Mac-Jubelpresse entlarvt
Sicherheit: Intel-Macs, Virenscanner und die Unkenntnis der Fachpresse
Panikmache zählt zu den großen Tugenden vieler Medien - um so unangenehmer, wenn sie genau dann einsetzt, wenn viele Menschen ohnehin verunsichert sind. Egal ob Vogelgrippe oder Schweinepest, sobald Viren grassieren, ist es vorbei mit der inneren Ruhe. Auch Computer-Anwender sind vor Panikattacken nicht gefeit, wenn Computerviren ihr Unwesen treiben. Allerdings sollte man nicht alles glauben, was in der Fachpresse steht.
Nachdem Apple-Rechner in den vergangenen Wochen binnen kürzester Zeit Opfer von verschiedenen Virenattacken wurden, sind viele Mac-User verunsichert: Die Attacken erfolgten nach dem Intel-Umstieg und der Viren-Magnet Windows läuft auch auf Intel-Architektur - könnte der steigende Viren-Trend also mit der Intel-Architektur zusammenhängen? Oder hat die Viren-Gefahr andere Ursachen?
Falschinformation und Panikmache
Die Münchener Apple-Zeitschrift MACup, eigentlich Zentralorgan der Apple-Jubelpresse, zeichnet sich in diesem Zusammenhang durch eine Unkenntnis aus, die schon fast rekordverdächtig ist. So rät die Redaktion in der aktuellen Ausgabe Benutzern von Intel-Macs, Antiviren-Software zu installieren. "Die Prozessoren" seien "Bestandteile von PCs" und damit "virenanfälliger" als PowerPC-Prozessoren. Das klingt logisch, weshalb die Meldung auch direkt von zahlreichen News-Seiten abgepinnt wurde. Das Problem: Sie ist falsch.
Denn Viren haben nichts mit der Prozessor-Architektur zu tun. Als Software sind sie auf eine Basis, ein Betriebssystem angewiesen. Und das ist im Fall der Mac-Viren Mac OS X, auf PC-Plattformen hingegen Windows und Linux. Genau wie gutartige Software muss ein Virus für das entsprechende Betriebssystem hergestellt werden. Genauso wie keine Windows-Software auf Mac OS X ihren Dienst verrichtet, können auch keine Windows-Viren auf Mac OS X überspringen. Christoph Hardy von Sophos dazu gegenüber der netzwelt: "Intel-Macs sind genauso virengefährdet wie alle anderen Macintosh-Systeme." Mit anderen Worten: Das Risiko bleibt gering.
Viren sind nicht gleich Viren
MACup-Chefredakteur Matthias J. Lange, der diese weisen Zeilen in der MACup verzapft hat, ist offenbar der Vogelgrippe-Panik anheim gefallen. In der Berichterstattung heißt es immer wieder, Katzen könnten als Viren-Taxi zwischen Vogel und Mensch fungieren. Das Resultat: Tausende Katzen landen im Tierheim und wie sooft wird vermutlich außer ein paar toten Vögeln nicht viel passieren. Das medizinische Minimalwissen wurde auf den Computer übertragen, allerdings gibt es einen Haken, sind Lebewesen doch anders als Computer konzipiert. Während Hardware- und Software-Ebene am Computer recht strikt getrennt sind, ist die "Software" von Mensch und Tier fest mit der "Hardware" verwoben. Viren können sich also sowohl auf das körperliche als auch auf das geistige Wohlbefinden auswirken. Ganz anders Computerviren, die sich in der Regel nur in der Software des Computers herumtreiben.
Allerdings gibt es einige Verhaltensregeln, die auch Mac OS X unsicher und für Viren anfällig machen können, egal, ob mit Intel- oder PowerPC-Prozessor. Deshalb sollten einige Sicherheitstipps berücksichtigt werden: In den Sharing-Systemeinstellungen sollte nur freigegeben werden, was wirklich benötigt wird, das Gleiche gilt für die Firewall. Zusätzlich sollten Bluetooth und Airport nur eingeschaltet werden, wenn sie benötigt werden. Auch Browser und Mail-Clients sollten so eingestellt werden, dass sie weder Anhänge noch Downloads automatisch öffnen. Zusätzlich sollten Funktionen wie File Vault und Passwortschutz aktiviert werden. Damit sollten Mac OS X-Anwender auf der sicheren Seite sein - egal ob mit Intel- oder PowerPC-Rechner.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Virenschutz hier.

Zitat: Sie erwarten nicht ernsthaft, dass ich jetzt und hier Gegenbeispiele aus Ihrem Netzmagazin aufführe, oder? Doch, ich bitte sogar darum ;-) ...
Zitat: Dann sollte sowas auch im Artikel erwähnt werden, denke ich. Abgedroschen, aber leider von unwiderlegbarer Wahrheit: wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Und das hat...
Zitat: dass es sich dabei um Aussagen handelt, die ein Mitglied der Redaktion durch Führen von Gesprächen mit oben genannten Personen ermittelt hat. Dann sollte sowas auch...
Sehen Sie Herr "Kollege", genau das ist das Problem. Während Sie mir indirekt ausweichende Bezugnahme unterstellen, entbehren Ihre Zeilen jeglicher Kenntnis des Artikels, auf den Sie sich beziehen. Ich...
Zitat: Wer auch immer diese Zeilen bei Netzwelt verfasst hat, sollte dringend sein "Handwerkszeug" revidieren, das war einmal mehr ein hervorragender Beweis für - bedauerlicher Weise - sehr modern...