Open Office bekommt zukünftig alle drei Monate ein Update
FOSDEM: OpenOffice soll schneller und schöner werden
Fabian Parusel
An diesem Wochenende fand in Brüssel das Free and Open Source Software Developers European Meeting, kurz FOSDEM, statt. Zu diesem Anlass gab Michael Meeks bekannt, dass das OpenSource-Office-Paket OpenOffice künftig in kurzen und regelmäßigen Abständen von drei Monaten aktualisiert wird. Dadurch soll die Performance der Software in den nächsten Monaten erheblich gesteigert werden.
Den Fortschritt beschleunigen
Auf die Version 2.0 von OpenOffice musste die Webgemeinde recht lange warten. Nachdem im Mai 2002 die Version eins offiziell veröffentlicht wurde, dauerte es mehr als drei Jahre, bis die Version 2.0 endlich zum Download bereitstand. "Wir hatten große Probleme, die Version 2.0 zu veröffentlichen", gestand Michael Meeks in einem Interview im Rahmen der FOSDEM. Er gab jedoch sein Ehrenwort, dass es in Zukunft vier Updates pro Jahr geben wird.
Besonders die Entwicklung an der Tabellenkalkulation "Calc" wird in diesem Fortschrittsplan forciert. Das Pendant aus Redmond, Excel, ist bislang deutlich leistungsfähiger. So verarbeitet Excel spielend mehr als eine Million Zeilen. Bei rund 65.000 Zeilen gibt Calc hingegen auf. In der kommerziellen Nutzung ist das ein erheblicher Nachteil, denn mit 65.000 Zeilen kommen viele Unternehmen nicht aus.
Performance und Leistung verbessern
Im Rahmen dieser Entwicklungsmaßnahmen liegt ein besonderer Fokus auf der Verbesserung der Leistung, insbesondere die Zeit für Kalt- und Warmstart soll verkürzt werden. Auch an der Unterstüzung von 64-bit-Rechnerarchitekturen arbeiten die Entwickler mit Hochdruck. In kleinen Schritten soll OpenOffice zu einem absolut ebenbürtigen Konkurrenten für MS Office werden.
Dann soll OpenOffice im kommerziellen Bereich genauso abräumen, wie es die Software im privaten Sektor geschafft hat. Michael Meeks kommt von Novel und dort wurde allein 2005 eine Million US-Dollar an Lizenzkosten für MS-Office-Produkte eingespart. Große Firmen, aber auch ganze Länder könnten durch den Umstieg auf das freie Office-Paket erhebliche Einsparungen erreichen.
Fazit
Nach dem Versprechen der Entwickler dürfen sich OO-Fans demnächst über vier Updates pro Jahr freuen. Die Software soll auch in Zukunft kostenfrei bleiben. Umsatz soll es aber trotzdem geben, hauptsächlich durch Service- und Supportleistungen, das wurde auch auf dem FOSDEM klar. Diese Umsätze bringen jedoch fast ausschließlich Firmenkunden. Grund genug, die Entwicklung am Softwarepaket zu beschleunigen.
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