leistungsaufnahme von nur 95 Watt wird den Beginn einer neuen Chip-Generation im Hause Intel markieren: Satte 1.207 Signalkontakte (Stichwort "Land Grid Array", LGA) werden die bislang verwendeten CPU-Pins ersetzen und somit eine neue Sockel-Ära einläuten, die unter anderem auch für die für 2007 geplanten Quad-Core-Varianten des Opteron relevant sein wird.
Noch in den alten Sockel passen die neu vorgestellten Dual-Core-Opteron-Modelle 885, 285 und 185 für Server und Workstations. Die CPUs verfügen allesamt über zwei Prozessorkerne und takten mit 2,6 Gigahertz, womit sie sich an die Spitze der Opteron-Serie stellen. Der Opteron 885 für Acht-Wege-Server sowie der 285 für Systeme mit zwei Prozessorfassungen sind bereits erhältlich und kosten bei Abnahme in Tausenderstückeinheiten je 2.149 US-Dollar respektive 1.051 US-Dollar. Noch kein Preis steht für die dritte CPU im Bunde, den Opteron 185, fest. Der Prozessor für Ein-Wege-Server wird allerdings auch erst innerhalb der nächsten 30 Tage zur Verfügung stehen. Zu den Herstellern, die Systeme auf Basis der neuen Opteron-CPUs anbieten wollen, zählen unter anderem IBM, Sun Microsystems und Hewlett Packard.
Intel: Neue CPU-Architektur soll AMD wieder in die Schranken weisen
Soviel Tatendrang im Hause AMD muss Erzkonkurrent Intel natürlich etwas entgegen zu setzen haben, wenn der bisherige Branchenprimus nicht hinter den "ewigen Zweiten" zurückfallen will. Justin Rattner, Intels Senior Fellow und Chief Technology Officer, ist diesbezüglich allerdings optimistisch: Wie er im Rahmen des Intel Developer Forums in San Francisco jetzt bekannt gab, will Intel seine Marktposition mit Hilfe neuer CPUs auf Basis einer schnelleren und Strom sparenderen Chip-Architektur verteidigen. Diese wurde bereits im Rahmen des letzten IDF im August 2005 erstmals angekündigt.
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