Vorgestellt: HDTV bei ProSieben, Sat.1 und Premiere
HD-Fernsehen erst durch verbesserte Videokompression wirtschaftlich
Technisch unterscheiden sich die HDTV-Angebote der beiden großen Anbieter kaum: Sowohl Premiere als auch Sat.1 übertragen ihr Programm im so genannten 1080i-Format: Die Bilder werden also im interlaced-Modus mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln übertragen. Mehr Informationen zu den HDTV-Formaten finden sie in dem netzwelt-Artikel "HDTV vorgestellt: Das Fernsehen der nächsten Generation".
Bei der Satelliten-Ausstrahlung setzen HD-Anbieter auf DVB-S2. Die Signale werden dabei mit einem Videocodec gemäß dem neuen Standard H.264 komprimiert, der auch unter der Bezeichnung MPEG4/AVC bekannt ist.
Die verbesserte Datenkompression des neuen Codecs war eine wichtige Voraussetzung für den Start von HDTV in Deutschland: "Wir hätten hochauflösendes Fernsehen gerne schon früher angeboten", sagt Premiere-Spreche Jachan. "Die Übertragung von HDTV ist aber erst jetzt wirtschaftlich möglich, weil durch verbesserte Videokompression mit MPEG-4-Codizes inzwischen auf einem Transponder mehrere HD-Kanäle übertragen können."
Sowohl ProSiebenSat.1 als auch Premiere strahlen ihr HD-Programm über den Satelliten Astra aus. Per Kabelanschluss können Fernsehzuschauer HDTV derzeit nur in einigen Regionen Deutschlands empfangen: ProSieben und Sat.1 können im Moment nur Kunden des Kabelnetzbetreibers Kabel BW in Baden-Württemberg empfangen. Mittelfristig sollen nach Auskunft von ProSiebenSat.1 auch Gespräche mit anderen Kabelnetzbetreibern geführt werden.
Premiere: Bis zur WM flächendeckend im Kabel
Premiere hat bereits Verträge mit einigen Kabelnetzbetreibern wie Kabel BW und EWT abgeschlossen - mit anderen Unternehmen führt der Pay-TV-Anbieter derzeit Gespräche: "Unser Ziel ist es, bis zur Fußball-WM in Deutschland Premiere HD flächendeckend über Kabel und Satellit auszustrahlen", sagt Premiere-Sprecher Michael Jachan.
Hochauflösende Alternativen: HD1 und Anixe HD
Abgesehen von Premiere, Pro Sieben und Sat.1 ist die hochauflösende Fernsehlandschaft sehr übersichtlich: Der belgische Sender HD1, der vor allem Konzerte und Sportkonserven aus dem Archiv im Programm hat, strahlt seit 2004 hochauflösendes Programm über die Satelliten Astra und Sirius aus. Das Programm wird außerdem in die Kabelnetze der Netzbetreiber Kabel BW in Baden-Württemberg und ish in Nordrhein-Westfalen eingespeist. Zum Empfang des verschlüsselten Programmes müssen Nutzer allerdings für 200 Euro eine spezielle Smartcard kaufen - monatliche Abopreise fallen aber nicht an.
Ab April soll außerdem der frei empfangbare Sender Anixe HD an den Start gehen, der ausschließlich natives HD-Material senden soll. Der Schwerpunkt des Programmes liegt dabei mit Musik- und Filmformaten auf Entertainment. Täglich ab 20:15 Uhr sollen außerdem je zwei Spielfilme in hoher Auflösung ausgestrahlt werden.
Links zum Thema
- ProSieben
- Sat.1
- Nachgefragt: Die HDTV-Pläne von ARD, ZDF und RTL
- Anixe HD
- HD-1
- HDTV: Einsteigen oder abwarten?
