Test: DTM Race Driver 3

Aus Force-Feedback wird Stop&Go

Das Verhalten der computergesteuerten Rennfahrer bezeichnet Codemasters als aggressiv. Das stimmt insofern, weil der Start von bis zu maximal 21 Boliden selten ohne Blechschäden verläuft. Am häufigsten scheppert es, wenn sich das Fahrerfeld durch die erste Kurve schlängelt. Biegungen stehen auch bei Überholvorgängen im Brennpunkt. Von der Ideallinie weicht die Künstliche Intelligenz ungern ab; wehe dem, der dabei sein Heck im Weg hat. Ein neues Strafsystem, das unfaire Aktionen oder Abkürzungen mit Zeitstrafen und im Äußersten mit Disqualifikation tadelt, scheint die KI wenig zu beeindrucken. Im Multiplayermodus zeigt das Strafsystem bedingt Wirkung, für Autoscouterfans mit Rennsportambitionen werden die Zeiten zumindest etwas härter. Im Online-Modus können Rempler durch die Deaktivierung der Kollisionsabfrage sogar gänzlich vermieden werden.

Damit ginge aber auch Potenzial verloren. Ein umfangreiches Schadensmodell beeinflusst nicht nur das Fahrverhalten der Boliden, es verändert obendrein deren Form - beginnend mit eingedellten Kotflügeln über den Verlust von Reifen bis zur völligen Deformation. Wer nach einem Crash die Boxengasse erreicht, bekommt statt animierter Techniker lediglich Menüs zu Gesicht. Service und Benzin gibt es trotzdem. Allerdings sind viele Rennen so kurz, dass taktische Stopps nicht notwendig sind - zumindest was Standardfahrzeuge betrifft. Upgrades wie Ansaugsätze oder Turbolader können den Spritverbrauch dagegen merklich erhöhen.

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Die Verwendung anderer als der im Handbuch empfohlenen Lenkräder kann sekundenlange Spielunterbrechungen bewirken. Im Test war solchen Aussetzern nur durch das Deaktivieren der Force-Feedback-Funktionen über das Optionsmenü beizukommen. Als Gamecontroller diente ein Thrustmaster GT. Auf den Spielspaß schlug sich die verhinderte Handmassage entsprechend nieder, ist doch die Vibration im Cockpit ein zentraler Simulationsaspekt.

Optisch hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel getan. Zur Spitzengrafik fehlen dem Programmcode einige PS. Realistische Fahrzeugmodelle, sichtbare Schäden und Effekte wie aufgewirbelter Staub oder gespiegeltes Sonnenlicht vermitteln dennoch rustikales Rennflair. Gemessen an der Bandbreite ist auch die Qualität der Motorensounds überwiegend gut. Das akustische Drumherum stimmt ebenfalls: Auf unbefestigten Pisten ticken Kieselsteine und Sandkörnchen im Raumklang gegen das Unterbodenblech.

Auf großer Fahrt

Trotz der angesprochenen Mängel ist "DTM Race Driver 3" empfehlenswert. Mehr Motorsport in nur einem Spiel kann Geld gegenwärtig nicht kaufen. Bis alle Meisterschaftspokale eingefahren sind, können Tage vergehen. Man darf gespannt sein, was sich Codemasters für den vierten Teil einfallen lassen wird. Wünschenswert wäre ein dynamisches Wettersystem.

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Steckbrief
Sound 8 von 10 % 85 %
Grafik 13 von 15%
Spielspaß 14 von 15%
Multiplayer 8 von 10%
Bedienung 7 von 10%
Preis/Leistung 14 von 15%
Hardwareanforderung 12 von 15%
Langzeitspielspaß 9 von 10%

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